FCN vs. RBL

RB Leipzig: Diese acht RB-Profis sind für das Spitzenspiel beim 1. FC Nürnberg fraglich

Leipzig - Es gab schon Phasen in dieser Saison, da hatte Ralf Rangnick mehr Spaß an seinem Job als aktuell. Vor dem Spitzenspiel der zweiten Liga zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Nürnberg am Sonntag war der RBL-Chef gereizt.

Von Ullrich Kroemer 19.03.2016, 10:32

Es gab schon Phasen in dieser Saison, da hatte Ralf Rangnick mehr Spaß an seinem Job als aktuell. Vor dem Spitzenspiel der zweiten Liga zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Nürnberg am Sonntag (13.30 Uhr) war der RBL-Chef gereizt. In der Pressekonferenz reagierte der 57-Jährige auf Fragen, die ihm unpassend erschienen, unwirsch, dünnhäutig bis sarkastisch.

Das lag zum einen an Rangnicks eigener gesundheitlicher Verfassung. Der RBL-Cheftrainer hatte bis Mittwoch mit Grippe im Bett gelegen, ist noch immer angeschlagen. Noch mehr aber verhagelte dem Trainer und Sportdirektor der Gesundheitszustand seines Teams die Laune: Kapitän Dominik Kaiser wird definitiv fehlen, Torhüter Peter Gulacsi – derzeit laut Rangnick „natürlich Nummer eins“ – droht ebenfalls auszufallen.

Das Sturmduo Yussuf Poulsen und Davie Selke (beide Grippe) stieg ebenso wie Willi Orban und Rani Khedira (muskuläre Probleme) erst am Freitag wieder ins Training ein. Stefan Ilsanker, Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer sind auch noch nicht wieder voll belastbar. Und der zuletzt enorm wichtige Diego Demme muss seine Gelb-Sperre abbrummen.

Wenn es schlecht läuft, fehlen den „Roten Bullen“ beim so wichtigen Gipfel gegen den „Club“ acht Stammspieler. „Wir machen uns deswegen zwar keine Sorgen“, sagte Rangnick, „aber Gedanken“. So muss der Fußballlehrer vor allem abwägen, welcher Rekonvaleszent dem Team bereits wieder helfen kann, möglicherweise mit einem Teileinsatz, und wer noch Zeit braucht. Die Aufstellung ist daher in allen Mannschaftsteilen noch völlig offen.

Neben dem Management der schwierigen Personalsituation ist Rangnick auch als Motivator und Mahner gefragt. Der Aufstiegsexperte vergegenwärtigte seiner Mannschaft extra noch einmal, dass sie beim 2:1 gegen 1860 München „Außergewöhnliches“ geleistet habe. „Das wird uns auch für die nächsten Wochen stärken, egal, wer aufläuft.“

Dazu forderte er von seinem Team, „dass wir uns weiterhin auf die relevanten Dinge konzentrieren und uns von Nebenkriegsschauplätzen nicht ablenken lassen“. Die Mannschaft müsse die vergangenen zwei Wochen mit der Enttäuschung im Schneespiel gegen Freiburg und der folgenden Grippewelle „akzeptieren, ausblenden, wegstecken“. Rangnick sagte: „Wir denken immer in Lösungen, auch in der jetzigen Situation.“

Ralf Rangnick: „Kann nicht sagen, ob wir aufsteigen“

Dass 65 oder 66 Punkte für den Aufstieg genügen würden, wie es Abwehrspieler Marvin Compper jüngst vorgerechnet hatte, nannte er „völlig unrealistisch“. Um Platz zwei zu erreichen, dürften es auf gar keinen Fall weniger als 68 Punkte sein. Dazu braucht RasenBallsport noch mindestens vier Siege aus den verbleibenden acht Spielen.

„Ich kann nicht sagen, ob wir aufsteigen“, sagte Rangnick, „aber wir arbeiten jeden Tag daran.“