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Debatte über Fusion im ÖRR Sparen lässt sich bei Krimis (Kommentar)

ARD und ZDF produzieren viel Ähnliches. Bei Journalismus zu kürzen, wäre aber ein Fehler.

Von Hagen Eichler 16.01.2026, 18:00
MZ-Kommentator Hagen Eichler
MZ-Kommentator Hagen Eichler (Foto: Andreas Stedtler)

Magdeburg/MZ - Innerhalb der Union versteht sich die CDU Sachsen-Anhalts seit langem als jene politische Kraft, die am härtesten für eine Begrenzung und Verkleinerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kämpft. In das Wahljahr 2026 startet sie nun mit einer Forderung, die über frühere Positionen noch hinausgeht.

Erstmals wird das Nebeneinander von ARD und ZDF in Frage gestellt – und damit eine Struktur, die bereits seit mehr als 60 Jahren besteht, davon die Hälfte der Zeit im vereinigten Deutschland.

Kochsendungen und Krimis - muss es das alles zweimal geben?

Die vorgetragene Begründung, im öffentlich-rechtlichen System sei die Ausstrahlung von zwei nationalen Sender mittlerweile überflüssig, stimmt indes nur teilweise. Richtig ist: ARD und ZDF produzieren Krimis, Naturdokus, Spielshows, Kochsendungen, Sportmagazine und andere Unterhaltungsangebote in solcher Überfülle, dass einzelne Formate untergehen.

Wer Geld sparen will, könnte hier ansetzen. Zusammen mit den Angeboten der Privatsender und der kostenpflichtigen Streamingdienste gäbe es immer noch eine riesige Auswahl für die unterschiedlichsten Interessen.

Nachrichten der Öffentlich-Rechtlichen genießen Vertrauen

Falsch wäre es hingegen, journalistische Angebote zurückzufahren. Die Tagesschau, aber auch „heute“ und andere Sendungen genießen bei vielen Zuschauern hohes Vertrauen. Das haben sie sich hart erarbeitet – bei aller Kritik, die an einzelnen Schwerpunktsetzungen oder handwerklichen Fehlern möglich und geboten ist.

Den Autor erreichen Sie unter: [email protected]

Wir erleben, wie soziale Netzwerke durch Propaganda, Fälschungen und Beleidigungen überflutet werden. Der Glaube an feststellbare Fakten wird gezielt unterminiert. Angesichts der wachsenden Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz schwindet selbst die Aussagekraft von Bildern und Videos.

In dieser Situation wäre es grundfalsch, verlässliche Informationsquellen abzuschalten. Bislang hat der Vorstoß auch keine nennenswerte Rückendeckung anderer Unionspolitiker erhalten – und das hat gute Gründe.