3:2-Sieg gegen Porto

3:2-Sieg gegen Porto: RB Leipzig feiert ersten Sieg in der Champions League

Leipzig - RB Leipzig hat sein drittes Champions-League-Spiel endlich gewonnen. Nach einem 1:1 gegen Monaco und einem 0:2 bei Besiktas Istanbul gewannen die Sachsen gegen den FC Porto mit 3:2.

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 17.10.2017, 20:41
Leipzigs Emil Forsberg freut sich über sein Tor zum 2:1.
Leipzigs Emil Forsberg freut sich über sein Tor zum 2:1. dpa-Zentralbild

RB Leipzig hat sein drittes Champions-League-Spiel endlich gewonnen. Nach einem 1:1 gegen Monaco und einem 0:2 bei Besiktas Istanbul gewannen die Sachsen gegen den FC Porto mit Treffern von Willi Orban (8.), Emil Forsberg (39.) und Jean-Kévin Augustin (41.) 3:2 (3:2). Die Gegentore erzielten Vincent Aboubakar (18.) und Ivan Marcano (44.). RB ist damit zurück im Spiel um die zwei K.o.-Runden-Plätze. Weil Besiktas Monaco 2:1 besiegte, sind die Sachsen Zweiter.

RB Leipzig - FC Porto: Poulsen ersetzte Emil Forsberg und Lukas Klostermann Bernardo

Es war kein Spiel für schwache Nerven. Aber RB-Trainer Ralph Hasenhüttl durfte sich bestätigt fühlen, dass seine Mannschaft momentan jede Rotation und Spiele im Dreitage-Takt verkraften kann. Gegen den Tabellenführer der portugiesischen Liga kreiselte der Österreicher dieses Mal Yussuf Poulsen aus der Startelf, der Däne hatte beim 3:2 in Dortmund noch von Beginn an im Sturm Stellung bezogen. Auch Stefan Ilsanker erwischte es, für den Österreicher kehrte Kapitän Willi Orban zurück. Poulsen ersetzte Emil Forsberg und Lukas Klostermann Bernardo.

Ansonsten war alles aufgestellt wie gegen Dortmund. Also ohne Werner. Der Nationalstürmer ist immer noch Nackenmuskel-malade. Schon gegen Dortmund saß der Nationalspieler im Unterstand, so auch gegen Porto. Von dort aus sah der Nationalstürmer, wie seine Kollegen um den ersten Dreier rangen.

Druck war also da. Doch von Last ist nichts zu spüren gewesen, als die Sachsen anstießen und nach drei Minuten Ballkreiseln das Tor der Portugiesen ins Visier nahmen. Vier Minuten später stand es 1:0. Bruma schoss aus dem Hinterhand, Keeper José Sá, der Stammtorhüter Iker Casillas ersetzte, ließ prallen, Willi Orban staubte ab.

Der Treffer war einen reife Frucht des großen Aufwandes, mit dem die Leipziger das Feld bestellten. Im Takt weniger Minuten rollten die Angriffe auf den unsicheren Sá zu. Bruma hatte das 2:0 auf dem Fuß, sein Schuss wurde geblockt (10.), Jean-Kevin ebenso, sein Schuss strich am kurzen Pfosten vorbei (13.).

Halbzeitpfiff: Hasenhüttl mit düsterer Miene in den Stadiontunnel

Porto konnte kaum atmen, der erste Vorstoß erfolgte nach 18 Minuten. Aber Ach, wie schon schon gegen Monaco flog ein Ball hoch in den Leipziger Strafraum, sprang von zwei Köpfen vor den Fuß von Vincent Aboubakar, der Kameruner vollstreckte kalt.

Das kann schwach machen, so viel Aufwand, und wieder die Ernte verhagelt. Aber die Leipziger sind gerade im Flow. Sieg gegen Köln, Sieg gegen den BVB, die Automatismen greifen wieder. RB machte also einfach weiter wie vor dem Gegentreffer. Und hätte ein Eckball eine Minute vor dem Pausenpfiff nicht schon wieder eine Porto-Stirn getroffen, dieses Mal die von Hector Herrera, der den Fuß von Ivan Marcano zum zweiten Gegentor bediente, RB hätte mit Siegesgewissheit in die Kabine eilen können. Forsberg und Augustin hatten RB mit 3:1 in Front gebracht. Forsberg spielte Doppelpass mit Marcel Sabitzer und schob ins rechte Eck ein (39.), Augustin spitzelte Marcano einen Pingpongball vom Fuß und nahm dieselbe Ecke (41.).  

So aber war es zum Haare raufen. Hasenhüttl lief mit düsterer Miene in den Stadiontunnel. Jetzt war es ein Roulette-Spiel. Auf den vierten Treffer gehen. Oder mauern? RB suchte sein Heil im Angriff. Aber die Beine wurden schwer, es dauerte bis zur 62. Minute, ehe RB seine nächste Torchance bekam. Es war ein Hockkaräter. Augstin schickte Bruma in die Gasse der Viererkette, der Portugiese schoss aus dem Gewühl, sein Schuss aber wurde abgefälscht und sprang die Torlinie entlang, Marcano grätschte den Ball ins Seitenaus.

Zermürbend, aber die Strategie ging auf. Porto fehlte die Luft, um selbst in Tornähe zu gelangen. RB drückte weiter, Porto wurde müde und die Räume größer. Und Räume sind etwas für Werner, der in der 75. Minute Bruma ersetzte, eine Minute später erlöste Poulsen den erschöpften Augustin. Zwei Stürmer also, um Porto weiter auf Distanz zu halten. Als eine Viertelstunde später Schiedsrichter Paolo Tagliavento abpfiff, ballte der Österreicher Hasenhüttl die Fäuste. Es war sich ausgegangen.

Statistik: RB Leipzig – FC Porto 3:2 (3:2)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg – Keita, Kampl – Forsberg (90.+1 Bernardo), Bruma (75. Werner) – Sabitzer, Augustin (76. Poulsen).

FC Porto: José Sa – Layun, Felipe, Marcano, Alex Telles – Danilo Pereira, Herrera (81. Hernani) – Sergio Oliveira (58. Torres), Marega – Aboubakar, Brahimi (76. Corona).

Tor(e): 1:0 Orban (8., Bruma), 1:1 Aboubakar (18., Felipe), 2:1 Forsberg (38., Sabitzer), 3:1 Augustin (41., Forsberg), 3:2 Marcano (44., Herrera); Torchancen: 12:3; Ecken: 7:2; Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (ITA); Gelbe Karten: Orban (47.) / Brahimi (46.), Sérgio Oliveira (55.); Zuschauer: 41.496 in der Red-Bull-Arena Leipzig. (mz)