Umfassende Studie Dobrindt und Prien stellen Studie zu Gewalt vor
Die Bundesregierung veröffentlicht eine Studie, die Gewalt in verschiedenen Lebensbereichen beleuchtet – und dabei nicht nur Frauen in den Fokus rückt.

Berlin - Die Bundesregierung legt an diesem Dienstag (10.00 Uhr) erstmalig eine umfassende Studie zu Betroffenen von Gewalt in Familie, Partnerschaft und im öffentlichen Raum vor. Ziel ist es, das tatsächliche Ausmaß von sexueller Belästigung und verschiedenen Formen von Gewalt besser abschätzen zu können. Denn die alljährlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) bildet naturgemäß nur die Straftaten ab, die der Polizei bekanntgeworden sind. Bei einigen Delikten wie etwa Vergewaltigung oder verbaler sexueller Belästigung deuten frühere Studien auf ein großes Dunkelfeld hin.
Verpflichtung durch Istanbul-Konvention
Mit der Studie, die maßgeblich vom Bundeskriminalamt (BKA) betreut wurde, erfüllt die Regierung einerseits eine Verpflichtung aus der Istanbul-Konvention zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen. Sie geht andererseits jedoch darüber hinaus, indem sie nicht nur Frauen als potenziell Betroffene in den Blick nimmt, sondern alle Menschen in Deutschland.
Aufwendige Vorbereitungen
Die Dunkelfeldstudie, für die bundesweit mehrere Tausend Menschen befragt wurden, trägt den Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (abgekürzt LeSuBiA) und wurde vom Bundesinnenministerium und dem Familienministerium mit einem Vorlauf von mehreren Jahren gemeinsam konzipiert und umgesetzt. Die Vorbereitungen hatten noch vor der Zeit der Ampel-Regierung begonnen. Vorgestellt werden die Ergebnisse nun von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) und BKA-Präsident Holger Münch.
„Gewalt“ taucht im Studientitel nicht auf
Dass eine Studie, in der es um Gewalt geht, einen so harmlosen Namen trägt, ist dabei kein Versuch, Gewalt zu verharmlosen. Vielmehr hatte man sich, als das Konzept für die Studie entstand, überlegt, dass ein Titel, der schon sprachlich den Fokus auf Gewalt legt, womöglich vor allem Menschen, die von Gewalt betroffen sind, zur Teilnahme motivieren könnte - ein Effekt, den man vermeiden wollte, um möglichst valide Ergebnisse zu erhalten.