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So läuft die Eishockey-WM Eishockey-WM 2019 Slowakei: TV-Übertragung, Kader, Modus und Favoriten

11.05.2019, 08:21
Deutschlands Eishockey-Nationalteam zählt bei der WM 2019 in der Slowakei nicht zum Favoritenkreis.
Deutschlands Eishockey-Nationalteam zählt bei der WM 2019 in der Slowakei nicht zum Favoritenkreis. dpa

Kosice - Am Freitag geht der Kampf um die WM-Krone im Eishockey wieder los. Zum zweiten Mal nach 2011 findet eine Weltmeisterschaft in der Slowakei statt. Die deutsche Mannschaft strebt unter dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm nach dem enttäuschenden elften Platz im Vorjahr das Viertelfinale und die direkte Qualifikation für Olympia 2022 an.

Wo wird gespielt?

In den Arenen in Bratislava (10.000 Zuschauer) und Kosice (8400). Die Slowakei spielt freiwillig in der kleineren Steel Arena in Kosice. Dort bestreitet auch die DEB-Auswahl ihre Vorrundenspiele.

Wie stehen die Chancen für das deutsche Team?

Mit Leon Draisaitl, in dieser Saison zu einem NHL-Superstar aufgestiegen, dem NHL-Neuling Dominik Kahun und vielen Talenten ist die Offensive so stark wie wohl noch nie. Aber die Abwehr macht Sorgen. Außerdem ist die Konkurrenz nach dem frühen Ausscheiden der Favoriten in den Play-offs um den Stanley Cup hochkarätig besetzt. Der Einzug ins Viertelfinale wäre bei Söderholms WM-Premiere ein Erfolg.

Wer sind die Stars im deutschen Team?

Natürlich Draisaitl. Der 23-Jährige hat sich in der NHL mit 50 Toren und 105 Scorerpunkten in die absolute Elite vorgespielt. Er ist einer der größten Stars des Turniers. Aber auch Kahun, der mit 37 Punkten eine gute erste Saison in der NHL absolvierte, gehört bei der WM zu den überdurchschnittlichen Spielern. Auch Keeper Philipp Grubauer stieß nach dem Playoff-Aus der Colorado Avalanche zum Team und ist der vierte NHL-Profi im Aufgebot. In der deutschen Abwehr steht der erst 18-jährige Moritz Seider im Blickpunkt - auch bei den NHL-Scouts. Der Mannheimer wird im Sommer aller Voraussicht nach beim Draft in der ersten Runde ausgewählt.

Warum ist die WM so wichtig?

Es werden in diesem Jahr bereits die ersten Tickets für das Olympiaturnier 2022 vergeben. Wer nach der WM unter den ersten Acht der Weltrangliste liegt, ist direkt qualifiziert. Aktuell ist Deutschland dank der sensationellen Silbermedaille von Pyeongchang Achter. „Das Ziel ist es, heimzufahren und sich frühzeitig für Peking qualifiziert zu haben“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl: „Es könnte auch der zehnte WM-Platz reichen.“ Norwegen, die Slowakei und Lettland liegen hinter der deutschen Mannschaft.

Was macht der neue Bundestrainer anders als Marco Sturm?

„Nicht viel“, sagt Söderholm, der zu Jahresbeginn die Nachfolge des Olympia-Silberschmieds antrat. Der 41-jährige Finne, der mit Red Bull München 2016 als deutscher Meister seine Spielerkarriere beendete und dort als Trainer der Zukunft aufgebaut wurde, setzt auf mehr Puckkontrolle. Die Spieler loben sein „klares Konzept“ (Draisaitl). Als Verteidiger gewann Söderholm mit Finnland bei der WM 2007 Silber.

Wer sind die Titelfavoriten?

Die üblichen Verdächtigen. Olympiasieger Russland bietet das Beste vom Besten auf: NHL-Scorerkönig Nikita Kutscherow, Torjäger Alexander Owetschkin, Jewgeni Kusnezow oder Jewgeni Malkin versprechen im Angriff viel Spektakel und machen die Sbornaja zum Goldfavoriten. Titelverteidiger Schweden setzt mehr auf das Kollektiv, hat mit dem besten NHL-Rookie Elias Pettersson aber auch einen herausragenden Stürmer. Während bei Kanada die großen Stars fehlen, sind die USA prominent besetzt: unter anderem mit dem dreimaligen Stanley-Cup-Sieger Patrick Kane und dem 17-jährigen Jack Hughes, der als nächster NHL-Superstar gehandelt wird.

Wie ist der Modus des Turniers?

16 Teams nehmen teil, Deutschland kämpft in Kosice in der Gruppe A mit sieben weiteren Teams um Punkte. In Bratislava wird die Gruppe B ausgetragen. In der Vorrunde werden die Viertelfinalteilnehmer und die Absteiger ermittelt. Es spielt jeder gegen jeden, die jeweils vier Gruppenbesten ziehen in die K.o.-Runde ein, die beiden insgesamt schlechtesten Mannschaften steigen direkt ab. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Die Schweiz kann als Gastgeber der kommenden WM nicht absteigen.

Torhüter:
31 Niklas Treutle (Nürnberg Ice Tigers) 29.04.1991
Philipp Grubauer (Colorado Avalanche)
35 Mathias Niederberger (Düsseldorfer EG) 26.11.1992

Verteidiger:
2 Denis Reul (Adler Mannheim) 29.06.1989
5 Korbinian Holzer (Anaheim Ducks) 16.02.1988
11 Marco Nowak (Düsseldorfer EG) 23.07.1990
19 Benedikt Schopper (Straubing Tigers) 18.02.1985
21 Moritz Seider (Adler Mannheim) 06.04.2001
36 Yannic Seidenberg (Red Bull München) 11.01.1984
41 Jonas Müller (Eisbären Berlin) 19.11.1995
91 Moritz Müller (Kölner Haie) 19.11.1986

Stürmer:
15 Stefan Loibl (Straubing Tigers) 24.06.1996
22 Matthias Plachta (Adler Mannheim) 16.05.1991
28 Frank Mauer (Red Bull München) 12.04.1988
29 Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) 27.10.1995
42 Yasin Ehliz (Red Bull München) 30.12.1992
43 Gerrit Fauser (Grizzlys Wolfsburg) 13.07.1989
50 Patrick Hager (Red Bull München) 08.09.1988
54 Lean Bergmann (Iserlohn Roosters) 04.10.1998
58 Markus Eisenschmid (Adler Mannheim) 22.01.1995
65 Marc Michaelis (Minnesota State University) 31.07.1995
72 Dominik Kahun (Chicago Blackhawks) 02.07.1995
83 Leo Pföderl (Nürnberg Ice Tigers) 01.09.1993
92 Marcel Noebels (Eisbären Berlin) 14.03.1992
95 Frederik Tiffels (Kölner Haie) 20.05.1995

Nach 82 Weltmeisterschaften (Gold Silber Bronze)
UdSSR/Russland 27 10 9
Kanada 26 14 9
Tschechoslowakei/Tschechien 12 13 21
Schweden 11 19 17
USA 2 9 8
Finnland 2 8 3
Großbritannien 1 2 2
Slowakei 1 2 1
Schweiz - 3 8
Deutschland - 2 2
Österreich - - 2

Im Viertelfinale spielen die Erstplatzierten der Gruppenphase gegen die Vierten sowie die Zweiten gegen die Dritten der jeweils anderen Vorrundengruppe. Die Sieger ziehen ins Halbfinale ein. Die beiden Halbfinalgewinner ermitteln im Endspiel den Weltmeister, während im kleinen Finale um Bronze gespielt wird.

In der Vorrunde gilt das Drei-Punkte-System, für einen Sieg nach regulärer Spielzeit gibt es also drei Zähler. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, wird um maximal fünf Minuten bis zum nächsten Tor verlängert („sudden death“). Dabei stehen pro Team nur drei Feldspieler auf dem Eis. Ist danach immer noch keine Entscheidung gefallen, kommt es zum Penaltyschießen. Der Sieger erhält zwei, der Verlierer einen Punkt.

In allen K.o.-Spielen außer dem Finale wird bei einem Unentschieden maximal zehn Minuten verlängert. Im Spiel um Gold wird erstmals so lange um jeweils 20 Minuten verlängert, bis ein Tor fällt. Ebenfalls neu: Es sind auch dann nur drei Feldspieler pro Mannschaft erlaubt.

Wann und wo spielt Deutschland?

Alle Vorrundenspiele im Überblick (Austragungsort Kosice)

11. Mai, 16.15 Uhr: Deutschland - Großbritannien
12. Mai, 16.15 Uhr: Dänemark - Deutschland
14. Mai, 20.15 Uhr: Deutschland - Frankreich
15. Mai, 20.15 Uhr: Deutschland - Slowakei
18. Mai, 16.15 Uhr: Kanada - Deutschland
19. Mai: 16.15 Uhr: Deutschland - USA
21. Mai: 12.15 Uhr: Finnland - Deutschland

Wo kann ich die Spiele im TV sehen?

Welcher Sender zeigt die WM? Sport1 überträgt bis zu 35 Livespiele im Free-TV, darunter alle Partien der deutschen Mannschaft sowie die Halbfinals und das Endspiel. Die Spiele sind auch online als Live-Stream verfügbar - kostenlos und ohne Anmeldung.

Wer alle Spiele des Turniers sehen will, braucht ein Abo beim Streamingdienst DAZN. Das kostet 9,99 € im Monat, ist monatlich kündbar. Für Neukunden gibt es zudem einen Gratismonat. DAZN bietet Livestreams von allen Partien an, auch von den deutschen Spielen.

Ist ein deutscher Schiedsrichter dabei?

Ja, Gordon Schukies. Der 40-Jährige aus Herne ist aber nicht der einzige Profi-Referee aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei der WM. Der Finne Aleksi Rantala, der unter anderem das Olympiafinale 2018 leitete, pfiff in der abgelaufenen Saison in Deutschland.

Was sagt der Bundestrainer?

„Auch jetzt, wenn wir mehr individuelles Talent haben, müssen wir mit den Arbeitsschuhen ins Spiel gehen.“ (Toni Söderholm)

Der Spielplan der Eishockey-WM im Überblick

Gruppe A in Kosice: Kanada, USA, Finnland, Deutschland, Slowakei, Dänemark, Frankreich, Großbritannien
Gruppe B in Bratislava: Schweden, Russland, Tschechien, Schweiz, Norwegen, Lettland, Österreich, Italien

Freitag, 10. Mai:
16.15 Uhr: Finnland - Kanada A
16.15 Uhr: Russland - Norwegen B
20.15 Uhr: USA - Slowakei A
20.15 Uhr: Tschechien - Schweden B

Samstag, 11. Mai:
12.15 Uhr: Dänemark - Frankreich A
12.15 Uhr: Schweiz - Italien B
16.15 Uhr: Deutschland - Großbritannien A
16.15 Uhr: Lettland - Österreich B
20.15 Uhr: Slowakei - Finnland A
20.15 Uhr: Norwegen - Tschechien B

Sonntag, 12. Mai:
12.15 Uhr: USA - Frankreich A
12.15 Uhr: Russland - Österreich B
16.15 Uhr: Dänemark - Deutschland A
16.15 Uhr: Italien - Schweden B
20.15 Uhr: Großbritannien - Kanada A
20.15 Uhr: Lettland - Schweiz B

Montag, 13. Mai:
16.15 Uhr: USA - Finnland A
16.15 Uhr: Russland - Tschechien B
20.15 Uhr: Slowakei - Kanada A
20.15 Uhr: Norwegen - Schweden B

Dienstag, 14. Mai:
16.15 Uhr: Großbritannien - Dänemark A
16.15 Uhr: Italien - Lettland B
20.15 Uhr: Deutschland - Frankreich A
20.15 Uhr: Schweiz - Österreich B

Mittwoch, 15. Mai:
16.15 Uhr: USA - Großbritannien A
16.15 Uhr: Schweiz - Norwegen B
20.15 Uhr: Deutschland - Slowakei A
20.15 Uhr: Russland - Italien B

Donnerstag, 16. Mai:
16.15 Uhr: Kanada - Frankreich A
16.15 Uhr: Schweden - Österreich B
20.15 Uhr: Finnland - Dänemark A
20.15 Uhr: Tschechien - Lettland B

Freitag, 17. Mai:
16.15 Uhr: Frankreich - Slowakei A
16.15 Uhr: Österreich - Norwegen B
20.15 Uhr: Finnland - Großbritannien A
20.15 Uhr: Tschechien - Italien B

Samstag, 18. Mai:
12.15 Uhr: Dänemark - USA A
12.15 Uhr: Lettland - Russland B
16.15 Uhr: Kanada - Deutschland A
16.15 Uhr: Italien - Norwegen B
20.15 Uhr: Großbritannien - Slowakei A
20.15 Uhr: Schweden - Schweiz B

Sonntag, 19. Mai:
16.15 Uhr: Deutschland - USA A
16.15 Uhr: Österreich - Tschechien B
20.15 Uhr: Frankreich - Finnland A
20.15 Uhr: Schweiz - Russland B

Montag, 20. Mai:
16.15 Uhr: Frankreich - Großbritannien A
16.15 Uhr: Schweden - Lettland B
20.15 Uhr: Kanada - Dänemark A
20.15 Uhr: Österreich - Italien B

Dienstag, 21. Mai:
12.15 Uhr: Finnland - Deutschland A
12.15 Uhr: Tschechien - Schweiz B
16.15 Uhr: Slowakei - Dänemark A
16.15 Uhr: Norwegen - Lettland B
20.15 Uhr: Kanada - USA A
20.15 Uhr: Schweden - Russland B

Mittwoch, 22. Mai: Ruhetag
Donnerstag, 23. Mai: Viertelfinale
Freitag, 24. Mai: Ruhetag
Samstag, 25. Mai: Halbfinale
Sonntag, 26. Mai: Spiel um Platz drei und Finale

(sid/red/mz)