Verrücktes 3:3 gegen Meppen

Verrücktes 3:3 gegen Meppen: HFC verspielt den Sieg, aber nicht Rang eins

Halle (Saale) - Der Hallesche FC hat die Tabellenführung in der dritten Fußball-Liga verteidigt, aber zwei Punkte zu wenig eingefahren. Vor 8323 Zuschauern kam der HFC trotz 50-minütiger Überzahl gegen Meppen nicht über ein 3:3 (2:2) hinaus. Vor allem im ersten Durchgang bot sich den Fans ein ereignisreiches ...

Von Christoph Lesk 26.10.2019, 15:58
Terrence Boyd behauptet den Ball im Strafraum.
Terrence Boyd behauptet den Ball im Strafraum. Holger John / VIADATA Photo

Der Hallesche FC hat die Tabellenführung in der dritten Fußball-Liga verteidigt, aber zwei Punkte zu wenig eingefahren. Vor 8323 Zuschauern kam der HFC trotz 50-minütiger Überzahl gegen Meppen nicht über ein 3:3 (2:2) hinaus. Vor allem im ersten Durchgang bot sich den Fans ein ereignisreiches Spiel.

HFC-Trainer Torsten Ziegner sah nach dem 4:0-Erfolg in Mannheim keinen Grund, etwas zu ändern und vertraute auch gegen Meppen der Elf vom Auswärtssieg. Auf Seiten der Gäste spielte mit Hilal El-Helwe ein alter Bekannter. Der Offensivspieler schnürte von 2016 bis 2018 die Schuhe für die Rot-Weißen.

HFC startet gegen Meppen furios

Die durch ihr Sondertrikot in schwarz gekleideten Hallenser kamen gut in die Partie und konnten von Beginn an Druck aufbauen. Und nach acht Minuten war sie da, die groe Chance zur Führung. Terrence Boyd setzte sich im Strafraum durch und legte den Ball wenige Meter vor dem Tor quer zum völlig freistehenden Julian Guttau. Das Talent nahm den Ball jedoch erst noch an, sodass sein Abschluss von einem Meppener Verteidiger noch über das Tor gelenkt werden konnte.

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Auch bei der anschließenden Ecke war der Ball gefühlt schon im Kasten der Gäste, doch Boyd verfehlte das Ziel mit seinem Kopfball nur knapp. Das 1:0 für den HFC wäre bereits so früh im Spiel verdient gewesen.

Das dachte sich auch die Mannschaft und belohnte sich: Wieder wurde Boyd geschickt, der chippte den Ball quer durch den Sechzehner zu Pascal Sohm, der dankend einnickte (12.). Es war bis dahin ein richtig starker Auftritt der Hausherren. Die sich nur sieben Minuten später erneut eiskalt zeigten und auf 2:0 erhöhten.

Nach dem 1:2 schwimmt die HFC-Defensive mächtig

Bei einem Befreiungsschlag von Antonios Papadopoulos stand Boyd nicht im Abseits. Der Knipser legte sich den Ball auf herauseilenden Meppener Torwart Erik Domaschke vorbei und legte den Ball kurz vor der Torauslinie mit dem rechten Außenrist in die Maschen.

Doch komplett zurücklehnen durfte sich die Ziegner-Elf noch nicht. Nach einem Konter der Gäste kam Rene Guder an den Ball und verlangte HFC-Keeper Kai Eisele alles ab. Der machte sich richtig lang und konnte den Abschluss ins lange Eck aus 16 Metern parieren. Zwei Zeigerumdrehungen später war er jedoch machtlos. Nach einer Flanke stand Papadopoulos viel zu weit von Deniz Undav weg. Der Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und erzielte den Anschluss (30.).

Plötzlich schwamm der HFC, doch Patrick Göbel und Eisele konnten nur wenige Sekunden später das 2:2 verhindern. Doch vom plötzlichen Schwächeanfall konnte sich die Ziegner-Elf nicht erholen. Erneut war es Undav, der zum 2:2 traf, nachdem die HFC-Defensive nicht in der Lage war, den Ball zu klären (36.). Zuvor war der Spitzenreiter nach dem ersten Gegentreffer kaum noch über die Mittellinie gekommen und ließ die Dominanz aus den ersten 25 Minuten komplett vermissen.

HFC nach Roter Karte gegen Meppens Torwart in Überzahl

Das Entsetzen war spürbar, doch der Hoffnungsschimmer sollte schnell zurückkommen. Wieder agierte der HFC mit einem langen Ball auf Boyd, wieder kam der Stürmer an die Kugel und bugsierte diese an die Hand des herauslaufenden Domaschke. Der befand sich jedoch außerhalb des Strafraums und sah dafür von Schiedsrichter Patrick Ittrich die rote Karte. Meppen war ab diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt und Halle wieder im Vorteil (42.). Es stand also eine spannende zweiten Halbzeit an.

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Torsten Ziegner reagierte auf die Geschehnisse der letzten Minuten des ersten Durchgangs und brachte Jan Washausen (für Jannes Vollert) und Felix Drinkuth (für Sohm) in die Partie. Das erste Ausrufezeichen setzte erneut Boyd, dessen Schuss der nach Domaschkes Platzverweise eingewechselte Matthis Harsman, der dritten Torwart bei den Meppenern, parieren konnte (50.).

Halle blieb in der Folge am Drücker, spielte die Überzahl aus – und kam zur erneuten Führung! Nach Ablage von Boyd zog Guttau ab. Sein Schuss aus 25 Metern wurde noch leicht abgefälscht und senkte sich hinter Harsmann zum 3:2 ins Netz (58.). In der Folge kamen die Gäste seltener an den Ball, konnten auch kaum für Gefahr sorgen.

Julian Guttaus Traumtor reicht nicht für drei Punkte

Der HFC hatte das Geschehen im Griff, verpasste es jedoch, die sich bietenden Räume auszunutzen und den Vorsprung etwas beruhigender zu gestalten. Dass es dieses Tor gebraucht hätte, zeigte sich nach 74 Minuten. Niklas Landgraf foulte Marius Kleinsorge im Strafraum, Ittrich zeigte auf den Punkt: Hassan Amin schnappte sich den Ball, verlud Eisele und traf zum Ausgleich. Ziegner brachte mit Angreifer Matthias Fetsch seine letzte Option. Für ihn musste Landgraf das Feld verlassen (77.).

Doch die große Dominanz blieb aus, stattdessen strahlte Meppen bei Kontern mehr Gefahr aus, da der HFC mittlerweile in einer Dreierkette agierte und auf Sieg spielte. Lediglich ein Zufallsprodukt von Drinkuth nach 86 Minuten sorgte für Gefahr, als seine verunglückte Flanke auf der Latte landete. Bei der Rettungsaktion verletzte sich Meppens Schlussmann, konnte aber nach kurzer Behandlung weiterspielen. Glück für Meppen, die bereits drei Mal gewechselt hatten.

Doch auch in den vier Minuten Nachspielzeit passierte - abgesehen von einem Guttau-Abschluss - nichts mehr. So blieb es beim 3:3. Zu wenig für den HFC nach einem starken Anfang und einer danach enttäuschenden Leistung.

Statistik: Hallescher FC - SV Meppen 3:3 (2:2)

HFC: Eisele - Vollert (46. Washausen), Papadopoulos, Landgraf (78. Fetsch) - Göbel,  Bahn, Jopek, Guttau - Nietfeld - Boyd, Sohm (46. Drinkuth)
SVM: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin - Egerer, Leugers - El-Helwe, Evseev (43. Harsmann), Guder (54. Kleinsorge) - Undav (80. Osée)
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)
Zuschauer: 8321
Tore: 1:0 Sohm (13.), 2:0 Boyd (20.), 2:1 Undav (31.), 2:2 Puttkammer (37.), 3:2 Guttau (59.), 3:3 Amin (75./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Bahn (3), Eisele (2) / Evseev (3), Leugers (1), Guder (3)
Rote Karte: Domaschke (42./Handspiel)

(mz)