Sie ging mit 15 zum Islamischen Staat

IS-Terrorprozess gegen Leonora aus Sangerhausen findet ohne Öffentlichkeit statt

Mit 15 schloss sie sich dem „Islamischen Staat“ in Syrien an, sie soll für die Terrororganisation gearbeitet haben. Nun ist klar: Der Prozess gegen Leonora M. findet ab Dienstag in Halle ohne Öffentlichkeit statt.

Von Jan Schumann 21.01.2022, 10:45 • Aktualisiert: 21.01.2022, 13:33
Terrorprozess im Sicherheitstrakt: Das Verfahren gegen IS-Rückkehrerin Leonora M. in Halle findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Terrorprozess im Sicherheitstrakt: Das Verfahren gegen IS-Rückkehrerin Leonora M. in Halle findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Foto: AFP

Halle/MZ - Der bundesweit erwartete Terrorprozess gegen die IS-Rückkehrerin Leonora M. aus Sangerhausen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Das habe der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Naumburg beschlossen, bestätigt ein Sprecher der MZ am Freitag. Für das vielbeachtete Verfahren, das ab Dienstag im Sicherheitstrakt des Justizzentrums Halle stattfindet, haben sich nach Gerichtsangaben rund 20 nationale Medien zur Berichterstattung angemeldet.

In den vergangenen Tagen hatte der Senat um die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens die Frage der Öffentlichkeit abgewogen. Lenora M. wird die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Zudem legt ihr die Bundesanwaltschaft die Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstöße gegen das Waffenrecht zur Last. Im Alter von 15 Jahren war M. im Jahr 2015 nach Syrien ausgereist. Dort schloss sie sich dem „Islamischen Staat“ an und heiratete den IS-Kämpfer Martin L. aus Zeitz als Drittfrau. Der Zeitzer machte im IS-Geheimdienst Karriere, auch gegen ihn ermittelt der Generalbundesanwalt.

Da Leonora M. bei Begehung der vorgeworfenen Taten Jugendliche war, hatte das Gericht die Frage der Öffentlichkeit bis zuletzt abgewogen. Zum einen gehe es um den Schutz der noch jungen Angeklagten, zum anderen um das große öffentliche Interesse an dem Terrorprozess, hatte ein Gerichtssprecher im Vorfeld erklärt. Die Verteidigung hatte die Nicht-Öffentlichkeit des Verfahrens beantragt.

Das Oberlandesgericht hat aktuell 22 Prozesstage in Halle anberaumt.