Katastrophenschutz

Wasserretter des Salzlandkreises trainieren am Froser See

Spezialisten üben das Suchen und Retten von Menschen in Not. Wie aus einem Sporttaucher ein Einsatztaucher wird.

Von Detlef Anders
Sindy Elle und Hagen Krauß heben bei der Übung der Rettungstaucher  den „in Not geratenen“ Taucher Holger Schmidt auf das Boot.
Sindy Elle und Hagen Krauß heben bei der Übung der Rettungstaucher den „in Not geratenen“ Taucher Holger Schmidt auf das Boot. (Foto: Detlef Anders)

Frose/MZ - Am Ufer des Froser Sees steht ein Mann mit einer langen Leine in der Hand. Er schaut auf das Wasser. Am Ende der Leine ist aber nicht etwa ein badender Vierbeiner. Ein Taucher schwimmt dort von der Leine auf Distanz gehalten. Die Rettungstaucher des Salzlandkreises trainieren die Unterwasserrettung, das Suchen und die Kommunikation über Zugzeichen mit der Leine, erklärt Mario Jethon, der Teamleiter des ASB-Teams aus Aschersleben.

Die Übung führen die ASB-Rettungstaucher mit denen des DRK Schönebeck und der DLRG Bernburg durch. Als Zug des Fachdienstes Wasserrettung kamen sie zuletzt vor ein paar Wochen an einem Nebenarm der Elbe bei Schönebeck zum Einsatz. Bei einem Unfall war ein Fahrzeug dort untergegangen und Zeugen hatten noch Menschen im Fahrzeug vermutet, berichtet Jethon.

„Wir üben zwei- bis dreimal im Jahr“, sagt er. Die Taucher des Zuges trainieren an den unterschiedlichsten Seen. Neben dem Froser See auch im Concordia See und anderen, die nicht so klar sind wie der See in Frose. „Wir können uns die Einsatzgewässer auch nicht aussuchen“, weiß er.

Geübt wird auch der Unfall eines Tauchers. Ein Rettungstaucher muss ihn suchen, ihn an die Oberfläche bringen und an die Helfer auf einem Boot übergeben, die den zu Rettenden dann an Bord hieven. Das erscheint angesichts des schwankenden Bootes tatsächlich nicht so leicht.

Vielleicht findet sich ja auch Nachwuchs für die Taucher durch die Übung am See?

Judith Sattler, die Geschäftsführerin des ASB, und Rebecca Ludwig von der Salzlandsparkasse sind beeindruckt. Gerade haben sie sich auch das neue Einsatzfahrzeug angesehen, das der ASB seit ein paar Monaten nutzt. In den 90er Jahren war es einst als Rettungsfahrzeug gebaut worden.

Dann wurde es als Gerätewagen für ein Notfallzelt des Katastrophenschutz genutzt, das dann nach einer Strukturänderung im Landkreis auf ein anderes Fahrzeug kam, erklärt Daniel Schweigert, der Fachdienstleiter Katastrophenschutz und Rettungsdienstleiter des ASB. „Es soll nun für die Wasserrettung und Einsatztaucher umgestaltet werden.“

Gerätewagen soll für die Wasserrettung umgebaut und umgerüstet werden

Bislang können Tauchanzüge und Gerätschaft nur auf dem Boden abgestellt werden. Zu gefährlich, weiß Daniel Schweigert. Es fehlt ein Regalsystem im Ex-RTW. 4.000 Euro dafür hat die Salzlandsparkasse nun über den Zweckertrag des PS-Sparens zur Verfügung gestellt, freut sich Judith Sattler.

Die Wasserrettung sei „ein ehrenamtlicher Bereich, der keine eigenen Einnahmen generieren kann“ und auf Spenden und Zuwendungen angewiesen ist. „Ich finde das grandios“, lobt Sattler die Unterstützung der Salzlandsparkasse. Einsatz- und Rettungstaucher brauchen ja eine gewisse Ausstattung. Vielleicht findet sich ja auch neuer Nachwuchs für die Taucher durch die Übung am See, die gemeinsam mit der Rettungsschwimmerausbildung am Froser See durchgeführt wird.

Frank Behrendt zeigt im noch regalfreien neuen Wasserettungs-Einsatzfahrzeug des ASB einen der Tauchanzüge. Geschäftsführerin  Judith Sattler und Rebecca Ludwig  (re.) von der Salzlandsparkasse sehen  zu.
Frank Behrendt zeigt im noch regalfreien neuen Wasserettungs-Einsatzfahrzeug des ASB einen der Tauchanzüge. Geschäftsführerin Judith Sattler und Rebecca Ludwig (re.) von der Salzlandsparkasse sehen zu.
(Foto: Detlef Anders)

Der Weg sei relativ lang, berichtet Mario Jethon. Wer normaler Taucher oder Sporttaucher ist, kann eine Ausbildung zum Einsatztaucher absolvieren. Ein bis zwei Jahre dauere sie. Dann folgt eine zweite Stufe und eine weitere für den Taucheinsatzführer.

Die Kinder und Jugendlichen der jungen Rettungsschwimmer um Uta Krauß sind das erste Mal zur Ausbildung am See. Coronabedingt musste die bislang im Ballhaus stattfinden, um die Rettungsschwimmerqualifikation aufzufrischen. Drei neue Kinder sind dabei. Es gibt Warteschlangen, so Krauß. Vielleicht hat sie ja nach dem Sommer neue Anmeldungen. Manche der Besucherkinder sehen sehr interessiert zu.