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Mitteldeutscher BC Mitteldeutscher BC: Wölfe nach Niederlage gegen Vechta am Boden

Von Olaf Wolf 22.10.2018, 06:45
Den Weißenfelsern fehlte die Konzentration bei Freiwürfen - hier Lee Moore in Aktion.
Den Weißenfelsern fehlte die Konzentration bei Freiwürfen - hier Lee Moore in Aktion. IMago

Weißenfels - Nach dem nächsten Tiefschlag bemühte David Brembly eine Durchhalteparole. „Die Saison ist noch lang“, sagte der Flügelspieler des MBC am Samstagabend. „Es sind noch viele, viele Basketballspiele zu spielen.“ Vier Spiele sind bisher in der ersten Basketball-Bundesliga absolviert. An und für sich also keine falsche Feststellung.

Nach dem 100:106 gegen Rasta Vechta, der vierten Niederlage im vierten Spiel kommt aber langsam Krisen-Stimmung im Wolfsbau auf. Gerade weil der MBC den Sieg kurz vor Schluss in der eigenen Hand hatte, dann aber fahrlässig wegwarf. „Wir machen die Freiwürfe nicht rein, machen in der Defensive zu viele taktische Fehler, foulen, wenn wir nicht foulen sollten. Dafür muss man dann bezahlen in einer so guten Liga“, musste Brembly nach der Pleite gegen einen Haupt-Konkurrent im Kampf um den Abstiegskampf konstatieren.

Früher Rückstand

Bereits im ersten Abschnitt beeindruckte Vechta in der Stadthalle Weißenfels das Wölfe-Team mit seiner druckvollen Verteidigung, führte nach zehn Minuten mit 23:18. Auch im zweiten Abschnitt blieben die Gäste ihrer Spielstrategie treu und erschwerten den Wölfen den Spielaufbau.

Doch dann begann der MBC selbst, Druck aufzubauen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verkürzten die Gastgeber mit einem krachenden Dunking von Lee Moore auf einen Punkt. Die Niedersachsen antworteten umgehend mit einem Wurf von jenseits der Dreipunkt-Linie, gingen mit einem kleinen Vier-Punkte-Vorsprung mit 40:36 in die Pause.

Im dritten Abschnitt wurde die Partie intensiver und körperlicher. Mit dem Rückhalt der 2 100 Fans im Wolfsbau lieferten sich die Gastgeber mit dem Aufsteiger einen erbitterten Kampf. Dennoch fanden die Niedersachsen auf jede Aktion der Wölfe eine Antwort, gingen mit 59:55 in das letzte Viertel. Gerade T.J. Bray bekam der MBC nie in den Griff. Mit 36 Punkten war er der überragende Spieler der Partie.

Auf Seiten der Wölfe stach vor allem Sergio Kerusch hervor, war mit 21 Punkten bester MBC-Werfer. Auch dank ihres emotionalen Anführers ging der MBC fünf Minuten vor Ende erstmals in Führung. Das 75:74 brachte die Halle zum Toben. Doch Vechta antwortete umgehend, fand erneut einen Weg durch die MBC-Defensive.

Es kam, was nicht kommen sollte. Kurz vor dem regulären Ende des Spiels vergaben die Wölfe eine Vier-Punkte-Führung und damit den schon sicher geglaubten Befreiungsschlag. Sieben Sekunden vor Schluss erzielten die Gäste den Ausgleich zum 86:86, retteten sich damit in die Verlängerung. „Man kann in 30 Sekunden fünf, sechs, sieben Punkte aufholen. Hier ist das Spiel wirklich nicht vorbei, bis man die Sirene hört“, sagte David Brembly über die dramatische Schlussphase.

In der Verlängerung zeigten sich die Gäste abgezockter, nutzten jede Unachtsamkeit der Wölfe, um wieder in Führung zu gehen. Der MBC packte die Brechstange aus, versuchten es zu oft mit Dreier-Würfen und vergeigte dazu noch den einen oder anderen Freiwurf. So ließen die Wölfe letztlich entscheidende Punkte liegen.

Trainer kommt unter Druck

Auch wenn der MBC gegen einen direkten Konkurrenten wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt abgab, bemühte sich Trainer Aleksandar Scepanovic nach dem Spiel um eine positive Sichtweise: „Vechta hatte heute den besseren Spielplan. Es ist sehr hart so zu verlieren, jedoch haben wir heute eine bessere Teamleistung bewiesen als zuvor“, sagte er.

Gleichwohl reichte auch das nicht, um den Pflichtsieg gegen Vechta einzufahren. Von einem richtungsweisenden Spiel hatten die MBC-Verantwortlichen vorher gesprochen. Jetzt ist klar: Die Richtung zeigt nach vier Spielen ohne Sieg klar nach unten. „Natürlich ist man sauer und enttäuscht, wenn man verliert“, erklärte David Brembly dann mit versteinerter Miene. Inzwischen gerät der Coach unter Druck.

Und es wird nicht leichter. Denn nun warten drei Auswärtsspiele in Folge: In Bamberg, Bremerhaven und Braunschweig. Um dort zu bestehen, wird es mehr brauchen, als Durchhalteparolen. (mz)