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Dramatisch mehr Fälle von Essstörungen „Ich bestrafte mich“: Wie eine junge Sachsen-Anhalterin in die Magersucht rutschte

Eine junge Frau aus Halle empfand sich nach einem Semester in Italien als zu dick. Die 25-Jährige begann mit exzessivem Sport - und mit dem Hungern. Sie rutschte in eine Magersucht und wird jetzt stationär behandelt. Sie ist kein Einzelfall: Immer mehr Menschen in Sachsen-Anhalt leiden an Esstörungen.

Von Lisa Garn 31.01.2026, 06:00
Es begann schleichend, doch Susann Herbst aus Halle erlaubte sich immer weniger Nahrung.   Sie brauchte Hilfe und ist nun in Behandlung.
Es begann schleichend, doch Susann Herbst aus Halle erlaubte sich immer weniger Nahrung. Sie brauchte Hilfe und ist nun in Behandlung. (Foto: Lisa Garn)

Halle/MZ. - Eine Flasche Wasser steht neben Susann Herbst auf dem Tisch, im Therapie-Gruppenraum ist es noch kalt. Herbst, groß und dunkelblonde Haare, hat eine helle Strickjacke übergezogen. Sie wirkt zurückhaltend, ringt oft um die richtigen Worte. Sie öffnet sich nicht so leicht. Die 25-Jährige soll hier anders heißen, sie will von Fremden nicht auf ihre Erkrankung angesprochen werden. Seit Dezember ist Herbst in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle. Sie leidet an Anorexie, an Magersucht. „Ich bin da langsam hineingerutscht, dann wurde es immer schlimmer.“ Freunde sorgten sich, ihre Familie. Fast zwei Jahre steckte Herbst in der Sucht fest.