Handball-Oberliga Handball-Oberliga : HCB-Kapitän auf Abschiedsfahrt

Naumburg - Wie gut Reserveteams von Handball-Zweitligisten sein können, hat in der vergangenen Saison der HC Elbflorenz Dresden bewiesen. Die Männer aus der sächsischen Landeshauptstadt wurden Meister der Mitteldeutschen Oberliga und stiegen später dank der Auswärtstorregel, die am Ende für sie sprach, nach den beiden Relegationsspielen in die 3. Liga auf.
In der am Sonnabend beginnenden neuen Saison ist in der „Mitteldeutschen“ erneut eine Zweitliga-Reserve vertreten, und diese wird der Auftaktgegner des HC Burgenland sein: Neuling EHV Aue II. Anwurf ist ausnahmsweise erst um 20 Uhr im Naumburger „Euroville“, wo der HCB alle Heimspiele der Serie 2019/20 austragen wird (Tageblatt/MZ berichtete).
Das sogenannte Juniorteam der Auer hat sich mit einem Kurztrainingslager am vergangenen Wochenende in Altenburg, der Teilnahme am dortigen Wenzel-Cup, wo es den zweiten Platz hinter den Adlern aus Regensburg belegte, und einem Testspielsieg am Dienstag gegen den HC Glauchau/Meerane für den Saisonstart fit gemacht.
„Aue ist natürlich wie eine kleine Wundertüte, weil man nie genau weiß, mit welchen Akteuren aus der Profimannschaft sie sich verstärken können. Aber sie haben zum Beispiel mit Jonas Leubner vom Drittligisten LVB Leipzig, der ab sofort SC DHfK II heißen wird, einen starken Rückraumspieler geholt, der damit in seine Heimat zurückkehrt“, weiß HCB-Trainer Steffen Baumgart. Mit Jan Faith stellt sich neben Marcel Schäfer ein weiterer ehemaliger Zweitliga-Handballer in den Dienst der jungen ESV-Vertretung. Von Oberliga-Absteiger Zwickauer HC Grubenlampe ist der 20-jährige Linkshänder Vojta Kozubik zum Sachsenmeister nach Aue gewechselt, der den Titel mit 33:7 Punkten vor Glauchau/Meerane und Koweg Görlitz geholt hat.
Die gastgebenden Burgenländer gehen als Mitfavorit auf den Titel in die Saison. Der Aufstieg in die 3. Liga ist das erklärte Ziel des Baumgart-Teams, das sich mit dem erfahrenen Torwart Andreas Nositschka (LVB Leipzig) sowie Florian Pfeiffer und Tom Hanner vom Zweitliga-Absteiger Dessau-Roßlauer HV klug verstärkt hat. „Unser 15-Mann-Kader hat gute Chancen, Mitteldeutscher Meister zu werden“, sagt auch HCB-Präsident Uwe Gering, der im Hintergrund die Fäden zieht, um sich und seinem Verein den großen Traum von der 3. Liga zu erfüllen. Vor allem in finanzieller Hinsicht ist da noch eine Menge zu leisten, aber Gering sieht sich und seine Mitstreiter auf einem guten Weg. „Wir konnten in den vergangenen Wochen und Monaten weitere Förderer gewinnen und damit unseren Etat jetzt schon um knapp 15 Prozent erhöhen“, so der Clubchef.
Apropos Aufstieg. Den nähme auch Kapitän Ants Benecke natürlich sehr gern mit. Allerdings: In die 3. Liga würde der Linksaußen, der auch auf der Spielmacherposition eingesetzt werden kann, nicht mitgehen. „Ich habe für mich entschieden, dass es meine letzte Saison - zumindest in der ersten Mannschaft - werden wird“, sagt Benecke. „Ich werde im nächsten Jahr 34, will mich mehr um meine Familie kümmern, und auch an unserem Haus ist noch eine Menge zu tun.“ Einen besseren Abschluss als den Titelgewinn könne es nicht geben, und er werde alles tun, dieses große Ziel zu erreichen. „Ich fühle mich zwar fit, aber ich muss in meinem fortgeschrittenen Alter nicht noch eine schwerere Verletzung riskieren“, so der langjährige HCB-Kapitän.
In der Saisonvorbereitung hatte sich Benecke den kleinen Zeh seines rechten Fußes gebrochen - nicht im Training oder in einem Testspiel, sondern zu Hause, wo bekanntlich die meisten Unfälle passieren. „Es klappt aber wieder ganz gut“, sagt der Routinier, der sich für das Auftaktspiel gegen Aue gerüstet sieht.