HFC-Zugang sorgte schon für Schlagzeilen

Nackt am Ballermann, stark am Glas und Cornflakes: So polarisiert Jan Löhmannsröben

Jan Löhmannsröben feiert den Aufstieg mit Hansa Rostock 2021 oben ohne.
Jan Löhmannsröben feiert den Aufstieg mit Hansa Rostock 2021 oben ohne. (Foto: imago images/Fotostand)

Halle (Saale)/MZ - Jan Löhmannsröben ist ein echtes Unikat: Der 30-Jährige gehört nicht nur zu den Urgesteinen der 3. Liga (175 Einsätze), sondern sorgt auch immer wieder mit Interviews und grenzwertigen Aktionen für Schlagzeilen. Ein Überblick über die Karriere des neuen HFC-Profis, der am Dienstag in Halle unterschrieben hat.

Sommer 2015: Löhmannsröben wechselt von Wacker Nordhausen zum 1. FC Magdeburg, wo er in den beiden Folgejahren 62 Drittliga-Spiele macht, den Aufstieg in die 2. Bundesliga aber knapp verpasst.

Sommer 2017: Löhmannsröben feiert nach Saisonende mit Kumpels im Mallorca-Urlaub. An einem Abend am Ballermann tanzt er unten ohne auf dem Tisch, nachdem er sich die Trainingshose des 1. FC Magdeburg ausgezogen hatte. Ein Video der Szene wird bei der „Bild“-Zeitung veröffentlicht. In anderen Videos trägt der damals 26-Jährige einen Anglerhut von Lok Leipzig und singt obszöne Sauflieder. Löhmannsröben sagt über die Aktion: „Am Ballermann passieren ganz andere Dinge als die, die auf dem Video zu sehen sind. Wenn ich kein Fußballer wäre, würde das keine Sau interessieren.“

Sommer 2017: Weil sein Vertrag in Magdeburg nicht verlängert wird, schließt sich Löhmannsöben dem FC Carl Zeiss Jena an. Auch bei den Thüringer ist er Stammspieler und kommt 35 Mal zum Einsatz. Ein Jahr später wechselt er zum 1. FC Kaiserslautern an den Betzenberg.

September 2018: Nach einem Spiel seines FCM gibt Löhmannsröben am Mikrofon von Magenta Sport ein denkwürdiges Interview. Weil er sich durch einen späten Elfmeter für den FSV Zwickau um den Sieg betrogen fühlt, wettert er nach dem 1:1: "Keine Ahnung, was der Schiri sich gedacht hat. Ich hoffe, er kann eine Woche nicht pennen." Und ließ den legendären Satz folgen: "Wenn das ein Schiri ist, weiß ich nicht, Digga, dann soll der Cornflakes zählen gehen."

Der DFB ermittelte, und obwohl FCK-Fans Kiloweise Cornflakes zum Verbandssitz in der Frankfurter Otto-Schleck-Schneise liefern ließen, kam Löhmannsröben um eine Geldstrafe von 1200 Euro nicht herum. Allerdings zahlten die Kollegen die Summe aus der Mannschaftskasse. Bereut hat er seinen emotionalen Ausbruch und die Cornflakes-Formulierung nie - er sei eben ein emotionaler Typ.

Sommer 2019: Weil es beim FCK für ihn nach 26 Partien nicht weitergeht, kehrt Löhmannsröben zunächst zu Wacker Nordhausen zurück. Preußen Münster holt ihn dann aber wieder in die 3. Liga, doch steigt der Abräumer mit den Westfalen ab.

Sommer 2020: Löhmannsröben bleibt drittklassig und macht mit seinem Wechsel zu Hansa Rostock alles richtig. Als Stammkraft steigt er am Ende der Saison mit den Ostseestädtern in die 2. Bundesliga auf. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung, als alter Traktor mit 30 Jahren und Diesel im Tank“, sagt er in einem weiteren denkwürdigen Interview bei Magenta Sport: „Aber eins könnt ihr mir glauben: Heute wird noch was anderes getankt!“ Der Aufstieg sei „besser als Sex, einfach geil“!

Sommer 2021: Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga wird „Party-König“ Löhmannsröben (laut Trainer Jens Härter der stärkste Hansa-Profi am Glas) in Rostock aussortiert. „Wir können nachvollziehen, dass Jan mit anderen Erwartungen in diese Saison gestartet ist und sich mehr Spielzeit erhofft hat - dafür gibt es aber natürlich keine Garantien im Fußball“, schrieb der Verein zur Trennung.

Lange blieb Löhmannsröben aber nicht vereinslos: Am 7. September wurde sein Wechsel zum Halleschen FC bekanntgegeben. Es ist nach Magdeburg, Jena und Rostock bereits sein vierter Ost-Klub in der 3. Liga.