Ex-HFC-Trainer

Torsten Ziegner legt in Würzburg los: „Warten hat sich gelohnt“

Torsten Ziegner, hier noch auf der HFC-Trainerbank, übernimmt die Würzburger Kickers zur neuen Drittliga-Saison.
Torsten Ziegner, hier noch auf der HFC-Trainerbank, übernimmt die Würzburger Kickers zur neuen Drittliga-Saison. (Foto: imago/Jan Huebner)

Würzburg - Torsten Ziegner ist zurück in der 3. Liga. Nach seiner Entlassung beim Halleschen FC Ende Februar 2020 wurde den 43-Jährige am Montag als Trainer bei den Würzburger Kickers vorgestellt. Ziegners Vertrag in Halle war ausgelaufen, nun soll er den Zweitliga-Absteiger wieder zu Erfolgen führen.

„Ich freue mich auf den Neustart für uns alle“, sagte Ziegner auf einer Pressekonferenz. Er selbst und seine Spieler, zu denen er im Urlaub bereits Kontakt hatte, können den Auftakt kaum erwarten: „Es warten viele spannende Aufgaben auf uns!“ Ziel sei es, die Abstiegssaion der Kickers schnell vergessen zu machen. Ziegner geht seinen neuen Job voller Euphorie an: „Wir wollen Fußball spielen, der begeistert. Die Leute sollen gerne ins Stadion kommen. Und jeder, der für den Verein arbeitet oder Fan ist, soll stolz sein können.“

Um den Erfolg zurück nach Würzburg zu bringen, hat der Coach bereits einen klaren Plan. Er will die „Tugenden, die die Kickers immer ausgemacht haben, wieder aufleben lassen. Konkret setzt er dabei auf das Kollektic: „Teamplayer war immer das große Thema für mich und so wird es hier auch sein. Formell bin ich zwar der Chef, aber ich sehe alle meine Mitarbeiter als Partner.“

Torsten Ziegner sieht sich in Würzburg als Teamplayer

Würzburgs Sportvorstand Sebastian Schuppan hatte Kontekt zu Ziegner aufgenommen und schnell gemerkt, dass die Chemie passt: „Ich war früh von Torsten Ziegner überzeugt, er hat dann auch die anderen Entscheider hier im Verein schnell überzeugt.“ Die Ideen und Ziele haben sich gedeckt, Ziegner dabei auch als Typ begeistert: „Wir haben seine energie und seine Anpackermentalität gleich gespürt.“

Schuppan, bis 2020 selber aktiver Profi, kennt Ziegners Teams noch aus eigener Erfahrung. „Keiner hat gerne gegen Halle gespielt, das war ein sehr unangenehmer Gegner, als er noch Trainer war. Das hat mir als aktiver Spieler imponiert.“ Das machte die Trainerwahl leichter für die Kickers, die sich nach dem Abstieg von Interimscoach Ralf Santelli getrennt hatten.

Angesprochen auf seine vorherigen Trainerstationen in der 3. Liga, sagte Ziegner: „Ich finde nicht, dass Zwickau und Halle größere Klubs sind als Würzburg. Sportlich waren die Kickers in den letzten deutlich erfolgreicher.“ Und eine kleine Spitze Richtung Osten konnte er sich dann doch nicht verkneifen: „FSV und HFC haben die zweite Liga in den letzten Jahren nur im Fernsehen gesehen.“

Torsten Ziegner über Aus beim HFC: „Aufdiktierte Freistellung“

Seit seiner Freistellung in Halle war Ziegner ein Trainer im Wartestand. „Am Anfang war ich echt froh, mal durchschnaufen zu können. Ich habe es auch genossen, mal sehr viel Zeit für meine Familie zu haben - das ist in dem Geschäft oft nicht der Fall“, verriet der 43-Jährige: „Aber nach einer Weile war mein Akku wieder aufgeladen und ich habe zuhause schon mit den Füßen gescharrt.“

Ziegner hatte andere Anfragen, bewies aber Geduld: „Für mich war wichtig, dass ich nach meiner Zeit in Halle voll hinter dem neuen Job stehe und dafür brenne. Das Gefühl hatte ich bei den Kickers zum ersten Mal. Und mit Würzburg hat sich das Warten gelohnt.“

Gerne hätte Ziegner seine Zwangspause produktiver genutzt, doch machte ihm die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung: „Ich hätte die freie Zeit, die mir durch meine Freistellung aufdiktiert wurde, gerne zum Hospitieren genutzt, um anderen Kollegen über die Schulter zu schauen.“ Das will er nun in einer Länderspielpause nachholen.

Torsten Ziegner trainiert Kickers: Familie bleibt in Jena

Ziegner wird beruflich nach Würzburg pendeln, Frau und Kinder bleiben in Jena wohnen. So war es auch schon während seiner Zeit in Halle. „Ich bin froh, dass meine Familie so hinter mir steht und wir es unproblematisch lösen können“, sagte der Thrüringer.

Eine Prognose zur neuen Drittliga-Saison ließ sich Ziegner nicht entlocken. „Unser Kader ist noch nicht fertig und der von anderen Teams auch nicht“, sagte der Trainer mit Blick auf die Konkurrenz. Auf „alte Bekannte“ aus seiner Halle-Zeit trifft Ziegner in seinem aktuellen Kader nicht, es steht kein Ex-HFC-Profi unter Vertrag. Was sich aber noch ändern könnte: „Wir halten die Augen offen. Aber ein Spieler muss auch charakterlich zu uns passen“, so Ziegner. (mz)