Ein Stück Geschichte

Kohletunnel in Bad Dürrenberg soll wieder begehbar werden

Kooperation mit Vereinen für Landesgartenschau: Der Kohletunnel in Bad Dürrenberg soll saniert und künftig für Führungen genutzt werden.

Von Laura Nobel 06.09.2021, 15:02
Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Michael Steinland, David Falk, Christoph Schulze und Klaus Bossig.
Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Michael Steinland, David Falk, Christoph Schulze und Klaus Bossig. (Foto: Katja Engelmann)

Bad Dürrenberg/MZ - Einen lebhaften Einblick in die Geschichte der Braunkohle in Bad Dürrenberg können künftig die Besucher der Landesgartenschau 2023 erleben. Der älteste Eisenbahntunnel Deutschlands wird Teil der Schau in der Solestadt sein. Die Landesgartenschaugesellschaft unterzeichnete jetzt eine Kooperationsvereinbarung mit den Vereinen Eisenbahnfreunde Kötzschau und Mitteldeutsche TT-Modulbahner. „Damit haben wir zwei bewährte Partner gewonnen“, freut sich Bürgermeister Christoph Schulze.

Der Tunnel auf dem ehemaligen Salinegelände entstand mit dem Bau der Kohleneisenbahn Tollwitz-Dürrenberg und wurde im Eröffnungsjahr 1836 eröffnet. Einst wurde er dafür genutzt, um Braunkohle mit einer Feldbahn zu transportieren, erst mithilfe von Pferden, später mit Dieselloks. Ursprünglich hatte er eine Länge von 177 Metern, was damals eine Besonderheit war und in der Fachwelt für Aufsehen sorgte. In diesem Jahr feiert er seinen 185. Geburtstag. Die Präsentation des Tunnels auf der Landesgartenschau soll auch dazu dienen, dieses Relikt bekannter zu machen.

„Wir wollen den Besuchern den Kohletunnel näher bringen“

„Wir wollen den Besuchern den Kohletunnel näher bringen. Selbst viele Menschen aus Bad Dürrenberg kennen ihn nicht“, sagt David Falk, der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Kötzschau. Der Tunnel soll während der Landesgartenschau für Führungen genutzt werden. „Dafür werden wir ihn baulich sanieren“, kündigt der Laga-Geschäftsführer Michael Steinland an. Dabei gehe es darum, mögliche Gefahrenstellen zu beseitigen. Ansonsten solle der Tunnel aber in seinem Originalzustand bestehen bleiben, teilweise wieder so hergestellt werden, wie er einst war. „Das erklärte Ziel der Stadt ist“, so Schulze, „was wir an Relikten aus dieser spannenden Zeit noch haben, zu erhalten.“

Um den Besuchern die Geschichte näher zu bringen, möchte die Laga außerdem mit audiovisuellen Elementen arbeiten. „Das könnte zum Beispiel das Getrappel der Pferdebahn sein, um Atmosphäre herzustellen“, sagt Steinland. Im Tunnel soll es für das richtige Bergbaugefühl nur eine Notbeleuchtung geben. „Die Führungen werden dann mit Taschenlampen stattfinden.“ Es ist zudem geplant, einen Pavillon auf dem Platz vor dem Kohletunnel aufzubauen. „Den werden die Vereine bespielen.“ Am Rand des Geländes sollen Bepflanzungen erfolgen.

Das Projekt Kohletunnel wird durch eine Kulturförderung möglich, die der Ministerpräsident in Höhe von 750.000 Euro übergeben hatte. 80.000 Euro davon werden für den Tunnel eingesetzt.