Handball-Oberliga Handball-Oberliga : Aufstieg plötzlich passé

Plotha/Naumburg - Es klingt so einfach: Der Spitzenreiter empfängt das Tabellenschlusslicht. Da ist doch ein Heimsieg so gut wie sicher. Oder? Von der Papierform her scheint der Erfolg der Oberliga-Frauen des HC Burgenland gegen die Reserve des BSV Sachsen Zwickau jedenfalls reine Formsache zu sein. Es wäre der letzte noch fehlende Sieg zum doppelten Triumph - Gewinn der Meisterschaft und Aufstieg in die 3. Liga - für die Schützlinge von Trainer Steffen Baumgart.
Teaminterne Entscheidung
So weit, so gut. Doch plötzlich ist das Thema Aufstieg im HCB-Lager vom Tisch. Diese Nachricht kommt einigermaßen überraschend, hatte doch Vereinspräsident Uwe Gering angekündigt, die finanzielle Mehrbelastung in der 3. Liga würde sich im Rahmen halten und er würde den Aufstieg sehr begrüßen. Nun muss Gering zurückrudern, weil ein Teil der Mannschaft nicht nach oben will. „Wir hatten noch einmal alle Mitglieder des Teams befragt, und nach Ostern haben wir die Sache nun ausgewertet“, berichtet der Clubchef. „Und da waren auf einmal nur noch vier Feldspielerinnen sowie drei Torhüterinnen für die 3. Liga.“ Dadurch hätte der HCB zu viele Spielerinnen neu verpflichten müssen, und das wäre dann doch zu teuer geworden, meinte Gering.
Im Klartext bedeutet dies: Die erfahrenen Jurate Kiskyte und Vivien Walzel verlassen den Club nach der Saison, und die drittligaerfahrene Marie Knappe kehrt nach der Geburt ihres Kindes doch nicht zurück, während die Verträge von Carolin Konrad und Charlotte Wojna ohnehin nicht verlängert werden sollten.
„Ich bin schon sehr enttäuscht, denn gern wollte ich der Region die 3. Liga anbieten“, sagt Uwe Gering. Man wolle in der kommenden Saison jedoch einen neuen Aufstiegs-Anlauf starten, dann eventuell mit noch mehr jungen, ehrgeizigen Spielerinnen. Und der neu verpflichtete Trainer Robert Flämmich werde als Nachfolger von Steffen Baumgart, der die HCB-Männer übernehmen wird (Tageblatt/MZ berichtete), trotz des nicht genutzten Aufstiegsrechts zu den Burgenländern wechseln. Zur kommenden Saison wird die Mitteldeutsche Oberliga auf zehn, im darauffolgenden Spieljahr dann auf acht Teams reduziert.
Die Meisterfeier soll übrigens am Sonntag wie geplant in Plotha stattfinden. Anwurf gegen Sachsen Zwickau II ist um 16 Uhr.
Ohne Dober gegen Freiberg
Auch die HCB-Männer bestreiten ihr vorletztes Heimspiel in dieser Oberliga-Saison. Zu Gast in der Naumburger Seminarstraße wird am Sonnabend ab 19 Uhr die auf Platz acht liegende HSG Freiberg sein. Die Gastgeber wollen ihren sechsten Rang behaupten, schielen aber auch noch ein wenig nach oben. Concordia Delitzsch (4.), wo die Burgenländer am vergangenen Sonnabend ein Remis erreichten, hat noch ein schweres Restprogramm vor sich. Vielleicht sind die drei Punkte, die beide Teams zurzeit trennen, ja noch irgendwie aufzuholen.
HCB-Trainerin Ines Seidler will die unglückliche 34:35-Hinspielniederlage in Freiberg vergessen machen, muss bei diesem Vorhaben jedoch auf Kenny Dober verzichten. Dober, der zwar aktuell „nur“ auf Rang sechs der Torjägerliste liegt, weil er lediglich 15 Partien bestritten hat - acht weniger als die Nummer eins, Torsten Schneider (Pirna/Heidenau) -, aber mit 7,87 Treffern pro Spiel der effizienteste Werfer der Liga ist , fällt wegen anhaltender Leistenbeschwerden aus. Dafür werde, so Seidler, Maximilian Fuchs wieder spielen können und Jakob Aumann aus der zweiten Mannschaft eine erneute Einsatzchance erhalten.