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Geplanter Leitfaden für Pädagogen Schulen brauchen gleiche Regeln (Kommentar)

Warum es gut ist, dass das Land neue Grenzen für Smartphones und Social Media einzieht.

Von Jan Schumann 04.01.2026, 06:00
MZ-Kommentator Jan Schumann
MZ-Kommentator Jan Schumann (Foto: Andreas Stedtler)

Magdeburg/MZ - Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Befunde relativ klar. Wer zu viel Zeit am Smartphone und insbesondere auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und Tiktok verbringt, setzt sich potenziell gesundheitlichen Risiken aus. Neben der Suchtgefahr beobachten Forscher Risiken wie Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen – je jünger die Handynutzer sind, desto gravierender kann die Gefahr sein.

Hinzu kommt das Risiko problematischer sozialer Effekte: etwa eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit da draußen oder auch digitales Mobbing.

Leopoldina will jüngere Kinder vor Gefahren durch Social Media schützen

Aufgrund dieser unbestrittenen Risiken hat die Nationale Akademie der Wissenschaften, die Leopoldina in Halle, das einzig Richtige getan. Sie empfiehlt ein Social-Media-Verbot für Kinder bis 13 Jahre und für Jugendliche zumindest klare Einschränkungen.

Vor diesem Hintergrund ist es höchste Zeit, dass Sachsen-Anhalts Schulen nun endlich ein einheitliches Regelwerk zum Umgang mit Smartphones und Social Media erhalten sollen. Bisher legte jede Schule eigene Regeln fest – und musste diese im Zweifel gegen verärgerte Eltern und Kinder durchboxen. Eine gute Grundlage war das nicht.

Schulen müssen Handyregeln bislang allein durchboxen

Denn natürlich kann man in Sachen Handy-Verbot und Smartphone-Einschränkungen im Detail unterschiedlicher Meinung sein – echte Rückendeckung des Landes hatten die Schulen bisher nicht, um ihre eigenen strengen Hausregeln gegenüber Schülern und deren Eltern durchzusetzen.

Das soll sich nun endlich ändern, indem das Land einheitliche Empfehlungen gibt. Das ist der richtiger Weg. Nicht alles muss per Gesetz geregelt werden. Und es ist auch richtig, einzelnen Schulen Abweichungen zu erlauben, wenn dies begründbar ist.

Den Autor erreichen Sie unter: [email protected]

Die Basis der neuen Regeln sollte aber sein, dass Kinder und Jugendliche einen bewussten, selbstreflektierten Umgang mit der allgegenwärtigen Digitaltechnik erlernen. Das schließt insbesondere das Wissen um die Risiken ein.