Nach Überraschungssieg Nach Überraschungssieg: Die Rumpftruppe beweist ihre Qualität

Halle (Saale) - Die Hannover Scorpions mögen in dieser Saison die Oberliga Nord dominierten. Für Ryan Foster, Trainer der Saale Bulls, bleibt aber trotzdem eine andere Eishockey-Mannschaft der ultimative Gradmesser. „Mein Lieblingsgegner ist Tilburg“, sagt der Austro-Kanadier. „Die haben vier starke Reihen, marschieren 60 Minuten und spielen hart auf Körper.“ Umso zufriedener, „sehr, sehr“ um genau zu sein, war Foster mit dem Auftritt seiner Bulls am Sonntag. Mit 4:3 konnten die Hallenser ihren ersten Sieg überhaupt beim niederländischen Spitzenteam einfahren.
Der ziemlich überraschend kam. Zum einen hatten die Bulls am Freitag gegen die Scorpions einen „sehr, sehr schlechten Auftritt“ hingelegt, wie Foster urteilte. 3:6 ging die Partie verloren, Halle war damit noch sehr gut bedient. Dazu reiste das Team mit nur 14 Feldspielern nach Tilburg. Tim May, Lukas Valasek, Eric Wunderlich und Kapitän Kai Schmitz fehlten wegen kleinerer und größerer Blessuren.
Dezimierte Saale Bulls mit starkem Auftritt
Die Rumpftruppe zeigte aber eine starke Reaktion auf den mauen Auftritt vom Freitag. „Ich habe nach dem Spiel gegen Hannover ein paar klare Worte an die Mannschaft gerichtet“, sagt Foster. „Der Kampfgeist der Spieler war dann richtig stark.“ Dazu zeigten sich die Bulls vor dem Tor äußerst effizient. 17 Schüsse genügten für die vier Tore. Tilburg hatte 35 Abschlüsse.
Mit dem Sieg, bereits dem zweiten gegen die Niederländer nach dem 2:1 im Heimspiel Ende Dezember, bauten die Saale Bulls ihre Bilanz aus den Spitzenspielwochen mit je zwei Partien gegen Tilburg, die Hannover Scorpions und einem Duell mit Herne auf zwei Erfolge und drei Pleiten aus. „Mein Ziel waren eigentlich drei Siege“, sagt Foster. „Da hat nicht viel gefehlt.“ Das erste Aufeinandertreffen mit den Scorpions hatten die Bulls erst im Penaltyschießen verloren.
Sind die Saale Bulls ein Top-4-Team?
Insgesamt sieht Foster sein Team mittlerweile auf einem richtig guten Weg. „Mir ist wichtig, dass wir konstant unsere Leistung abrufen. Das gelingt uns immer besser“, sagt der Coach. „So sind wir ein Top-Vier-Team.“ Als solches hatte Scorpions-Trainer Tobias Stolikowski die Bulls bezeichnet.
Weil das Spiel gegen Rostock am Dienstag wegen Coronafällen bei den Piranhas ausfällt, geht es für die Bulls nun am Freitag in Herford weiter. Dann hofft Foster auf die Rückkehr von Schmitz, Wunderlich und Valasek. (mz)