Louis Ferdinand in Wettin

210. Todestag: Prinz Louis Ferdinand agierte als Lebemann und Komponist in Wettin

Wettin - Louis Ferdinand aus dem Hause Hohenzollern erwarb Anfang des 19. Jahrhunderts die Burg Wettin. Anlässlich seines 210. Todestags wird ihm gedacht.

Von Claudia Crodel

Wer in die Geschichte des Ortes Wettin mit seiner Burg und den vielen verwinkelten engen Straßen schaut, der kommt am Hohenzollern-Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (1772 bis 1806) nicht vorbei.

Seit 1795 leitete der Prinz eine Garnison im Magdeburg. Er erwarb 1803 zunächst den früheren Winckelschen Besitz der Unterburg und ein Jahr später die Oberburg Wettin mit den dazugehörigen Rechten und Dörfern.

In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 210. Mal. „Der Wettiner Kulturverein organisiert einen Gedenktag mit einer Festveranstaltung“, sagt Ines Sterz von der Wettin-Information. Zwar finde dieser Tag erst am 17. September statt, doch die Organisatoren haben schon seit geraumer Zeit alle Hände voll zu tun.

Der Prinz Louis Ferdinand gilt als Lebemann. Er genoss rund um Wettin nicht nur die Freuden der Jagd. Es ranken sich auch allerlei Geschichtchen um den Sohn des Prinzen August Ferdinand und Anna Elisabeth von Brandenburg-Schwedt. Prinz Louis Ferdinand soll seit dem Jahr 1800 in der Bürgerstochter Henriette Fromme eine Mätresse gehabt haben. Anfang 1803 soll diese sich auch in Wettin aufgehalten haben.

Zu dieser Zeit wurde die Unterburg renoviert, deshalb soll der Prinz mit Henriette Fromme nicht direkt in der Burg, sondern im Gasthaus zum „Goldenen Löwen“ gewohnt haben - in der Könnerschen Straße. Noch heute ist das Haus als Mätressenhaus in Wettin bekannt. Dort soll der Prinz auch Umgang mit einem Wettiner Bürgermädchen gepflegt haben.

Louis Ferdinand hatte zudem eine besondere Beziehung zur Musik, spielte Klavier und komponierte. „13 musikalische Werke verfasste er während seiner Magdeburger Verbannung“, erklärt Ines Sterz. Zur Festveranstaltung kommt ein Musikstück von ihm zur Aufführung. (mz)