Skilager der Sekundarschule Elster

Skilager der Sekundarschule Elster: Unterricht talabwärts in Österreich

Elster - Sekundarschüler aus Elster kommen gesund aus Österreich zurück. Die Lehrer sind stolz, dass keiner Schneepflug fährt. Warum sich Olaf Däumichen ans Knie fasst.

Von Thomas Tominski 26.01.2019, 11:46

Die Bilder vom Schneechaos, das Mitte Januar in Österreich tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten hat, kennen die Teilnehmer am Skilager nur aus dem Fernsehen. „Autobahnen und Landstraßen sind frei gewesen“, sagt Marten Kreuzmann aus der 10a der Sekundarschule Elster, der bereits zum dritten Mal über die Pisten am Kreischberg (Steiermark) talabwärts gesaust ist.

Kreuzmann spricht von paradiesischen Wintersportverhältnissen vor Ort, bezeichnet das Hotel, in dem alle 37 Teilnehmer untergebracht gewesen sind, als erstklassig und ordnet die Schneesegelfahrten in die Rubrik „mein persönliches Highlight“ ein. „Schade“, sagt er, „dass es wahrscheinlich meine letzte Teilnahme am Skilager gewesen ist.“ Denn im Sommer ist Sekundarschule Geschichte.

Sportliche Anfänger

Sportlehrer Olaf Däumichen fasst sich ans Knie und erzählt, dass er bei Neuschnee dreimal gestürzt sei. „Das ist das Los des Pistensuchers. Der fährt vornweg“, sagt er und fügt an, dass alle anderen Teilnehmer gesund und munter nach Hause gekommen sind.

Im Rahmen des 16. Skilagers der Sekundarschule Elster hat es in Österreich mehrere Wettkämpfe gegeben. Hier die Übersicht.

Anfänger, Slalom Mädchen: 1. Lea Böttcher, 2. Miriam Heinemann, 3. Charlotte Bogenhardt

Anfänger, Slalom Jungen: 1. Alexander Betke, 2. Justin Pötzsch, 3. Hannes Kirchner

Profis, Slalom Mädchen: 1. Hanna Züchner, 2. Leonie Sekora, 3. Amy Benke

Profis, Slalom Jungen: 1. Bruno Schildhauer, 2. Tim Danzer, 3. Hans Horbach

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Der blaue Fleck im Gesicht ist inzwischen verschwunden. Prinzipiell kann der Lehrer die Aussagen Kreuzmanns nur bestätigen.

Alle Straßen frei, kein Stau, super Unterkunft, nur 200 Meter Fußmarsch bis zum Lift. Däumichen ist stolz, dass selbst die Anfänger nach ein, zwei Tagen die Pisten mit der blau-roten Markierung heruntergesaust sind und jeder aus dem Team die Ski parallel gefahren ist. „Viele“, schiebt er ergänzend nach, „fahren den Schneepflug. Sie schieben die Ski vorn wie einen Keil zusammen und bremsen damit ab. Das sieht von weitem wie ein großes Pizzastück aus.“

Trotz Clubhotel und Pistengaudi geht es in Sankt Georgen ob Murau straff organisiert durch den Tag. Am Vor- und Nachmittag stehen jeweils drei Stunden Ski-Unterricht auf dem Programm. „Nach viel Sport an frischer Luft sind am Abend alle todmüde ins Bett gefallen“, erzählt Direktorin Heike Bräse, die vor Ort zusammen mit Olaf Recknagel und Olaf Däumichen die „Profis“ betreut hat.

Diese haben auf den Pisten die Anfänger (Skilehrer Andrea Däumichen und Silke Wolter) als Paten begleitet und ihnen Dinge wie Stationsbetrieb oder organisatorischer Ablauf erklärt. Rund um den Kreischberg sei der Schnee sehr griffig gewesen. Deshalb haben die Schüler auf den Abfahrten Geschwindigkeiten bis zu 50 Kilometer in der Stunde erreicht.

„Die Mädchen sind stets schneller als die Jungs gewesen“, sagt Däumichen und benennt mit Hanna Züchner das Trumpf-Ass des Skilagers. Auf Platz zwei folgt Leonie Sekora.

Erste Teilnahme, erster Platz

Jonas Baron, der in der Schulband am Schlagzeug sitzt, hat es auf den Pisten ebenfalls krachen lassen. Der Kreisslalom, sagt er, ist sein Favorit gewesen. Das heißt: Fünf Schüler bilden ein Team. Dabei schnappt sich jeder die Skistockspitze seines Nebenmanns und hält sich daran fest. Auf Kommando fängt der Personenkreis an, sich talabwärts zu drehen. Pro Umdrehung steht jeder Schüler sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand und muss sich auf den Zusammenhalt in der Mannschaft verlassen. „Wintersport“, meint der Zehntklässler, „ist nicht unbedingt mein Hobby. Doch es macht Spaß.“

Für Alexander Betke hat sich die Fahrt in die Steiermark mehr als gelohnt. Erste Teilnahme am Skilager, erster Platz beim Slalom wettbewerb der Anfängerklasse - besser geht’s nicht! „Die Aussicht vom Kreischberg ist fantastisch gewesen“, schwärmt der Schüler der achten Klasse, der sich gut vorstellen kann, 2020 wieder mit nach Österreich zu fahren.

Die 13-jährige Tamara Richter berichtet von einer stressfreien Hin- und Rückfahrt, der guten Stimmung im Skilager und tollen Abfahrtsbedingungen. „Mein Ziel ist es, jedes Jahr schneller zu werden.“ Der Teenager aus der 8a hat zunächst mit Langlauf begonnen und ist später zur Abfahrt gewechselt. 300 Höhenmeter den Berg runter sei ein tolles Gefühl.

Die nächsten Skilager sind bereits in Sack und Tüten. Der UHC Elster fährt in den Winterferien ins Zillertal (Österreich). Mit im Bus sitzen auch ehemalige „Azubis“ der Sekundarschule, die inzwischen studieren oder in einem Betrieb arbeiten. Die 75 Fünft- und Sechstklässler der Bildungseinrichtung fahren in zwei Durchgängen (22. bis 26. Februar und 26. Februar bis 2. März) nach Johanngeorgenstadt ins Erzgebirge. Unterricht im Schnee macht allen Kindern Spaß. (mz)