Neuer Eigner für Gaensefurther

Neuer Eigner für Gaensefurther: An wen das Traditionsunternehmen verkauft wurde

Halle (Saale) - Der mittelständische Mineralwasser-Hersteller Hassia baut seine starke Stellung in Ostdeutschland aus: Das Familien- Unternehmen aus Bad Vilbel (Hessen) erwirbt zum 1. Januar 2021 die Wüllner Unternehmensgruppe, teilten die Unternehmen am Dienstag ...

Von Steffen Höhne

Der mittelständische Mineralwasser-Hersteller Hassia baut seine starke Stellung in Ostdeutschland aus: Das Familien- Unternehmen aus Bad Vilbel (Hessen) erwirbt zum 1. Januar 2021 die Wüllner Unternehmensgruppe, teilten die Unternehmen am Dienstag mit.

Neuer Eigner für Gaensefurther

Davon betroffen ist auch der Wüllner-Standort Hecklingen (Salzlandkreis) mit der Marke Gaensefurther Schloss Quelle. Den Angaben zufolge soll der Betrieb weitergeführt und das Markengeschäft ausgebaut werden.

Alle Mitarbeiter würden übernommen und alle aktuell bestehenden Verträge und getroffenen Vereinbarungen behielten ihre Gültigkeit, erklärte Hassia. Das gelte auch für die Wüllner- Standorte in Nordrhein-Westfalen (Carolinen) und Mecklenburg Vorpommern (Güstrower Schlossquell).

Rückzug aus der Getränkebranche

Das Familienunternehmen Wüllner zieht sich nach 100 Jahren aus der Getränkebranche zurück. „Wir sehen die Zukunft unserer Familie in anderen Bereichen“, sagte Heike Wüllner für die Eigentümerfamilie. Gleichzeitig habe man einen starken Partner gesucht, „der unser Unternehmen in unserem Sinne und zum Wohle aller unserer Mitarbeiter erfolgreich weiterführt“. Heike Wüllner sieht die Hassia als „optimalen Nachfolger“.

Hassia will in Ostdeutschland weiter wachsen

Das Familien-Unternehmen Hassia ist in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Ostdeutschland stark gewachsen. So gehört zu den Töchtern der ostdeutsche Mineralwasser-Marktführer Lichtenauer Mineralquellen aus Sachsen. Zudem führt das Unternehmen auch die erfolgreiche Ost-Marke Vita Cola, die in Schmalkalden (Thüringen) produziert wird.

„Unsere Strategie basiert darauf, starke Marken in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu führen und weiter zu entwickeln“, sagt Unternehmenschef Dirk Hinkel. Hassia werde Gaensefurther dabei unterstützen, die Marke auszubauen.

Hassia ist mit elf Standorten der viertgrößte Mineralbrunnen Deutschlands. Im vergangenen Jahr wurden 282 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Gaensefurther leidet unter Billigkonkurrenz

Der Gaensefurther Schlossbrunnen mit dem Standort Hecklingen besteht bereits seit 1876 und füllt nach eigenen Angaben täglich mehr als 700.000 Flaschen ab. Das Unternehmen mit etwa 100 Beschäftigten hat eine starke regionale Marktstellung, leidet aber seit Jahren unter den Billig-Wasserangeboten von Discountern. (mz)