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Geschafft! Geschafft!: USV-Team gelingt am letzten Spieltag der Klassenerhalt

Von Petra Szag 08.05.2018, 06:59
Der USV bezwingt Plauen und darf in Liga vier bleiben. Die Erleichterung danach ist riesengroß.
Der USV bezwingt Plauen und darf in Liga vier bleiben. Die Erleichterung danach ist riesengroß. Schulz

Halle (Saale) - Am Tag danach schaute Torsten Kamenz lieber noch einmal in der Sporthalle des Bildungszentrums nach dem Rechten. Dort, wo seine USV-Handballer sich am Samstagabend die Starterlaubnis auch für die kommende Saison in der Mitteldeutschen Oberliga erkämpft hatten, war alles in Ordnung. „Es soll ja schon Siegesfeiern gegeben haben, die ausuferten “, erklärte der sportliche Leiter des Viertligisten seine Vorsichtsmaßnahme.

Überschwänglich war die seiner Panther nach dem 36:30 gegen Einheit Plauen aus gutem Grund schon. Nach einer kniffligen Spielserie mit einigen Höhen und im Winter sehr vielen Tiefen hatten sich die Hallenser in diesem letzten Spiel den Klassenerhalt gesichert - und das ausgerechnet gegen die ebenfalls akut abstiegsgefährdeten Sachsen. Die wehrten sich bis zuletzt verbissen gegen die Niederlage - vergebens.

Guter Auftritt von Julius Conrad

„Wir sind ganz eng zusammengerückt. Das, was immer unsere Stärke war, der Teamgeist, hat uns in der schwierigen Situation geholfen“, sagt Kamenz. Bezeichnend: Ausgerechnet nachdem Kapitän Robert Wagner in der 39. Minute nach einer Abwehraktion die Rote Karte gesehen hatte, da schworen sich die Gastgeber ein: „Jetzt erst recht!“

Vor allem in der Abwehr war der „Halbrechte“ bis dahin eine wichtige Figur im USV-Spiel. Nach der Disqualifikation ihres Führungsspielers aber konnten sich die anderen noch einmal steigern. War der Schlagabtausch bis dahin auf Augenhöhe, so vermochten sich die Hausherren nun abzusetzen.

In der 44. Minute führten sie mit 25:21 - dann legte Julius Conrad zweimal nach. Mit sieben Treffern war der Youngster neben Maximilian Haase (7) und Pierre Sogalla (8) der erfolgreichste Hallenser. Die letzten zwei Minuten, in denen die über 650 Zuschauer stehend applaudierten, erlebten die Spieler wie im Rausch.

Große Party mit Freibier nach Spielende

Danach brachen alle Dämme, wurde erst in der Halle und danach mit einem Fass Freibier gemeinsam mit den Fans gefeiert. Unter denen, die die Hallenser bei ihren schwierigen Mission unterstützt haben, waren „Ehemalige“ wie Thomas Hollstein, Tobias Suchanke oder Mario Schellbach.

Auch die Zukunft des Vereins war da, Nachwuchsspieler mit ihren Eltern. Und dazu Sportler anderer Sparten wie die Rugby-Rovers, die Rhinos-Basketballer, Turbines Fußballer oder Unions Zweitligahandballerinnen. Hallensprecher Sebastian Sell Römer war ebenfalls noch einmal zur Höchstform aufgelaufen, hatte permanent die Stimmung angekurbelt.

Verstärkungen stehen schon in den Startlöchern

Nur einmal kam Wehmut auf: Als Trainer Fabian Metzner (geht nach Magdeburg), Paul Otto (Oranienburg), Lucien Zwiers (Spergau) und Felix Grauert (hört auf) verabschiedet wurden.

Ein neuer Trainer - Kandidatin ist Ines Seidler vom HC Burgenland - sowie Verstärkungen auf verschiedenen Positionen stehen schon in den Startlöchern. Jetzt, da klar ist, dass die Klasse gehalten ist, sind deren Unterschriften nur noch Formsache.

Damit der USV nicht wieder personell in die Bredouille kommt, sagt Kamenz, versuche man, den zuletzt 14-köpfigen Kader aufzustocken. (mz)