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Boxen  Boxen : Bösel setzt neue Impulse und wechselt den Trainer

Von Torsten Kühl 27.04.2018, 15:22
Waren acht Jahre lang ein eingespieltes Team: Trainer Dirk Dzemski und Boxer Dominic Bösel.
Waren acht Jahre lang ein eingespieltes Team: Trainer Dirk Dzemski und Boxer Dominic Bösel. Torsten Biel

Freyburg/Wittenberg - Dominic Bösel will irgendwann mal um den WM-Titel boxen - das Ziel eines jeden Faustkämpfers im Profibereich. Europameister ist der Freyburger schon, doch für den nächsten Schritt möchte er sich neue Impulse holen. Deshalb wechselt der 28-Jährige den Trainer: Bösel kehrt zu seinem Jugendcoach Rainer Rauchfuß zurück, der ihn einst an der Sportschule in Halle betreut und zu zwei Deutschen Meistertiteln im Juniorenbereich geführt hat. In den vergangenen Jahren war Rauchfuß als Amateurtrainer in Wittenberg tätig gewesen.

„Ich hatte mit Dirk acht tolle Jahre, das war eine sehr erfolgreiche Zeit“, betont Dominic Bösel. „Keiner von uns ist sauer aufeinander. Es ist ja nichts Schlimmes passiert zwischen uns.“ Und auch in der offiziellen Mitteilung des Magdeburger Boxstalls SES hieß es am Freitagvormittag, die Trainingsarbeit mit Dirk Dzemski sei „im positiven Einverständnis“ beendet worden. „Als ehemaliger Aktiver im Boxsport weiß ich, dass es auch mal notwendig ist, neue Wege zu probieren. Dafür wünsche ich Dominic wirklich alles Gute“, wird Dzemski zitiert.

Bösels nächster Kampf steht schon vor der Tür: In sechs Wochen, am 9. Juni, trifft der Freyburger im Leipziger „Kohlrabi-Zirkus“ auf Enrico Kölling - ein Stallduell, das eigentlich nicht so gern gesehen wird. „Aber das war schon länger klar, dass er mein Pflichtherausforderer wird. Und außerdem ist er ja noch neu bei uns, deshalb ist das kein Problem“, so Dominic Bösel gegenüber Tageblatt/MZ. Beide Boxer seien in den internationalen Ranglisten sehr weit vorn platziert, deshalb werde der Sieger dieses SES-internen Kampfes freilich auch gute Karten auf eine WM-Chance haben.

Dass sein neuer Coach keine Erfahrung im Profibereich hat, sehen beide Seiten nicht als Problem. „Herr Rauchfuß findet, dass es da keine großen Unterschiede gibt. Und auch ich glaube, dass unsere Zusammenarbeit wie in früheren Zeiten gut funktionieren wird. Er war, neben meinem Vater, mein bester Nachwuchstrainer“, erklärt Dominic Bösel. Rauchfuß gibt sich selbstbewusst: „Für diese Aufgabe stehe ich unter einer Bedingung zur Verfügung: Ich bin der Chef.“

Derzeit absolvieren beide täglich drei Einheiten zusammen - in Wittenberg oder Halle. „Ich fühle mich gut, allerdings habe ich einige Probleme mit der Achillessehne. Deshalb sind Läufe zurzeit nicht möglich. Kondition bolze ich vorwiegend mit dem Crosstrainer und dem Fahrrad“, berichtet Bösel.