Höchst unterschiedliche Ziele

FCM, HFC, Zwickau und Berlin: So gehen die Ost-Teams in die Drittliga-Rückrunde

Die Ost-Drittligisten aus Magdeburg, Halle, Zwickau und Berlin sind wieder gefordert. Nach der kurzen Winterpause heißt es, schnell den Rhythmus zu finden. Die Ziele sind sehr unterschiedlich.

13.01.2022, 10:42 • Aktualisiert: 14.01.2022, 14:16
Der 1. FC Magdeburg drängt mit Macht in die 2. Bundesliga, der Hallesche FC wäre schon mit dem Klassenerhalt zufrieden.
Der 1. FC Magdeburg drängt mit Macht in die 2. Bundesliga, der Hallesche FC wäre schon mit dem Klassenerhalt zufrieden. (Foto: imago images/Christian Schroedter)

Halle (Saale)/Magdeburg/dpa/MZ - Unter verschiedenen Vorzeichen setzen die vier Vereine aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) ab dem Wochenende die Rückrunde in der 3. Liga fort.

Während der 1. FC Magdeburg seinen Acht-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz ins Ziel bringen und damit den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt machen will, müssen sich der Hallesche FC und der FSV Zwickau mal wieder mit dem Kampf gegen den Abstieg auseinandersetzen. Aufsteiger Viktoria Berlin darf sich keine Negativserie erlauben.

1. FC Magdeburg: Alles andere als der Aufstieg wäre eine Enttäuschung

Nach dieser Hinrunde und der starken Vorbereitung in der Türkei kann es für den 1. FC Magdeburg nur ein Ziel geben: Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bislang trat das ein, was viele Experten bereits nach der vergangenen Saison prophezeit hatten. Unter Trainer Christian Titz gehört Magdeburg zu den Favoriten. Dem Coach gelang es nicht nur, den Traditionsclub vor dem Sturz in die Regionalliga zu retten, er flößte der Mannschaft auch Selbstvertrauen und eine moderne Spielidee ein.

Die Magdeburger sind auf allen Positionen ausgeglichen besetzt, mal abgesehen vom wiederum herausragenden Spielmacher Baris Atik hat die Mannschaft aber keine namhaften Stars, sondern besticht durch Teamwork. „Es war wichtig, dass die Mannschaft komplett im Trainingslager Tag und Nacht zusammen war. Das schweißt noch mehr zusammen“, sagte Sportchef Otmar Schork.

Titz freute sich zudem, dass beide Testspiele gegen den belgischen Zweitligisten Royal Excelsior Virton (3:2) und Liga-Konkurrent SV Waldhof Mannheim (3:2) gewonnen wurden. „Auch wenn wir die Ergebnisse in solchen Partien nicht überbewerten, war es positiv, dass wir beide Spiele gewonnen haben“, sagte er vor dem Spiel beim SC Freiburg II am Samstag.

Hallescher FC: Debüt von André Meyer wird mit Spannung erwartet

Auf die ersten Spiele des Halleschen FC nach der Winterpause darf man gespannt sein. Wenn am Samstag (14 Uhr im Liveticker) Türkgücü München an der Saale seine Visitenkarte abgeben wird, ist dies der erste Pflichtspielauftritt des neuen Trainers André Meyer. Unmittelbar vor Weihnachten hatte der HFC Florian Schnorrenberg vor die Tür gesetzt und Meyer geholt. Viel Zeit, dem verunsicherten Team eine neue Spielphilosophie zu geben, hatte der gebürtige Hallenser nicht.

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Fakt ist: Noch hat Halle drei Punkte auf den ersten Abstiegsplatz. Meyer steht auf mutigen Ballbesitz-Fußball und hohes Pressing, wie Kapitän Jonas Nietfeld sagte: „Das könnte ganz gut zu uns passen. In jedem Fall hat der Trainer einen Plan“, betonte Nietfeld. Das 1:5 im Test beim 1. FC Nürnberg darf nicht überbewertet werden, beim 0:1 gegen den FC Erzgebirge Aue fehlte es noch an der Abstimmung im Spiel nach vorn. Die Abwehr bleibt aber die Baustelle beim HFC.

FSV Zwickau: Corona-Fälle sorgen für Unruhe vor dem Start

Quo vadis, FSV Zwickau? Das Team von Trainer Joe Enochs ist eine Wundertüte. Nach einem völlig verkorksten Start in die Saison mit dem ersten Sieg am neunten Spieltag starteten die Westsachsen eine Aufholjagd, die sie bis auf Rang 13 mit vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang katapultierte. Das 1:3 bei Borussia Dortmund II zuletzt war dann wieder ein Rückschlag. Wie auch die Corona-Fälle in der Vorbereitung oder die Verletzung von Maximilian Jansen, der für einige Monate nicht zur Verfügung steht.

In der Hinrunde hat Zwickau bewiesen, dass man mit solchen Situationen umgehen kann. Das Team wirkt gefestigt, hatte aber zum Ende der Hinrunde offensichtlich Konditionsprobleme, die sich in Konzentrationsschwächen ausdrückten. So gab es gleich mehrere Punktverluste nach Gegentoren unmittelbar vor und nach der 90. Minute.

Zunächst wird es keine weiteren Gegentore geben, denn am Donnerstag wurde das für Samstag geplante Spiel gegen Viktoria Köln aufgrund mehrerer Corona-Fälle abgesagt. Bei den Sachsen hatte es insgesamt acht Positivtests in den vergangenen Tagen gegeben. Da bei zwei Spielern die äußerst ansteckende Omikron-Variante nachgewiesen wurde, ordnete das Gesundheitsamt Zwickau eine Quarantäne für weitere Teammitglieder an. Diese gilt zunächst bis Montag.

Viktoria Berlin: Ohne Topscorer Tolcay Cigerci wird es schwer

Sieben Corona-Fälle, den Topscorer verkauft: Für die Berliner beginnt das Jahr nicht verheißungsvoll, das Ziel des Tabellen-Zwölften kann nur Klassenerhalt lauten. Noch ist angesichts der vielen Ausfälle nicht klar, ob das Spiel des Aufsteigers gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (14 Uhr/Magentasport) überhaupt stattfinden wird. „Wir sind täglich in Gesprächen mit dem DFB“, sagte Viktorias Sportdirektor Rocco Teichmann.

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Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato ist bemüht, den von vornherein schon jungen Kader mit weiteren Jugend-Spielern aufzufüllen. Zudem müssen die Berliner Tolcay Cigerci ersetzen. Der Topscorer ist in dieser Woche zum türkischen Zweitligisten Samsunspor gewechselt und hinterlässt eine große Lücke. Der Club setzt auf Neuzugänge, um die bisher insgesamt fünf Abgänge ein wenig auszugleichen.