Angriff in Burgenlandbahn

Angriff in Burgenlandbahn: 22-Jähriger verletzt sechs Polizisten mit Holzknüppel

Braunsbedra - Ein 22-Jähriger hat auf der Bahnstrecke Merseburg - Querfurt randaliert und sechs Polizisten verletzt. Wie die Bundespolizei gegenüber der MZ bestätigte, hatte sich der Vorfall bereits am Dienstagnachmittag in einem Zug der Burgenlandbahn ereignet. „Ein Zugbegleiter hatte gegen 15.45 Uhr einen Notruf abgesetzt, weil er von einer Person mit einem Stock bedroht wurde“, sagte Bundespolizeisprecherin Romy Gürtler. Der Zug stoppte in Braunsbedra, die Bundespolizei bat das Polizeirevier in Merseburg um ...

Von Dirk Skrzypczak 01.06.2016, 10:53

Ein 22-Jähriger hat auf der Bahnstrecke Merseburg - Querfurt randaliert und sechs Polizisten verletzt. Wie die Bundespolizei gegenüber der MZ bestätigte, hatte sich der Vorfall bereits am Dienstagnachmittag in einem Zug der Burgenlandbahn ereignet. „Ein Zugbegleiter hatte gegen 15.45 Uhr einen Notruf abgesetzt, weil er von einer Person mit einem Stock bedroht wurde“, sagte Bundespolizeisprecherin Romy Gürtler. Der Zug stoppte in Braunsbedra, die Bundespolizei bat das Polizeirevier in Merseburg um Unterstützung.

Ins Gleisbett geflüchtet

„Die Kollegen wurden von dem Täter unvermittelt mit einem Holzknüppel angegriffen. Es gab keine Vorwarnung“, so Gürtler. Der 22-Jährige sei danach aus dem Zug ins Gleisbett geflüchtet und habe Schottersteine gegen den Zug geworfen. Dieser wurde massiv beschädigt, mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Durch die Glassplitter wurden der Zugbegleiter und weitere Polizisten verletzt.

„Erst als weitere Polizeibeamte zur Unterstützung eintrafen, konnte er überwältigt und festgenommen werden,“ so Gürtler. In dieser Dimension handele es sich um einen für Sachsen-Anhalt bislang einmaligen Fall.

Die verletzten Polizisten erlitten unter anderem Blessuren am Kopf sowie Prellungen. Sie mussten ambulant behandelt werden. Es soll sich aber nicht um schwere Verletzungen handeln.

Der Angreifer wurde in Halle in Gewahrsam genommen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme an. Wie sich herausstellte, stand der Mann unter Drogeneinfluss. Auch hatte er keine Fahrkarte. Er muss sich nun wegen mehrerer gravierender Delikte verantworten, unter anderem wegen Leistungserschleichung, Nötigung, Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Im Laufe des Mittwochs soll ein Richter entscheiden, ob er in Haft bleibt.

Während des Polizeieinsatzes war die Bahnstrecke voll gesperrt. Andere Reisende seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es. (mz)