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Straßenbahn Polnischer Investor rettet Heiterblick und sichert 250 Jobs

Aufatmen in Leipzig: Das polnische Unternehmen Pesa übernimmt Heiterblick, sichert Jobs und will die Produktion kräftig ankurbeln. Was das für laufende Aufträge und die Zukunft des Standorts bedeutet.

Von dpa 09.01.2026, 13:23
Der polnische Hersteller Pesa übernimmt das Unternehmen Heiterblick und will den Standort Leipzig ausbauen. (Archivbild)
Der polnische Hersteller Pesa übernimmt das Unternehmen Heiterblick und will den Standort Leipzig ausbauen. (Archivbild) Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzig - Der insolvente Leipziger Straßenbahnbauer Heiterblick ist nun offiziell gerettet. Der polnische Schienenfahrzeughersteller Pesa übernimmt 100 Prozent der Anteile, wie beide Unternehmen mitteilten. Eine entsprechende Investorenvereinbarung sei bereits im Dezember unterzeichnet worden und werde derzeit finalisiert. Der Abschluss der Transaktion ist demnach für das erste Quartal 2026 vorgesehen.

Investoreneinstieg und Ausbaupläne

Mit dem Einstieg sollen der Standort Leipzig gestärkt und die rund 250 Arbeitsplätze gesichert werden. Geplant sei zudem, die Produktion in den kommenden Jahren auszubauen und schrittweise auf bis zu 25 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern. Pesa werde Heiterblick dabei unterstützen, bestehende Aufträge unter anderem aus Leipzig, Würzburg und Dortmund abzuarbeiten.

„Pesa und Heiterblick ergänzen sich ideal“, sagte Pesa-Chef Kryzsztof Zdziarski. Der Zusammenschluss bringe die beiden Teams und wichtige Fähigkeiten in Sachen Markterfahrung und Technologien auf beiden Seiten zusammen. Auch Heiterblick-Geschäftsführer Samuel Kermelk zeigte sich zuversichtlich: „Wir freuen uns, mit Pesa einen starken Partner gefunden zu haben. Heiterblick hat ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell und eine gute Auftragslage.“

Vermutlich keine Rückkehr zu verlorenen Aufträgen

Für bereits verlorene Aufträge in Sachsen hat die Rettung keine Folgen. Zwickau und Görlitz halten an ihren laufenden europaweiten Neuausschreibungen fest. „Die Rettung von Heiterblick hat keine Auswirkungen auf das neue Ausschreibungsverfahren“, teilten die Verkehrsbetriebe mit. Man werde nicht neu verhandeln, hieß es. Der neue Investor könne sich jedoch am laufenden Vergabeverfahren beteiligen.

Heiterblick hatte seit April vergangenen Jahres ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen. Ziel war es, Kosten zu senken und bestehende Aufträge zu sichern. Für Leipzig ist die Fertigstellung der von der Stadt bestellten neuen Straßenbahnen von Bedeutung.