Vom Potential überzeugt

Trotz schwacher Saison: Saale Bulls holen Verteidiger Pascal Grosse

Von Fabian Wölfling
Pascal Große, hier 2019 im Trikot der Nürnberg Ice Tigers.
Pascal Große, hier 2019 im Trikot der Nürnberg Ice Tigers. (Foto: imago images / Zink)

Halle (Saale) - Die Vita des neusten Zugangs der Saale Bulls liest sich eigentlich überaus ansprechend. Wenn da nicht diese vergangene Saison wäre. 33 Spiele, Playoffs eingerechnet, hat Pascal Grosse da nur für die Hannover Scorpions in der Eishockey-Oberliga gemacht. Ein Tor, sechs Vorlagen. Eine zentrale Rolle beim Nordmeister hatte der gebürtige Düsseldorfer nicht inne.

Davor aber: 18 Spiele für die Nürnberg Ice Tigers in der DEL, der höchsten deutschen Eishockey-Liga. 62 Einsätze in der DEL2 für Bietigheim und Bayreuth. Das alles mit gerade einmal 22 Jahren. „Er ist ein junger Spieler, top-ausgebildet. Wenn du zwei Jahre bei Nürnberg unter Vertrag stehst, heißt das ja was“, sagt Kai Schmitz, Sportchef des halleschen Oberligisten, daher über den Zugang der Bulls. „In Hannover hatte er jetzt einfach ein unglückliches Jahr.“

Pascal Grosse war zweimal in Corona-Quarantäne

Schmitz hat sich schlau gemacht, was da für Grosse in Hannover genau unrund gelaufen ist. „Er hatte ziemliches Pech, musste zweimal in Quarantäne“, erzählt der 36-jähriger Kaderplaner. „Das erste Mal gleich am Anfang, als er neu im Team war. Daher hat er nicht richtig Fuß gefasst.“

Schmitz ist überzeugt, dass Grosse in Halle einen erfolgreichen zweiten Anlauf in der Oberliga nehmen wird: „Er braucht Spielpraxis. Dann traue ich ihm absolut zu, dass er bei uns ein Top-Vier-Verteidiger sein kann“, sagt er.

Mit Grosse stehen nun sechs Verteidiger bei den Saale Bulls unter Vertrag. Routinier Eric Wunderlich hatte um Auflösung seines Kontrakts gebeten. Dadurch fehlt zur Zielgröße eigentlich noch ein hochkarätiger Verteidiger. Mit sieben Abwehrspielern wollen die Bulls eigentlich in die Saison gehen.

Saale Bulls suchen noch einen Top-Verteidiger: Der Markt ist umkämpft

Die Suche nach einem Ersatz für Leon Fern, der zu den Dresdner Eislöwen in die DEL2 gewechselt ist, gestaltet sich aber schwierig. „Der Markt für deutscher Verteidiger ist so umkämpft wie nie“, berichtet Schmitz. Mehrere Kandidaten seien trotz besseren finanziellen Angebots aus Halle in die DEL2 gewechselt.

Daher werden die Bulls erstmal mit sechs Verteidigern in die Vorbereitung starten. „Im September und Oktober kommt erfahrungsgemäß noch einmal Bewegung in den Markt“, sagt Schmitz. „Dann schlagen wir zu. Das Geld ist da, aber wir brauchen eine echte Verstärkung, nicht irgendeinen Verteidiger, der die Reihen vollmacht.“ Das, sagt Schmitz mit einem Augenzwinkern, sei gerade wie beim Halleschen FC.