Neuzugang für HFC-Abwehr?

Hallescher FC: Alexander Vogel von RB Leipzig im Probetraining des HFC

Halle (Saale) - Alexander Vogel von RB Leipzig befindet sich im Probetraining des Halleschen FC.

Von Christoph Karpe 08.05.2017, 21:45

Der junge Mann, der sich da beim Montags-Training mitten im Kader des Halleschen FC bewegte, flankte und auch mal das Tor traf, sah aus, als sei er frisch aus der A-Jugend aufgerückt. Irrtum. Denn wenig später klärte sich auf: Da hatte einer aus dem benachbarten Leipzig testweise mal das Vereins-Outfit getauscht. Von RB Leipzig in das der Rot-Weißen.

Trainer Rico Schmitt fehlte am Montag beim Training - entschuldigt. Er war in Wiesbaden, um dort einen vom DFB geforderten Auffrischungs-Kurs für seine Fußball-Lehrer-Lizenz zu absolvieren. Sascha Pfeffer ist doch nicht schwerer verletzt. Die Untersuchung ergab einen Einriss des Meniskus im linken Knie. Er joggte am Montag ein wenig. „Ob ich am Sonnabend spielen kann, müssen wir sehen“, sagte er. Klaus Gjasula schaute mit dicker Manschette am rechten Fuß zu. Er hofft, nach seinem Mittelfußbruch die Vorbereitung auf die neue Saison absolvieren zu können. „Mein Ziel ist es, am dritten Spieltag wieder völlig fit zu sein“, sagte der Kapitän.

Der Name des Gastes: Alexander Vogel, 20 Jahre alt, ansonsten Innenverteidiger in der zweiten Mannschaft von Rasenballsport. Das Team wird bekanntlich zum Ende der Regionalliga-Saison aufgelöst. Und damit kommen einige interessante Spieler auf den Markt - wie eben Vogel.

Eingeladen hat ihn HFC-Sportdirektor Stefan Böger. Vogel war ihm bei seinen Beobachtungs-Touren aufgefallen. Schließlich werden zum Saisonende beim Halleschen FC ein paar Jobs frei und müssen neu besetzt werden. „Ich habe ihn ein paar Mal gesehen und fand ihn gut. Deshalb die Einladung“, meinte Böger am Rande des Trainingsplatzes. Auch am Dienstag bekommt Vogel die Gelegenheit, sein Können zu präsentieren.

Alexander Vogel im Probetraining beim HFC: Bedarf in Verteidigung besteht

Ob er der erste Neue für die kommende Drittliga-Saison wird, lässt sich allerdings derzeit nicht absehen. „Er ist noch sehr jung. Eigentlich suchen wir Spieler mit etwas mehr Erfahrung. Aber wir müssen ja auch über die nächste Saison hinaus denken und planen“, sagte der Sportdirektor.

15 Regionalliga-Einsätze und ein Tor hat Vogel, der schon seit der Jugend - seit 2012 - bei RB spielt, in dieser Saison zu Buche stehen. Wer sich so lange beim künftigen Champions-League-Teilnehmer im Nachwuchs behauptet hat, kann nicht talentfrei sein. Und da Fabian Franke nach seiner Achillessehnen-Operation noch bis in den Herbst ausfallen wird, hat der HFC natürlich auch Bedarf, seine Innenverteidigung quantitativ zu verstärken.

Böger kündigte derweil an, dass ein derartiges Casting eventuell auch in der kommenden Woche und dann verstärkt mit Beginn der Vorbereitung über die Bühne gehen wird.

Alexander Vogel im Probetraining beim HFC: Spielersuche für neue Spielzeit beginnt

Überhaupt hat der HFC massig Auswahl. „Es ist unglaublich, wie viele Spieler uns derzeit angeboten werden. Die Liste ist täglich voll“, sagt Böger ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Nur so viel: „Mich rufen die Berater auch an Sonntagen an, wenn ich irgendwo zu Spielbeobachtungen unterwegs bin.“

Wo er zuletzt war, mochte der Sportdirektor jedoch nicht preisgeben. Um ja niemanden bei dieser geheimen Jagd nach passenden Verstärkungen auf eine Fährte zu locken.

Vor allem Mitbewerber nicht. „Ich bin häufig bei den zweiten Mannschaften von Bundesligisten“, sagt Böger nur. Dort sucht er junge, wuchtige Spieler mit guter fußballerischer Ausbildung. Und allzu teuer sollten sie auch nicht sein. Also ohne große Namen - wie Vogel eben.

(mz)