In Timo Hoffmanns Fußstapfen Boxen - Schwergewichtler Tom Schwarz kämpft im Estrel in Berlin

Halle (Saale) - Dirk Dzemski kann sich noch genau erinnern. „Ich habe mir damals den Kampf im Fernsehen angesehen“, sagt der Hallenser. Jenen Schlagabtausch am 4. Dezember 2004 im Berliner Estrel-Hotel um die Schwergewichts-Europameisterschaft zwischen seinem Freund Timo Hoffmann und Titelverteidiger Luan Krasniqi.
Ein Punktrichter hatte damals Hoffmann favorisiert, zwei sahen beide auf Augenhöhe - laut Reglement heißt das Remis nach Mehrheitsentscheid. Krasniqi kam also noch einmal mit einem blauen Auge davon und durfte seinen Gürtel behalten.
„Das war trotzdem eine starke Leistung von Timo“, erinnert sich Dzemski. Er war zu der Zeit selbst noch aktiv für seinen Boxstall SES, für den er heute als Trainer arbeitet.
„Auch wenn Hoffmann manchmal wie eine Wundertüte war, gegen Weltklasse-Leute hat er sich meist sehr gut gehalten.“
Trainer: Konstellaton bei Schwarz wie damals bei Hoffmann
Der heute 45-jährige Dzemski kramt aus gutem Grund in der Erinnerung. Mit Tom Schwarz boxt am Samstag sein Meisterschüler just an jener Stelle, wo es vor gut 13 Jahren 4000 Fans vor Begeisterung nicht auf den Stühlen gehalten hatte.
„Die Konstellation jetzt ist ähnlich“, sagt Dzemski und verweist auf die albanischen Wurzeln vom Schwarz-Gegner Senad Gashi. Krasniqi ist im Kosovo geboren, nahm später die deutsche Staatsbürgerschaft an. Sicher feuern erneut viele Albaner Gashi an.
Erstklassiger Gegner für Tom Schwarz
Und es gibt weitere Parallelen. Die Gegnerschaft ist laut Dzemski heute - wie damals - erstklassig. „Gashi ist explosiv und schnell, er hat nicht umsonst all seine 16 Kämpfe bisher gewonnen.“
Dennoch ist der SES-Coach voller Zuversicht. „Letzte Woche hat Tom 30 Sparringsrunden gegen starke Leute absolviert, sah top aus.“ Zuvor waren sie im Bayerischen Wald im Trainingscamp. „Alles hat gepasst“, sagt Dzemski.
Tom Schwarz will Kampf als Sprungbrett nutzen
Für Schwarz soll der 21. Profikampf zum Sprungbrett werden. Mit einem Sieg will er sich in der unabhängigen Weltrangliste weiter vorarbeiten. Bei „boxrec“ wird der Schwergewichtler als deutsche Nummer vier geführt sowie an 28. Stelle in der Welt.
Diesmal verfolgt Hoffmann den Kampf am Fernseher und drückt Schwarz die Daumen. „Der Junge hat großes Potenzial“, denkt der 43-Jährige. Es liege nun ganz allein bei ihm, daraus etwas zu machen.
Der MDR überträgt am Samstag ab 22.50 Uhr aus dem Estrel.
(mz)