Besonderes Datum für den FCM

Die „Helden in Bademänteln“ feiern historischen Erfolg

Magdeburgs Jürgen Sparwasser (l.) und Manfred Zapf präsentieren stolz den Siegerpokal.
Magdeburgs Jürgen Sparwasser (l.) und Manfred Zapf präsentieren stolz den Siegerpokal. (Foto: imago/Horstmüller)

Magdeburg - Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als die Spieler des 1. FC Magdeburg den größten Triumph im DDR-Fußball in weißen Bademänteln feierten. In diesem kuriosen Outfit schritt die Mannschaft kurz nach Abpfiff jubelnd die Treppen des Stadions von Rotterdam empor, um an diesem 8. Mai 1974 den Europapokal der Pokalsieger in den Abendhimmel zu strecken. Es sollte der einzige Europacup für einen Verein aus der DDR bleiben.

Bei regnerischem Wetter schützten die Bademäntel die Spieler vor der Kälte. Während die Magdeburger nach dem Abpfiff mit ihrem ungewöhnlichen Auftritt bei der Siegerehrung für Aufsehen sorgten, hatten sie es wenige Minuten zuvor auf dem Platz getan.

FCM holt unter Trainer Heinz Krügel den Europapokal nach Magdeburg

Den „Helden in Bademänteln“ um Trainer Heinz Krügel gelang im Finale mit dem 2:0 gegen den italienischen Titelverteidiger AC Mailand Historisches. Die Kulisse für dieses Ereignis war unterdessen weit weniger historisch - nicht einmal 5000 Zuschauer waren im Stadion „de Kuip“ Zeuge.

In Bademäntel erschienen die Spieler des 1. FC Magdeburg in Rotterdam zum Siegerehrung.
In Bademäntel erschienen die Spieler des 1. FC Magdeburg in Rotterdam zum Siegerehrung.
(Foto: imago/Kicker/Eissner/Liedel)

Dabei hätten die Kräfteverhältnisse nicht unterschiedlicher sein können. Auf der einen Seite das international noch unbeschriebene Blatt, auf der anderen Seite der Spitzenklub Mailand um Trainer Giovanni Trapattoni.

Den ersten Schritt Richtung Sensation machte dabei ausgerechnet der so überlegen scheinende Gegner für die Magdeburger. Durch ein Eigentor brachte der Italiener Lanzi die Ostdeutschen in Führung, Wolfgang Seguin besiegelte schließlich den Überraschungssieg.

1. FC Magdeburg: Junges FCM-Team frustriert den AC Mailand im Finale

Der Weg ins Finale hatte die Magdeburger zuvor über NAC Breda, Banik Ostrau, Beroe Stara Sagora und Sporting Lissabon geführt. Zu Beginn dieser Europacup-Reise hätte wohl kaum einer der im Schnitt erst 22,3 Jahre alten Mannschaft, die aus Spielern der Region bestand, den Titel zugetraut.

Doch während frustrierte Mailänder Fans ihre Vereinsflaggen verbrannten, jubelten eben am Ende doch die „Helden in Bademänteln“. Ihre weiße Robe mussten sie allerdings wieder abgeben. (sid)