Neuzugang bei RB Leipzig

Neuzugang bei RB Leipzig: Davie Selke stellt sich vor

Leipzig - Ein Dutzend Foto- und TV-Kameras richteten ihre Objektive auf ihn; die Reporter drängelten sich gierig um ein rot-weißes Absperrband herum, um ja keines der spärlichen Worte zu verpassen, die Davie Selke zu seinem Einstand in die Mikrofone ...

Von Ullrich Kroemer
Davie Selke, Neuzugang bei RB Leipzig, stellt sich während des Trainingsauftaktes den Fragen der Journalisten in Leipzig (Sachsen).

Ein Dutzend Foto- und TV-Kameras richteten ihre Objektive auf ihn; die Reporter drängelten sich gierig um ein rot-weißes Absperrband herum, um ja keines der spärlichen Worte zu verpassen, die Davie Selke zu seinem Einstand in die Mikrofone sprach.

Während seine neuen Kollegen von RB Leipzig zum Trainingsauftakt bereits die erste Einheit mit dem Ball abhielten, absolvierte der Ex-Bremer Gesundheitscheck und Leistungstests und stellte sich an seinem ersten Tag auch den Journalisten und den etwa 100 versammelten Fans vor. Angesichts des Rummels fast erstaunlich, dass das Training nicht eigens unterbrochen wurde. 

Erste Eindrücke sind durchweg positiv

Betont bedächtig war Davie Selke um den Trainingsplatz am Cottaweg unweit der Red-Bull-Arena geschritten, als wolle er das unvertraute Terrain erst prüfen. Ebenso vorsichtig formulierte Selke dann seine ersten Sätze. Artig sagte er Dinge wie: „Ich sammle gerade meine ersten Eindrücke, die sind durchweg positiv.” Oder: „Ich bin erst seit ein paar Stunden da, aber habe schon ein wenig von der Stadt gesehen – tolle Stadt, passt zum Verein.” 

In Bremen hatte Selke zuletzt wochenlang geschwiegen. Nachdem sein Wechsel von der Weser an die Pleiße am 1. April bekannt geworden war, war jede Menge Unmut auf den 20-jährigen Stürmer eingeprasselt. Über die Gründe des für viele unverständlichen Wechsel des U19-Europameisters von der Bundesliga ins Unterhaus sagte Selke nur: „Ich hatte positive Gespräche mit den Verantwortlichen. Das ist eine spannende Aufgabe hier, es freut mich, dass ich ein Teil davon sein darf.” 

Konzentration auf die eigene Leistung

Gefragt nach den gewaltigen Erwartungen, die auf ihm ruhen, sagte der gebürtige Schwabe: „Ich konzentriere mich auf meine Leistung, will mich schnellst möglich integrieren und dann wird das schon klappen.” Und auch eine Portion Privates gab Selke preis, sprach vom Urlaub im Süden, wo er statt der abgesagten Teilnahme bei der U20-WM mit seiner Freundin weilte, und berichtete, dass diese nicht mit nach Leipzig komme. Dafür seien jedoch sein Hund Carlos und sein Vater Teddy Rupp an seiner Seite. „Das ist auf jeden Fall eine gute Mischung, die lenken mich ein bisschen vom Alltag ab”, sagte Davie Selke lachend. 

Selke muss seinen Stand in Leipzig noch erarbeiten

Als die kurze Audienz nach zweieinhalb Minuten beendet war, jonglierte der 1,92-Meter-Mann noch ein paar Sekunden für die Kameras und verließ die Bildfläche wieder betont langsamen Schrittes. Die Leipziger Trainingskiebitze schauten interessiert, müssen sich aber offensichtlich auch erst an den neuen Starstürmer gewöhnen. Als Selke vor Fans und Reportern auftauchte, applaudierte lediglich ein RBL-Anhänger. Trotz seiner Erfolge in der Bundesliga muss sich Selke seinen Stand in der Messestadt erst erarbeiten. Schließlich war sein Vorgänger die Identifikationsfigur des Vereins schlechthin gewesen: der nach Heidenheim weggelobte Daniel Frahn. Immerhin in diesem Punkt zeigte Selke eine Prise Angriffslust: „Daniel Frahn ist ein großartiger Stürmer, der viel geleistet hat. Aber ich bin Davie Selke und versuche, meine Leistung zu zeigen.” 

Nicht nur Co-Trainer Achim Beierlorzer, der den noch im Urlaub weilenden neuen Cheftrainer Ralf Rangnick vertrat, erwartet, dass Selke zur neuen Frontfigur des Klubs wird und dem Hoffnungsträger künftig mehr Menschen zujubeln als zu seinem Einstand. „Ich hoffe, dass er viele, viele Tore für uns schießt. Dafür ist ein Stürmer da und dafür ist Davie Selke prädestiniert”, sagt Beierlorzer. „Er ist voller Tatendrang, man spürt einen richtigen Aufbruch. Er sieht in RB Leipzig die Zukunft, und das ist toll.” (mz)