Bad Dürrenberg

Erneuerbare Energie in Bad Dürrenberg: Neues Wasserkraftwerk geht noch dieses Jahr ans Netz

Bad Dürrenberg - Unter Volllast kann das Bad Dürrenberger Kraftwerk aber noch nicht laufen: Es gab Lieferschwierigkeiten bei Generatoren.

Von Melain van Alst 07.11.2016, 11:18

Noch in diesem Jahr soll Wasser durch das neue Wasserkraftwerk fließen. Jetzt ist noch zu sehen, was dann unter der Wasseroberfläche verborgen sein wird. Die riesigen Betonkonstruktionen führen das Wasser zu den Turbinen und auch wieder zurück zur Saale. Sie sind geschützt von Spundwänden, die aber im kommenden Monat verschwinden sollen, bestätigt Projektleiter Moritz Wiechert von Huning-Anlagenbau.

Lieferschwierigkeiten bei Generatoren

Auch wenn das Kraftwerk in diesem Jahr ans Netz gehen wird, unter Volllast wird es noch nicht laufen können. „Wir haben Lieferschwierigkeiten mit den Generatoren“, bestätigt Wiechert. Eines der drei Geräte soll demnächst fertig sein, die anderen beiden sollen erst 2017 folgen. „Das sind spezielle Geräte, die natürlich auch entsprechend angefertigt werden müssen.“ Ohne die Generatoren funktioniere das Kraftwerk jedoch nicht. Das Wasser könne zwar durch die drei Turbinen laufen, doch erst die Generatoren machen aus mechanischer Energie elektrische Energie, die dann eingespeist werden kann.

Geplant sei, dass die drei Turbinen mit einer Leistung von je 300 Kilowattstunden insgesamt 1.000 Haushalte werden versorgen können. Das kann zwar noch nach Wasserstand etwas schwanken, dennoch sei die Wasserkraft stabiler als andere erneuerbare Energiequellen.

Letzte Arbeiten an den Außenfassaden des Kraftwerks laufen

Im Moment sind vor allem die Augen auf das Technikgebäude gerichtet. Die Klinkerarbeiten an der Außenfassade sind abgeschlossen. „Die noch fehlende Fassade soll dann so hergerichtet werden, dass sie angelehnt an das Standesamt gut in das Gesamtbild passt“, so Wiechert. Der Klinkerstreifen am Fuß des Gebäudes sieht schön aus, zeigt aber zugleich an, bis zu welchem Punkt das Gebäude auch wasserdicht ist. Bis auf eine Höhe von 1,15 Meter kann das Wasser im Gebäude ansteigen, ohne Schaden anzurichten. Denn hinter den Klinkersteinen versteckt, befindet sich eine Betonmauer.

„Damit liegen wir noch 30 Zentimeter über dem letzten großen Hochwasser“, so Wiechert. Darüber hinaus wird der Betrieb der Turbinen bei Hochwasser auch eingestellt. Das Gebäude soll vor allem zur Wartung und Kontrolle der Technik dienen. „Doch es wird sicher auch irgendwann regelmäßig Führungen geben. Öffentlich zugänglich wird es aber nicht sein.“

Kosten wahrscheinlich eine Million Euro höher als geplant

Die Bauzeit für das Großprojekt wird sich bis zur Fertigstellung um ein halbes Jahr verlängert haben. „Grund dafür war unter anderem das alte Kraftwerk, das wir gefunden haben. Das hat uns viel Zeit und Geld gekostet“, so Wiechert. Darüber hinaus musste auch während der Bauphase auf die Gegebenheiten reagiert und etwas umgeplant werden und auch die Lieferschwierigkeiten der Generatoren wirken sich auf das Projekt aus. Insgesamt war der Bau mit fünf Millionen Euro ausgewiesen. Wiechert schätzt, dass sich die Kosten am Ende bei etwa sechs Millionen Euro einpegeln werden. (mz)