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Wintersport „Schon sehr bitter“: DSV-Adler chancenlos bei Prevc-Flugshow

Einmal mehr ist Domen Prevc nicht zu besiegen. Die DSV-Adler springen bei der Skiflug-WM hinterher. Sie gehen ohne die ganz große Portion Selbstvertrauen in das Teamspringen am Sonntag.

Von Maximilian Wendl, dpa 24.01.2026, 19:01
Fiel zurück: Karl Geiger.
Fiel zurück: Karl Geiger. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Oberstdorf - Spürbar unzufrieden schlug sich Karl Geiger mit den Handflächen gegen den Helm. Nach einem ordentlichen ersten Wettkampftag musste sich der Oberstdorfer Lokalmatador am Ende mit dem 17. Platz begnügen. Da auch Philipp Raimund nicht der ganz große Satz gelang, erlebten die deutschen Skiflieger bei der Weltmeisterschaft einen empfindlichen Dämpfer und ein nahezu historisches Debakel: Zum ersten Mal seit 2010 landete kein Deutscher bei der Weltmeisterschaft in den Top Ten. 

„Das ist schon sehr bitter“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ARD. „Vom Ergebnis her bin ich absolut nicht zufrieden, das ist ganz klar.“ Zwar habe sich seine Mannschaft im Vergleich zum Vortag etwas verbessert präsentiert. Vier stabile Sprünge schaffte jedoch keiner der vier DSV-Adler. 

Raimund gewöhnt sich ans Fliegen

Die Podiumsplätze gerieten dadurch schon frühzeitig außer Reichweite und der Rückstand auf den neuen Weltmeister Domen Prevc betrug für Raimund als 13. mehr als 125 Punkte. „Ich bin trotzdem zufrieden“, sagte Deutschlands bestplatzierter Flieger. „Letztendlich geht es darum, genau so weiterzumachen. Ich habe bislang in jedem Sprung einen Schritt nach vorn gemacht und gewöhne mich langsam ans Fliegen.“

Das macht Hoffnung für den Teamwettbewerb am Sonntag, bei dem das deutsche Quartett um einen versöhnlichen Abschluss kämpft und eine Medaille ins Visier nimmt. Horngacher setzt bei dieser Mission vor allem auf den 32-jährigen Geiger, der für die Olympischen Spiele im Februar nicht berücksichtigt wurde. „Der Karl weiß, was zu tun ist, der wird das runterrocken“, sagte der Cheftrainer, der nach dieser Saison aufhören wird. 

Hoffmanns versöhnlicher Abschluss

Zumindest eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vortag zeigte Felix Hoffmann, der sich noch auf Platz 22 nach vorn arbeiten konnte. „Ich musste mich rantasten die Tage. Zum Abschluss war es versöhnlich“, sagte der 28-Jährige der ARD. Teamkollege Pius Paschke musste sich mit Platz 25 begnügen und sagte: „Der letzte Sprung ärgert mich, das ist auch echt untypisch für mich.“ Dabei sei der Tag „eigentlich eher positiv“ gewesen, meinte der Bayer. 

Prevc mit Riesenvorsprung

Prevc dominierte die Konkurrenz indes einmal mehr nach Belieben, obwohl die Jury ihn jeweils mit deutlich weniger Anlauf die Heini-Klopfer-Schanze hinunterschickte. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Marius Lindvik aus Norwegen betrug fast 60 Punkte. Dritter wurde in Ren Nikaido ein Japaner. 

Sowohl die Slowenen als auch die Norweger und Japaner gehören am Sonntag zu den großen Favoriten im Kampf um Edelmetall, Deutschland nimmt dagegen eher die Außenseiterrolle ein. „Wir werden versuchen, es eine Stufe besser zu machen. Speziell die letzte Flugphase müssen wir besser gestalten. Gelingt uns das, haben wir definitiv auch eine Chance“, sagte Horngacher.