Tempolimit auf Autobahnen

Tempolimit 130 auf deutschen Autobahnen: Evangelische Kirche fordert Geschwindigkeitsbegrenzung

Magdeburg - Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit durchsetzen. Maximal 130 km/h sollen Pkw und Lastwagen künftig rollen.

Von Hagen Eichler
Der Kreisverkehrswacht Burgenlandkreis spricht sich für ein Tempolimit auf Bundesautobahnen aus. imago stock&people

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit durchsetzen. Maximal 130 km/h sollen Pkw künftig rollen. Das will die Kirche mit einer Petition an den Bundestag erreichen. Durch die Beschränkung ließen sich 2,5 bis 5 Prozent aller Autoabgase einsparen, sagte EKM-Gemeindedezernent Christian Fuhrmann.

Die Forderung war innerhalb der Kirchengremien nicht unumstritten. Der Landeskirchenrat stellte sich jedoch mehrheitlich dahinter. Voraussichtlich am Aschermittwoch, dem 6. März, soll die öffentliche Petition anlaufen. Kommen innerhalb von vier Wochen 50.000 Unterschriften zusammen, muss sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit dem Anliegen auseinandersetzen.

Die mitteldeutsche Kirche umfasst weite Teile von Sachsen-Anhalt und Thüringen, sie hat rund 700.000 Mitglieder. „Wir sehen für uns eine Weltverantwortung, von Gott aufgetragen“, sagte Landesbischöfin Ilse Junkermann. Die Menschheit sei dabei, die Grundlagen des Lebens zu zerstören. Der Kampf dagegen sei „ein Bekenntnis zum Schöpfer“.

Deutschland ist das einzige Land der EU ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen. Vor zehn Jahren hatte die evangelische Landeskirche in Bayern sogar eine Beschränkung auf 120 km/h gefordert.

Das schnelle Fahren führe zu unnötigem Beschleunigen und Abbremsen und damit zu zusätzlichem Reifenabrieb und Verschleiß der Fahrbahnen, sagte Gemeindedezernent Fuhrmann. Durch Tempo 130 ließen sich jährlich zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. „Deutschland ist dabei, seine Klimaziele zu verfehlen“, sagte Fuhrmann. „Das Tempolimit würde helfen, ohne dass wir uns groß einschränken müssen.“ (mz)