Was wird aus Trainer und Mannschaft? Mitteldeutscher BC: Beim MBC darf jetzt geplant werden

Weißenfels - Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt? Martin Geissler lacht. Gratulationen darf der Manager des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) eigentlich noch nicht entgegennehmen. „Ich könnte jetzt Phrasen dreschen und sagen, dass wir rechnerisch noch absteigen können, vorsichtig sein müssen, und das stimmt ja auch“, sagt Geissler. Doch er weiß auch: „Nach diesem Sieg sind wir zu 90 Prozent durch.“
Durch den 74:70-Auswärtserfolg bei den Rockets in Erfurt ist dem Aufsteiger aus Weißenfels der Verbleib in der Bundesliga (BBL) kaum mehr zu nehmen. Vier Siege Vorsprung hat der MBC auf den ersten Abstiegsplatz, den die Rockets belegen – und nun auch den direkten Vergleich gewonnen, der bei Punktgleichheit am Saisonende entscheidend sein würde. Bei noch neun verbleibenden Partien darf getrost vorzeitig für eine weitere Saison im deutschen Oberhaus geplant werden. „Dafür“, sagt Geissler, „haben wir in den vergangenen Monaten hart gearbeitet.“
MBC muss jetzt nicht mehr personell nachrüsten
Und nun darf weitergearbeitet werden. Der Erfolg gegen die Rockets verschafft dem MBC wertvolle Planungssicherheit. „Bei einer Niederlage wäre es noch mal richtig eng geworden“, weiß Martin Geissler. Denn der Mitaufsteiger hat das wesentlich leichtere Restprogramm. Die Verantwortlichen des MBC hätten im Fall einer Pleite sogar eine weitere Nachverpflichtung in Betracht gezogen. Bis zum kommenden Sonntag bleibt dafür noch Zeit. „Das wäre definitiv eine ernsthafte Option gewesen“, sagt der Manager. Doch: „Durch den Sieg und vor allem auch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in Erfurt präsentiert hat, ist das jetzt vom Tisch.“
Stattdessen können die Kaderplanungen für die kommende Spielzeit voranschreiten. „Wir können jetzt die Gespräche mit den Spielern intensivieren, werden mit allen in den nächsten Wochen sprechen“, sagt Geissler. „Unsere Tabellensituation macht das einfacher.“ Und die BBL zählt zu den attraktivsten Ligen in Europa. Diese Perspektive zieht.
Lamont Jones hat sich beim MBC in der Vordergrund gespielt
Doch Leistungsträger des diesjährigen Aufgebots zu halten, dürfte zur Herkulesaufgabe werden. Lamont Jones zum Beispiel kam im vergangenen Sommer aus Montenegro. „Damals hatte ihn wohl kaum jemand auf dem Schirm“, sagt Geissler. Mittlerweile zählt der 27 Jahre alte US-Amerikaner mit 16,7 Zählern im Schnitt zu den besten Punktesammlern der BBL.
„Es ist beim MBC ganz normal, dass Spieler, die bei uns überzeugen, schnell deutlich bessere Angebote erhalten“, sagt Geissler, „aber wir haben in der Vergangenheit bereits gesehen, dass es für solche Jungs auch sinnvoll sein kann, sich bei uns weiterzuentwickeln.“ Das Paradebeispiel heißt: Frantz Massenat.
Der inzwischen 26 Jahre alte Aufbauspieler aus den USA verlängerte seinen Kontrakt 2015 trotz starker Debütsaison um ein weiteres Jahr. Eine zweite noch bessere Spielzeit bescherte ihm schließlich einen gut dotierten und langfristigen Vertrag beim Topteam aus Oldenburg.
MBC: Trainer Igor Jovovic hat eine Zukunft in Weißenfels
Für die Bosse des MBC gilt es in den kommenden Wochen und Monaten, erneut eine in der BBL wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenzustellen. Igor Jovovic wird federführend an diesen Planungen beteiligt sein. Denn: Der Vertrag des Cheftrainers läuft aktuell zwar am Saisonende aus – doch im sich anbahnenden Fall des Klassenerhalts verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr.
„Wir sind absolut von ihm überzeugt, Igor ist ein hervorragender Coach“, sagt Manager Geissler. „Wir sehen bei ihm die volle Identifikation mit der Aufgabe hier beim MBC.“
Die Aufgabe heißt: die Zukunft in der der BBL sichern. So wird es auch in der kommenden Saison sein. Bis zum 16. April muss der MBC die Lizenzunterlagen für die Bundesliga einreichen. Ein Mindestetat von zwei Millionen Euro wird für die Saison 2018/2019 von den Weißenfelsern gefordert. Martin Geissler meint: „Perspektivisch wird sich unser Etat bei drei Millionen Euro bewegen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Planungssicherheit ist da auch im Gespräch mit Sponsoren ein starkes Argument.
(mz)