Schnee immer seltener Die Fieberkurve zeigt nach oben (Kommentar)
Langjährige Daten aus alen Teilen Sachsen-Anhalts lassen keinen Zweifel: Es wird wärmer – und wir müssen reagieren.

Magdeburg/MZ - Wer in den vergangenen Wochen die Chance hatte, im Harz zu wandern oder mit der Brockenbahn auf den höchsten Gipfel Sachsen-Anhalts zu fahren, kam mit traumhaften Bildern zurück. Im Sonnenlicht glitzerte der Schnee, als wäre er mit Diamantenpulver bestreut. Es gab weißbestäubte Bäume, fröhlich rodelnde Kinder – ein Bilderbuchwinter.
Die Studie zum Klimawandel, die die Landesregierung jetzt vorlegt, bringt uns – leider – zurück auf den harten Boden der Tatsachen. Ja, es gibt noch Tage mit ordentlichen Mengen Schnee. Sie werden nur immer seltener. Die über Jahrzehnte aufgezeichneten Daten sind eindeutig: Es wird wärmer. Natürlich ist kein Jahr wie das vorherige, es gibt Ausschläge. Der Durchschnitt aber, um den sich die Werte der einzelnen Jahre bewegen, steigt unerkennbar an, und zwar immer schneller.
Loipen und Pisten? Werden kaum noch Besucher anlocken
Das hat Folgen. Die Tourismusbranche im Harz etwa muss sich überlegen, was sie Urlaubern anbieten kann – Langlaufloipen und Abfahrtspisten jedenfalls werden auch im Winter an den allermeisten Tagen als Verkaufsargument ausfallen.
Nicht weniger einschneidend ist der Klimawandel für Landwirte – und diese sind sich dessen auch bewusst. Über Jahrhunderte bewährte Kalender für den optimalen Zeitpunkt von Feldbestellung und Ernte passen nicht mehr, der Rhythmus der Natur verlässt die vertrauten Bahnen. Sommerliche Trockenheit und Hitze, aber auch Starkregen und andere Extremwetterereignisse zwingen zu Schutzvorkehrungen.
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All das verschlingt gewaltige Summen, von Hitzeschutz in den Städten und aufwendigen Maßnahmen zum Speichern von Regenwasser mal ganz abgesehen. Zugleich sind enorme Investitionen nötig, um eine weitere Erwärmung der Erde mit noch fataleren Folgen abzuwenden. Diese wichtige Aufgabe sollte im bevorstehenden Landtagswahlkampf nicht aus den Augen geraten.