Generalprobe

RB Leipzig: 1:1 - Nur Marcel Halstenberg trifft im Testspiel gegen Betis Sevilla

Leipzig - RB Leipzig hat im letzten Vorbereitungsspiel vor dem Start in die Saison über weite Strecken eine starke Leistung abgeliefert. Der Bundesliga-Aufsteiger trennte sich von Betis Sevilla mit 1:1.

Von Ullrich Kroemer 14.08.2016, 19:34
Rani Khedira (RB Leipzig) und Jose Carlos (Real Betis) kämpfen um den Ball.
Rani Khedira (RB Leipzig) und Jose Carlos (Real Betis) kämpfen um den Ball. imago sportfotodienst

RB Leipzig hat im letzten Vorbereitungsspiel vor dem Start in die Saison über weite Strecken eine starke Leistung abgeliefert. Der Bundesliga-Aufsteiger trennte sich von Betis Sevilla mit 1:1 (0:0), war aber über 70 Minuten hinweg das bessere Team. Marcel Halstenberg schoss RBL in Front (63. Minute). Den Ausgleich musste Rasenballsport durch einen Strafstoß hinnehmen (69.).

Ausgangslage

RB Leipzig hatte sich zur Saisoneröffnungsfeier den spanischen Erstligisten Real Betis Sevilla eingeladen. Der Vorjahres-Zehnte in der Primera Division sollte Rasenballsport auf die Qualität im deutschen Oberhaus vorbereiten. Offenbar eine gute Wahl: Die Spiele in den vergangenen Tests gegen Werder Bremen, FC Everton, FC Middlesbrough, FC Fulham und Sporting Lissabon konnten die Andalusier allesamt gewinnen.

Für RBL ist Real Betis nach den Partien gegen den FC Turin (0:0) und SD Eibar (3:2) der dritte und voraussichtlich schwerste erstklassige Testgegner. Beim 4:4 im letzten Testmatch am Dienstag gegen Kooperationsverein FC Liefering hatte das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl eine teils vogelwilde Leistung in der Defensive gezeigt.

Personalien

Der Bundesliga-Neuling konnte die Generalprobe mit voller Kapelle bestreiten. Auch die zuletzt angeschlagenen Marvin Compper (zunächst auf der Bank) und Marcel Halstenberg (in der Startelf) waren wieder mit dabei. Sportdirektor Ralf Rangnick hatte vor dem Spiel angekündigt: „Wir haben bisher noch nicht mit einer Stammelf gespielt. Am Sonntag wird zum ersten Mal die Elf beginnen, die dann in einer Woche in Dresden oder darauf in Hoffenheim spielen könnte.” Den spannenden Dreikampf im Tor entschied Peter Gulacsi für sich. In der Innenverteidigung setzte Hasenhüttl auf Stefan Ilsanker statt auf Marvin Compper. Der zehn Millionen teure Neuzugang Timo Werner saß zunächst nur auf der Bank. 15-Millionen-Mann Naby Keita hingegen stand von Beginn an auf dem Platz. Neben ihm durfte Diego Demme als zweiter Sechser auflaufen.

Fans

13.198 Zuschauer waren in die Leipziger Arena gekommen, um die Generalprobe zu sehen. Das ist durchaus steigerungsfähig; aber die, die da waren, waren äußerst sangesfreudig.

Nach den Premieren bei der Aufstiegsfeier im Mai beziehungsweise Saisoneröffnung an diesem Sonntag waren zum ersten Mal die neuen Hymnen im Stadion zu hören. Zwölf Minuten vor Anpfiff erklang die Fanhymne „Stolz des Ostens” von Fan Frank Dreibrodt. Kurz vor dem Einlaufen der Mannschaft wurde dann erstmals die Vereinshymne von Sebastian Krumbiegel gespielt – nach dem letzten Ton pfiffen viele Fans. Mal sehen, wie die Bundesliga-Premiere der Hymne vor vollem Haus im ersten Heimspiel gegen den BVB ausfallen wird.

Spielverlauf und Analyse

Die im Vergleich zur Vorsaison auf drei Positionen veränderte Mannschaft begann kontrolliert, aber durchaus bestimmt. Nach dem Harakiri-Fußball in den ersten 20 Minuten gegen Liefering war RBL sichtlich um kompakteres Spiel bemüht, was auch gelang. Die Hausherren beherrschten die Gäste aus Spanien klar, hatten selbst jedoch zunächst nicht viele zwingende Gelegenheiten. Marcel Sabitzer hatte die einzige Gelegenheit der Anfangsphase – sein wuchtiger Distanzschuss strich jedoch knapp über die Querlatte (9.).

Die Spanier agierten viel in der eigenen Hälfte, kamen in der Mitte der ersten 45 Minuten das erste Mal gefährlich vor das RBL-Tor. Nach einem Konter kam Jonas Martin von der rechten Seite zum Abschluss, verfehlte das Tor von Keeper Peter Gulacsi aber (25.). Zum Ende der zweiten Hälfte wurde RBL etwas zwingender, kam durch Poulsen per Kopfball nach einer Ecke gefährlich zum Abschluss (30.). Doch Betis-Torhüter Adan war ebenso zur Stelle wie kurz darauf bei der Direktabnahme von der Strafraumgrenze durch Dominik Kaiser (39.) und einem Schuss aus der Drehung von Emil Forsberg (39.).

Einen überzeugenden Einstand im großen Stadion hatte Sechser Naby Keita, der die Bälle sicher und strategisch klug verteilte und trotz der zahlreichen Athletikeinheiten der vergangenen Tage bereits recht spritzig wirkte.

Betis Sevilla: Ausgleich per Strafstoß

In der zweiten Hälfte verstand es die Hasenhüttl-Elf, ihre Überlegenheit anfangs noch zu steigern. Betis stand teilweise tief am eigenen Sechzehn-Meterraum – eine gute Simulation für die bevorstehenden Aufgaben in der Bundesliga. Zu Beginn der zweiten 45 Minuten kam Poulsen im Strafraum frei zum Schuss, traf aber aus 14 Metern nur den Pfosten (52.). Nach der zweiten Chance für die Spanier durch Ruben Castro (62.), gelang es RBL, den Defensivverband der Gäste aufzubrechen. Nach einem Flankenwechsel von Forsberg kam der agile Halstenberg frei zum Schuss und traf zum 1:0 ins linke, untere Eck (63.).

Doch die Führung hielt nicht lange. Nach einem Foul von Marvin Compper im Strafraum traf Ruben Castro per Elfmeter zum schmeichelhaften 1:1 (69.). RBL wechselte nun komplett durch, brachte unter anderem nach anderthalbjähriger Verletzungspause Stürmer Terrence Boyd, der gleich eine gute Aktion per Kopf hatte. Halstenberg hätte per Distanzschuss zur erneuten Führung treffen können (73.); doch Betis-Keeper Adan hielt. Durch die vielen Wechsel wurde das Spiel nun zerfahrener. RB wurde nochmal durch einen Kopfball von Willi Orban gefährlich (87.). Doch auch wenn der Siegtreffer nicht mehr fiel, wusste RB zu überzeugen. So holt man auch in der Bundesliga Punkte.

Ausblick

Am kommenden Sonntag wartet die erste echte Bewährungsprobe auf die „Roten Bullen”. In der ersten Runde des DFB-Pokals müssen die Leipziger bei Dynamo Dresden (15.30 Uhr) antreten. Eine Woche darauf absolviert Rasenballsport das erste Match in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim.

RB Leipzig – Betis Sevilla 1:1 (0:0)

RB Leipzig: Gulácsi – Schmitz, Ilsanker (59. Compper), Orban, Halstenberg – Demme (71. Khedira), Keita, Kaiser (C, 71. Kalmar), Forsberg (71. Bruno) – Sabitzer (71., Boyd) Poulsen (59. Werner)
Real Betis: Adán - Piccini (60. Cejudo), Mandi, Pezzella, Durmisi (60. Alegría) - Petros, Jonas Martin (70. Fabián), F. Gutiérrez (60. Martínez), Musonda (60. Carlos), Joaquín (84. Ceballos) - Rubén Castro.
Tor(e): 1:0 Halstenberg (63., Forsberg), 1:1 Ruben Castro (69., Strafstoß); Chancen: 9:3, Ecken: x:x
Schiedsrichter: Lasse Koslowski Gelbe Karten: 34. Sabitzer,
Zuschauer: 13.198 in der Red-Bull-Arena