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Arbeitsmarkt Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in Sachsen

Sachsens Arbeitslosenzahl klettert auf knapp 157.500. Warum das für Arbeitgeber eine Chance sein kann – und was der Chef der Arbeitsagentur dazu sagt.

Von dpa Aktualisiert: 30.01.2026, 11:02
Knapp 157.500 Menschen in Sachsen arbeitslos. (Symbolbild)
Knapp 157.500 Menschen in Sachsen arbeitslos. (Symbolbild) Sebastian Kahnert/dpa

Chemnitz - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen steigt weiter und hat die Marke von knapp 157.500 Menschen erreicht. Zugleich melden Unternehmen weniger freie Stellen als sonst in dieser Jahreszeit. Zurückzuführen sei der Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf saisonale Gründe wie Kündigungen und Befristungen zum Jahresende sowie beendete Fördermaßnahmen, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz mit. Auch die angespannte wirtschaftliche Lage habe dazu beigetragen. 

Höchste Arbeitslosenquote in einem Januar seit 2017

Im Vergleich zum Dezember stieg die Arbeitslosigkeit um 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren etwa 8.200 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 5,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote wurde mit 7,3 Prozent ausgewiesen. Das ist der höchste Stand in einem Januar seit 2017. Damals lag die Quote im Januar bei 7,6 Prozent.

„Aber wo Schatten ist, ist auch Licht. Viele der jetzt arbeitslos gewordenen Menschen sind gut qualifiziert und bieten Chancen für suchende Arbeitgeber“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen.

Am niedrigsten ist den Zahlen zufolge die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (5,9 Prozent) und Meißen (6,0) Prozent, am höchsten in der Stadt Chemnitz (9,8) und dem Landkreis Görlitz (9,2).

Betriebe melden weniger freie Stellen

Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe ist die Zahl der gemeldeten Stellen vergleichsweise gering. Die im Januar rund 5.400 neu gemeldeten Arbeitsstellen zählen zu den niedrigsten Januarwerten der letzten 25 Jahre, hieß es weiter. 

Zugleich sinkt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im November waren es laut Regionaldirektion knapp 1,637 Millionen - rund 8.200 weniger als vor einem Jahr. Zuwächse gibt es den Angaben zufolge im Sozial- und Gesundheitswesen; Rückgänge dagegen vor allem im verarbeitenden Gewerbe.

Den Angaben zufolge suchen von den 157.487 Arbeitslosen in Sachsen 71.200 eine Beschäftigung als Fachkraft und 81.150 als Helfer.

DGB-Appell an Arbeitgeber: Fachkräfte halten 

Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen, Ralf Hron, sieht in dem Anstieg der Arbeitslosigkeit ein deutliches Warnsignal vor allem im Industriebereich. „Es muss jetzt alles dafür getan werden, die Unternehmen zu stabilisieren und ihnen Planungssicherheit zu geben“. An die Arbeitgeber appellierte er, die Fachkräfte zu halten und sich für die Zukunft gut aufzustellen. „Wenn sich Fachkräfte erst mal anders orientiert haben, kommen sie nicht so leicht zurück“.