FCM gegen HFC

1. FC Magdeburg gegen HFC: FCM und Fans wenden Geisterspiel in der MDCC-Arena ab

Magdeburg - Das Derby zwischen FCM und HFC findet nun doch vor Publikum statt. Weil die Fans versichern, auf die übliche Anfeuerung zu verzichten.

Von Daniel George und Clemens Boisserée 25.11.2016, 19:15
Erklärung in der Öffentlichkeit: Magdeburgs OB Lutz Trümper und FCM-Chef Mario Kallnik.
Erklärung in der Öffentlichkeit: Magdeburgs OB Lutz Trümper und FCM-Chef Mario Kallnik. imago sportfotodienst

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper darf sich als Sieger fühlen. Am Freitagmittag verkündete  er, was sich in den Stunden zuvor  angedeutet hatte: „Das Bauordnungsamt hat das Maßnahmenpapier des FCM akzeptiert. Das Spiel gegen Halle kann mit Zuschauern stattfinden.“

Damit war die Kehrtwende  perfekt. Keine 24 Stunden vorher war das Drittliga-Landesderby  zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC noch zum „Geisterspiel“ erklärt worden. Es sollte am Sonnabend vor leeren Tribünen ausgetragen werden. Grund: Das Massenhüpfen der Magdeburger Fans, wie es bei den Spielen üblich ist, gefährdet die Statik des Stadions. Eine Massenpanik drohe und die Substanz der Tribünen sei gefährdet. Das hatten Untersuchungen ergeben.

FCM gegen HFC: Block U verzichtet auf koordinierte Unterstützung

Dem FCM war daraufhin vom Bauordnungsamt der Stadt eine Nutzungsuntersagungs-Verfügung zugestellt worden. Nun der Kompromiss: Es wird gespielt, weil die Fans auf koordinierte Hüpfeinlagen verzichten – jubeln und kurzzeitiges Hüpfen sei jedoch kein Problem, betonte Trümper.

Nach MZ-Informationen wollen die Ultras im Block U auf der Nordtribüne die organisierte Unterstützung mit Trommeln und Mikrofon vorerst einstellen. Der 1. FC Magdeburg rechnet nun mit mehr als 22.000 Zuschauern, darunter werden nur rund 250 aus Halle sein – auch sie sollen nicht gemeinschaftlich springen.

Maßnahmenkatalog soll für Sicherheit in der MDCC-Arena sorgen

Schon am Donnerstag hatte OB Trümper  die Komplett-Aussperrung   der Fans, wie sie der Klub veranlasst hatte,  für „grundlegend falsch“ gehalten. Schließlich enthalte die Verfügung des Bauamtes den Passus, dass der FCM ein Konzept anbieten könne, um Gefahren auszuschließen.

Dann folgte am Freitag am Freitag die große Krisensitzung. Das Ergebnis war die große Kehrtwende. FCM-Manager Mario Kallnik meinte: „Wir sind froh, einen gemeinsamen Weg gefunden zu haben. Alle sind einen Schritt aufeinander zugegangen.“  Der akzeptierte Maßnahmenkatalog schreibt nun fest, unter welchen Auflagen  ein Sicherheitsrisiko für die Arena ausgeschlossen werden kann. 

Kallnik lobt kompromissbereite  Fans vor FCM gegen HFC

„Die Fans haben erklärt, dass sie das Problem verstanden haben und dafür sorgen wollen, das gleichzeitige, rhythmische Hüpfen zu unterlassen, bis wir mit den nötigen baulichen Maßnahmen Abhilfe geschaffen haben“, sagte Oberbürgermeister Trümper.  Er ist die maßgebliche Figur in diesem Possenspiel. Trümper, einst FCM-Präsident, hat den  Bau der Arena - fertiggestellt 2006, Kosten 31 Millionen Euro -  hauptsächlich  vorangetrieben.

Was aber, wenn beim Derby nun doch  vereint gesprungen wird?  Ein Spielabbruch sei nicht die erste Reaktion, bleibe „am Ende aber eine Option“, erklärte Kallnik. Erst Maßnahme sei zunächst mal eine Durchsage des Stadionsprechers.

Keine Ausweichspielstätte in Magdeburg

Für den Dezember wird das Abschlussgutachten bezüglich der Statik erwartet. Gemeinsam mit den Fans und der Stadt will sich der Verein im Januar dann erneut zusammensetzen und über weitere Maßnahmen beraten. Dann soll auch entschieden werden, „welche Sanierungsmaßnahmen am Stadion nötig sind und wann diese umgesetzt werden können“, wie die Stadt mitteilte.

Eine Ausweichmöglichkeit in der Stadt gibt es übrigens nicht. Anders als von Kallnik am Donnerstag angegeben, ist das Germer-Stadion ist als Drittliga-Spielstätte nicht vom DFB zugelassen, wie der Verband auf MZ-Anfrage bestätigte.