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Beendet Hallenser die Saison? Beendet Hallenser die Saison?: Zehnkämpfer Rico Freimuth steigt in Götzis aus

27.05.2018, 16:47
Rico Freimuth gab in Götzis überraschend auf.
Rico Freimuth gab in Götzis überraschend auf. imago sportfotodienst

Götzis - Plötzlich war Schluss, ohne Vorwarnung, nicht einmal wegen einer Verletzung, oder schwacher Resultate. Rico Freimuth stieg am Sonntag beim Meeting der Mehrkämpfer in Götzis (Österreich) aus. Nach der siebten Disziplin, dem Diskuswurf, trat der Zehnkämpfer zum anschließenden Stabhochsprung nicht mehr an.

Der Hallenser hinterließ zunächst ratlose Gesichter. Dann klärte er auf. „Ich bin einfach mental müde“, sagte der 30-Jährige und schilderte sogleich die knallharte Konsequenz seines Motivationsproblems: „Das kann heißen, dass ich die EM gar nicht in Angriff nehme. Das ist sogar realistisch“, sagte der Vizeweltmeister von 2017 im Hinblick auf den Jahres-Höhepunkt. „Meine Form ist gut“, sagte der Zehnkämpfer. „Aber wenn man den Spaß vorzeitig verliert...“

Rico Freimuth lag auf Rang drei

Zum Zeitpunkt seines Ausstiegs lag er auf Rang drei des Wettbewerbs. Einmal abgesehen von einem dürftigen Hochsprung (1,91 Meter) und einem unterdurchschnittlichen 400-Meter-Lauf (50,09 Sekunden) waren alle Einzelergebnisse prima. „Für den Hochsprung schäme ich mich. Der war noch schlimmer als die 400 Meter. Insgesamt habe ich da 150 Punkte verschenkt“, so Freimuth bei „leichtathletik.de“ nach dem ersten Tag.

In den zweiten startete er richtig gut. Zum Zeitpunkt des Ausstiegs lag er bei 6 006 Punkten - vier Zähler hinter seinem deutschen Rivalen Kai Kazmirek. Insgesamt erschienen 8 300 Punkte möglich. Doch Freimuth wollte nicht mehr. Pech für den SV Halle: Schon nach dem Auftakt, den 100 Metern, war Vereinskollege Luca Wieland angeschlagen ausgestiegen.

Rico Freimuth fehlt der Spaß

Wie geht es weiter? Freimuth hatte schon vor seinem Götzis-Start in der MZ davon gesprochen, dass er nach frischer Motivation suche - jedoch den Gedanken noch einmal beiseite gewischt. Er liebe schließlich den leichtathletischen Kampf Mann gegen Mann, in dem er sich als „Löwe“ sah. Und eine EM in Berlin, sei schließlich „auch etwas besonderes“.

Doch es ist fraglich, dass er sich der zweiten Qualifikation in drei Wochen in Ratingen stellt. Jetzt, da der Spaß fehle - und es deshalb schwer fällt, vorhandene Schmerzen wegzustecken. Bundestrainer Rainer Pottel warb um Verständnis: „Rico ist seit 2011 jedes Jahr beim Saison-Höhepunkt dabei, da ist man irgendwann mal ausgebrannt.“

Damian Warner gewinnt in Götzis

Die EM-Norm erfüllten Kai Kazmirek (8 329 Punkte), Mathias Brugger (8 304) und Niklas Kaul (8 205) auf den Plätzen vier bis sechs. Es siegte Damian Warner (Kanada) mit 8 795 Zählern. (mz/cka/dpa)

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