Saale-Bulls-Kapitän geht Risiko ein

Kai Schmitz: Schnell zurück aufs Eis anstatt unters Messer

Von Christopher Kitsche 17.09.2021, 09:11 • Aktualisiert: 17.09.2021, 09:21
Kapitän Kai Schmitz will nach seiner schweren Gesichsverletzung so wenig Trainingszeit wie möglich verpassen.
Kapitän Kai Schmitz will nach seiner schweren Gesichsverletzung so wenig Trainingszeit wie möglich verpassen. (Foto: Holger John)

Halle (Saale)/MZ - Im Derby soll es gesitteter zugehen. „Ich habe nicht vor, dass es wieder so ausartet“, verspricht Kai Schmitz, Sportdirektor bei Eishockey-Oberligist Saale Bulls, vor dem Heimspiel am Freitag (20 Uhr) im Nordost-Pokal gegen die Exa Icefighters Leipzig.

Der 36-Jährige, der auch als Verteidiger für den MEC aufläuft, spielt damit auf das Testspiel seiner Mannschaft Ende August zur Saisoneröffnung gegen den Krefelder EV (2:0) an.

In dem eskalierte eine Rudelbildung im zweiten Drittel: Schmitz geriet mit einem gegnerischen Spieler aneinander, zog sich bei der Prügelei eine Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch und einen Stirnhöhlenbruch zu.

„Ein junger Spieler der Krefelder hat nach Abpfiff unseren Stürmer Tatu Vihavainen attackiert. Ich habe ihm dann gesagt, dass er das einfach sein lassen soll“, verteidigt Schmitz seine Aktion. Auch wenn Schmitz bewusst ist, dass er seinen Spitznamen „Hooligan“ in seiner letzten Saison wohl kaum noch los wird - in Zukunft wolle er sich möglichst mehr „raushalten“. Das ist angesichts der schweren Verletzungen auch zwingend notwendig.

Saale Bulls: Kai Schmitz lehnt Gesichts-OP ab

Eine Operation lehnte Schmitz ab, die Gefahr, dass die Gesichtsbrüche in der Saison zum Problem werden könnten, ist da. „Ich wage zu bezweifeln, dass ich da immer den cleversten Weg gehe. Aber ich will nun einmal spielen. Ich hasse es schon, wenn ich ein Teamtraining verpasse“, so der Sportdirektor.

Deshalb war er nach den Schlägen des Krefelders auch schnell wieder zurück auf dem Eis. „Ich habe den Doc gefragt, ob Lebensgefahr besteht“, sagt Schmitz mit einem Augenzwinkern. Als der verneinte, stand dem schnellen Comeback gegen die Lausitzer Füchse (4:7) nichts mehr im Wege.

Ausgerechnet im Derby wird Schmitz nun aber doch ausfallen, jedoch nicht wegen seinen Gesichtsverletzungen. Er sowie die Spieler Dennis Gulda, Sergej Stas, Patrick Schmid, Roman Pfennings und Tatu Vihavainen wurden am Dienstag gegen das Corona-Virus geimpft. Beim Sportdirektor und seinen Teamkollegen setzten Nachwirkungen ein, alle sechs können gegen Leipzig nicht spielen. Goalie Jakob Urbisch fehlt aufgrund einer Trainingsverletzung.

Saale Bulls wollen Derby-Sieg gegen Leipzig: „Verlieren wir, ist direkt Unruhe da“

Trotz der Ausfälle soll im Derby ein Sieg her. „Es macht die ganze Sache nicht gerade einfacher. In einem solchen Duell ist das Ziel aber immer klar, zu gewinnen.“ Und schon in der letzten Saison habe das Team ja bewiesen, dass es auch mit kleinem Kader zum Erfolg kommen kann.

„Verlieren wir, ist vor Saisonbeginn direkt Unruhe da. Eine Niederlage ist deshalb verboten, darüber ist sich bei uns auch jeder im Klaren“, so Schmitz. Generell sieht er nach der Vorbereitung noch Luft nach oben. „Die neuen Spieler müssen sich noch an das System gewöhnen, wer mit wem harmoniert, das wird sich im Training und den Spielen noch mehr herausstellen.“ Dass man nach der langen Pause aber weitestgehend wieder bei Null anfangen müsse, das ist aber jedes Jahr so.