Coronaprotest in Saalekreis

Weniger Demonstranten in Querfurt, Merseburg und Bad Dürrenberg

In der Solestadt riefen Einwohner mit Plakaten zum Impfen auf. In Querfurt wetterte AfD-Kreischef Tillschneider gegen das RKI

Von Diana Dünschel und Robert Briest 17.01.2022, 21:59
Gegenprotest am Rathaus.
Gegenprotest am Rathaus. Foto: Privat

Bad Dürrenberg/Querfurt/Merseburg/MZ - Im Saalekreis haben am Montagabend erneut Hunderte Menschen gegen die Corona-Maßnahmen des Staates protestiert. Erstmals seit Wochen war dabei jedoch ein Rückgang der Teilnehmerzahlen zu beobachten. In Merseburg, wo diesmal nicht die AfD aufgerufen hatte, sank die Beteiligung von mehreren Hundert auf gut 120 Teilnehmer. Auch in Querfurt folgten weniger Demonstranten dem Aufruf von AfD-Kreischef Kreischef Hans-Thomas Tillschneider. Statt 600 bis 650 in den Vorwochen waren es diesmal zwischen 520 und 550. Hinzu kam ein Dutzend Gegendemonstranten.

Inhaltlich arbeitete sich Tillschneider vor allem an der RKI-Entscheidung ab, den Genesenenstatus von sechs auf drei Monate zu verkürzen. Der AfD-Kreischef warf dem Institut „akademische Hurerei“ vor. Es unterwerfe die Wissenschaft unter die Politik. Ohne Quellenangabe behauptet er zudem eine überstandene Infektion schütze für Jahre und Jahrzehnte. AfD-Kreistagsmitglied Rick Heinze wünschte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf die Anklagebank und begründete dies mit einem aus dem Kontext gerissen Zitat des SPD-Politikers aus dem Frühjahr 2021.

Pro-Impf-Plakate abgerissen

Als stummen Protest gegen den „Spaziergang“ in Bad Dürrenberg, hatten dort Einwohner vor dem Rathaus Kerzen aufgestellt und Plakate gehängt, die die Demonstranten aufriefen, sich impfen zu lassen. Das kam bei den Adressaten offenbar nicht gut an. Als die laut Polizei 240 „Spaziergänger“ nach kurzen Aufenthalt auf dem Rathausplatz wieder gingen, waren alle Plakate verschwunden.