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Investition in Sportverein Investition in Sportverein: Landesgeld für Neugestaltung

Von Harald Boltze 01.08.2018, 07:51
Innenminister Holger Stahlknecht (r.) übergibt den Fördermittelbescheid.
Innenminister Holger Stahlknecht (r.) übergibt den Fördermittelbescheid. Biel

Possenhain/Naumburg - Im Profi-Fußball geht es knallhart nach Erfolg. Wer Champions League spielt, hat deutlich mehr Einnahmen als derjenige, der nur im Tabellenmittelfeld oder gar in der zweiten Liga herumkrebst. Die Politik mischt sich da für gewöhnlich nicht ein.

Anders sieht es im Amateursport aus. Dieser soll möglichst breitenwirksam und nicht nur abhängig von der Ligazugehörigkeit gefördert werden. Das ist auch ein Grund, warum am Montagabend „großer Bahnhof“ in Possenhain herrschte. Dort ist der SV Germania 99 Schönburg/Possenhain, dessen Fußballer in der Kreisklasse, also der niedrigsten Liga kicken, zu Hause. Doch wer weiß, vielleicht geht es ja nun bergauf mit der Mannschaft, kann sie doch schon bald auch in der dunkleren Jahreszeit ordentlich trainieren. Eine neue Flutlichtanlage, die einzige weit und breit mit LED-Technik wird errichtet. 32 000 Euro wird sie kosten. Geld, das die Germania nicht so einfach locker hat. Umso größer war die Freude darüber, dass der am Montag gastierende Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) einen Fördermittelbescheid über 19000 Euro im Gepäck hatte. Mit weiteren Fördermitteln des Landkreises sowie der Unterstützung des Kreissportbundes kann der kleine Verein die Finanzierung nun stemmen und sogar mutig in die Zukunft schauen. Denn im nächsten Jahr ist die energetische Sanierung des Daches der Umkleidekabinen geplant.

Ein solch schneller Baufortschritt ist im Naumburger Stadion an der Saalestraße hingegen nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Der SC Naumburg und viele interessierte Beobachter würden sich wünschen, dass dort nach jahrelangem Investitionsstau überhaupt einmal etwas passieren würde - ein Kunstrasenplatz etwa, vielleicht eine Tartanbahn, dazu als Ersatz für die alte Baracke ein neues Gebäude für Umkleiden und Sanitäranlagen.

Für all das gibt es nun einen Hoffnungsschimmer. Denn Minister Stahlknecht sieht sich „im Wort“, was den SC Naumburg angeht, wie er gegenüber Tageblatt/MZ am Montag verriet.

Hintergrund: Vor einigen Jahren hatte Stahlknecht eine Förderung des Naumburger Fußballs an eine Fusion der Vereine NBC 1920 und Naumburg 05 geknüpft. „Diese ist nun erfolgreich geschehen“, stellte Stahlknecht zufrieden fest. Man habe ihm erzählt, die gewünschten baulichen Veränderungen hätten ein Volumen von rund drei Millionen Euro. „Theoretisch möglich wäre eine Landesförderung von 50 Prozent, also 1,5 Millionen Euro. Wenn die Stadt Naumburg den restlichen Eigenanteil stemmen könnte, wäre es sehr wünschenswert, wenn wir das Projekt in den Jahren 2020/21 auf den Weg bringen könnten“, so der Minister.

Daniel Sturm, Landtagsabgeordneter sowie Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, der am Montag mit dem Innenminister unterwegs war, sicherte die Unterstützung seiner Fraktion mit Blick auf die Haushaltsmittel zu. Außerdem zeigte er sich optimistisch, dass bald ein Weg gefunden wird, wie die derzeit angespannte Situation zwischen dem SC Naumburg und dem Trägerverein des Stadions (wir berichteten) gelöst werden kann.

Auch das Naumburger Stadion an der Saalestraße wartet auf Investitionen.
Auch das Naumburger Stadion an der Saalestraße wartet auf Investitionen.
Biel