Confederations Cup

Confederations Cup 2017: Timo Werner und Diego Demme dabei

Frankfurt am Main - Timo Werner und Diego Demme stehen im Kader der deutschen Nationalmannschaft für den Confederations Cup 2017 (17. Juni bis 2. Juli) in Russland.

RBL-Stürmer Timo Werner ist beim Confederations Cup 2017 für Deutschland am Ball. imago sportfotodienst

Timo Werner und Diego Demme stehen im Kader der deutschen Nationalmannschaft für den Confederations Cup 2017 (17. Juni bis 2. Juli) in Russland. Bundestrainer Joachim Löw nominierte den Stürmer von RB Leipzig ebenso wie den Mittelfeldspieler am Mittwoch in sein 23-köpfiges Aufgebot für das Turnier im Sommer.

Während Werner bereits erste Erfahrungen im A-Team sammeln durfte, könnte Demme in Russland sein Debüt geben. „Er hat regelmäßig gespielt, hat im defensiven Mittelfeld ein starkes Spiel gegen den Ball und ist sehr laufstark. Er hat eine starke Saison gespielt", begründete Löw seine Entscheidung für Demmes Nominierung.

RB-Stürmer Davie Selke steht im U21-Kader für die EM in Polen

Zeitgleich gab auch U21-Coach Stefan Kuntz sein vorläufiges Aufgebot für die parallel zum Confed-Cup stattfindende EM in Polen bekannt. Und auch dort ist ein RB-Stürmer am Ball: Davie Selke zählt zu den Akteuren, die der DFB in Polen in den Kampf um den Titel schickt.

„Das ist ein Sommer mit besonderen Herausforderungen“, sagte Löw bei der Bekanntgabe seines Aufgebots in der DFB-Zentrale. „Wir haben uns für einen Perspektivkader entschieden.“ Ganz bewusst habe man einigen Leistungsträgern eine Pause gegönnt. Dafür sollen insgesamt sechs Neulinge ihre ersten Schritte machen und beim Bundestrainer vorspielen.

Deutschland spielt beim Confed-Cup gegen Kamerun, Chile und Australien

„Wir werden uns ab 4. Juni genauso professionell vorbereiten, wie wir das immer vor den Turnieren wie EM und WM getan habe“, versprach Löw. Das Fehlen zahlreicher deutscher Stars dürfte beim WM-Gastgeber Russland und dem Weltverband FIFA allerdings auf wenig Gegenliebe stoßen.

Löw musste zusammen mit U21-Coach Stefan Kuntz abwägen, welches Talent besser den Confed Cup oder die praktisch zeitgleich vom 16. bis 30. Juni laufende U21-Europameisterschaft spielen sollte. „Die perfekte Lösung gibt es jetzt nicht. Es gibt Spieler, die hätten beiden Mannschaften gut getan“, sagte Löw.

Beim Confed-Cup trifft Deutschland in Gruppe B auf Kamerun, Chile und Australien. In Gruppe A spielen Gastgeber Russland, Europameister Portugal, Mexiko und Neuseeland um zwei Plätze für die Halbfinals. Das Endspiel findet am 2. Juli um 20 Uhr in St. Petersburg statt.

Der deutsche Kader für den Confed-Cup 2017 in Russland

Tor: Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris St. Germain)
Abwehr: Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Jonas Hector (1. FC Köln), Antonio Rüdiger (AS Rom), Benjamin Henrichs (Bayer Leverkusen), Joshua Kimmich (Bayern München), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC Berlin), Niklas Süle (1899 Hoffenheim)
Mittelfeld/Sturm: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Kerim Demirbay (1899 Hoffenheim), Diego Demme (RB Leipzig), Julian Draxler (Paris St. Germain), Leon Goretzka (FC Schalke 04), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), Leroy Sané (Manchester City), Lars Stindl (Bor. Mönchengladbach), Sandro Wagner (1899 Hoffenheim), Timo Werner (RB Leipzig), Amin Younes (Ajax Amsterdam)

Stichwort: Das ist der Confederations Cup

Gruppe A
Samstag, 17. Juni: Russland - Neuseeland (17.00) in St. Petersburg, ARD
Sonntag, 18. Juni: Portugal - Mexiko (17.00) in Kasan
Mittwoch, 21. Juni: Russland - Portugal (17.00) in Moskau, Mexiko - Neuseeland (20.00) in Sotschi
Samstag, 24. Juni: Mexiko - Russland (17.00) in Kasan, Neuseeland - Portugal (17.00) in St. Petersburg

Gruppe B
Sonntag, 18. Juni: Kamerun - Chile (20.00) in Moskau
Montag, 19. Juni: Australien - Deutschland (17.00) in Sotschi, ZDF
Donnerstag, 22. Juni: Kamerun - Australien (17.00) in St. Petersburg, Deutschland - Chile (20.00) in Kasan, ARD
Sonntag, 25. Juni: Deutschland - Kamerun (17.00) in Sotschi, ARD
Chile - Australien (17.00) in Moskau

Halbfinale
Mittwoch, 28. Juni: Sieger Gruppe A - Zweiter Gruppe B (20.00) in Kasan
Donnerstag, 29. Juni: Sieger Gruppe B- Zweiter Gruppe A (20.00) in Sotschi

Spiel um Platz 3
Sonntag, 2. Juli: Verlierer Halbfinale 1 - Verlierer Halbfinale 2 (14.00) in Moskau

Finale
Sonntag, 2. Juli: Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2 (20.00) in St. Petersburg, ZDF

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Der Konföderationen-Pokal bzw. Confederations Cup wird vom Fußball-Weltverband FIFA offiziell seit 1997 ausgetragen. Erster Sieger damals in Saudi-Arabien war Brasilien. Die Idee einer interkontinentalen Meisterschaft für Nationalmannschaften ist allerdings älter. So wurde 1985 und 1993 der Artemio-Franchi-Pokal (benannt nach dem ehemaligen Uefa-Präsidenten) zwischen Europa- und Südamerikameister ausgetragen.

Seit 1978 (bis 2007) gab es zudem acht Duelle um den Afro-Asien-Pokal. Wirklicher Vorläufer des Confed Cup ist jedoch der 1992 und 1995 mit zunächst vier, dann sechs Mannschaften in Saudi-Arabien ausgespielte König-Fahd-Pokal (benannt nach Fahd bin Abdulaziz Al Saud). 1997 wurde das Teilnehmerfeld unter Obhut der Fifa auf acht Mannschaften aufgestockt.

Neben dem Gastgeber und Weltmeister Brasilien waren erstmals alle Kontinentalverbände vertreten, aus Europa nahm nach dem Verzicht von Europameister Deutschland dessen EM-Finalgegener Tschechien teil. Seit 2001 (Südkorea und Japan) dient das Turnier ein Jahr vor der WM-Endrunde als Generalrobe für den jeweiligen Gastgeber, seit 2005 wird es nur noch alle vier Jahre ausgetragen.

Für die deutsche Nationalmannschaft ist der Confed Cup keine Erfolgsgeschichte. 1999 begab sich Teamchef Erich Ribbeck aus sportpolitischen Gründen auf ein „Todeskommando“, wie er den Trip mit seiner zweitklassigen Auswahl nach Mexiko nannte, wo er in der Vorrunde blamabel scheiterte. Beim Heim-Turnier 2005 bot die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zwar zum Teil mitreißenden Fußball, schied aber im Halbfinale aus.

Zwölf Jahre später, vor der dritten Teilnahme, würden die Deutschen das Turnier am liebsten abschaffen. „Ich glaube, dass sich der Wettbewerb überlebt hat“, sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel. Der Sinn, die „Mini-WM“ als Generalprobe für die Endrunde auszutragen, habe sich „erübrigt“. (mz/bbi/sid)