Jörg Stübner tot

Jörg Stübner tot: Ehemaliger DDR-Nationalspieler „Stübs“ mit 53 Jahren gestorben

Dresden - Traurige Nachricht für Fußball-Fans in Ostdeutschland, vor allem in Dresden und Halle: Jörg Stübner ist im Alter von nur 53 Jahren gestorben. Dies bestätigte die Dresdner Polizei am Dienstag dem SID, zuvor hatte die „Bild“ berichtet. Die Todesursache sei noch ...

25.06.2019, 09:15
Ex-Dynamo Jörg Stübner im März 2019 beim Spiel der SG Dynamo Dresden gegen den VfL Bochum  im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion.
Ex-Dynamo Jörg Stübner im März 2019 beim Spiel der SG Dynamo Dresden gegen den VfL Bochum  im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. www.imago-images.de

Traurige Nachricht für Fußball-Fans in Ostdeutschland, vor allem in Dresden und Halle: Jörg Stübner ist im Alter von nur 53 Jahren gestorben. Dies bestätigte die Dresdner Polizei am Dienstag dem SID, zuvor hatte die „Bild“ berichtet. Die Todesursache sei noch unbekannt.

Der ehemals begnadete Mittelfeldspieler, der 47 Mal in der DDR-Auswahl spielte und bei Motor Halle mit dem Fußball begann, war einer der wenigen damaligen Stars, der den Sprung ins Profigeschäft nicht schaffte. Während ehemalige Mitspieler wie Darius Wosz, Matthias Sammer, Ulf Kirsten und Andreas Thom bei Klubs im Westen Karriere machten, versank Jörg Stübner in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit.

„Mit großer Bestürzung erreichte mich die Nachricht, dass mein langjähriger Freund Jörg Stübner verstorben ist. Das Schicksal von 'Stübs' hat viele Fans über Jahre begleitet und niemanden unberührt gelassen. Ein trauriger Tag für uns alle“, twitterte der ehemalige Dresdner und Leverkusener Torjäger Ulf Kirsten.

Jörg Stübner, genialer Fußballer und ewiges Sorgenkind

Zudem bekam er auch im privaten Bereich zunehmend Probleme, die er nicht in den Griff bekam. Alkohol wurde ein ständiger Begleiter und machte ihn schließlich zum Sozialfall.

Der einstige Frauenschwarm sorgte zudem für Negativ-Schlagzeilen. Weil er einen Nachbarn mit einer Schreckschusspistole bedroht und ihn als „Drecksau“ beleidigt haben soll, verurteilte ihn das Amtsgericht Dresden 2018 in Abwesenheit zu einer Geldstrafe.

Ehemalige Weggefährten und Fans hatten gehofft, dass das Ausnahmetalent von einst sein Leben noch einmal in den Griff bekommen würde. Zuletzt wurde „Stübs“ öfter bei Spielen von Dynamo Dresden im Rudolf-Harbig-Stadion gesehen. Im Dresdner Nachwuchsbereich sollte wohl ein Posten für Stübner im Gespräch gewesen sein.

Dynamo Dresden trauert: „Sein Schicksal ist eine Mahnung an uns alle“

Auch bei Dynamo herrschte am Tag nach Stübners Tod große Trauer. „Die Nachricht von Jörg Stübners Tod hat uns alle tief erschüttert. Unser Verein trauert um eine seiner Legenden, einen begnadeten Fußballer. Vor allem aber trauern wir um einen Menschen, der einen langen persönlichen Kampf ausgefochten hat und nun viel zu früh gegangen ist“, sagte Präsident Holger Scholze.

Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Minge, der lange Jahre mit Stübner zusammengespielt hatte, äußerte vor allem seinen Respekt für die Lebensleistung seines Weggefährten, der von persönlichen Problemen geplagt worden war. „Seit vielen Jahren wünschte er sich ein Leben ohne Medienöffentlichkeit – ein Wunsch, der viel zu selten respektiert wurde. Sein Schicksal ist deshalb auch eine Mahnung an uns alle“, sagte Minge.

(mz/sid/red)