Grün-Weiß Piesteritz

Grün-Weiß Piesteritz: Über Stock und Stein bei Rad-Cross Landesmeisterschaft

Wittenberg - SV Grün-Weiß erhält viel Lob für Ausrichtung der Landesmeisterschaften.

Von Rainer Schultz 29.11.2016, 08:00

Auf dem Parkplatz am Piesteritzer Volkspark herrscht hektisches Treiben. Alle Autos sind mit viel Radsport-Equipment bestückt. Die äußeren Bedingungen für die Landesmeisterschaften im Rad-Cross können kaum besser sein. Denn dieser erste Adventssonntag bietet sechs Grad plus und Sonnenschein pur.

René Wutzke (41) aus Bad Düben und Alexander Meise (39) vom TuS Leutzsch aus Leipzig haben sich zeitig auf den Weg gemacht. Beide sind erfahrene Radsportler, die gern die Wintersaison nutzen, um die Straße mit der Geländepiste zu tauschen. „Mein Trainingsrevier ist das Neuseenland südlich von Leipzig“, erklärt Meise. Er trägt einen einteiligen Rennanzug und inspiziert erst einmal die Piste.

Unterdessen verfolgt Michael Strache, Vereinschef des RSV Wittenberg, die Rennen seiner Schützlinge - und ist zufrieden. Immerhin sind neun junge Pedalritter seines Clubs am Start, Gastgeber SV Grün-Weiß Piesteritz schickt sieben Nachwuchs-Sportler in den Titelkampf. „Das alles hier schult die Koordinationsfähigkeiten und ist eine wichtige Grundlage für die Sommersaison“, erklärt Strache.

Respekt einflößend für Zuschauer und Akteure ist der Rodelberg. Wer ihn mit „Speed“ erklimmt, besitzt gute Chancen, auf das Treppchen zu fahren. Grün-Weiß-Abteilungsleiter Uwe Löffelholz verfolgt zusammen mit Moderator Werner Roß in der Sprecherkabine das Geschehen. „Bleib dran!“, spornt Roß den kleinen Max Schlüter (15) vom RSV Wittenberg an. Das beflügelt offenbar den ehrgeizigen Radsportler, der am Ende den dritten Platz belegt.

Bei der Ausrichtung ziehen die Piesteritzer Radsportler und Leichtathleten an einem Strang. Für Claudia Gaidies und Ehemann Roy Gaidies (stellvertretender Radsportchef) endet die Nacht auf Sonntag um 5.30 Uhr. „Unser erster Advent findet im Volkspark statt“, meint das Ehepaar und lächelt dabei.

Am Ziel steht der Weißenfelser Trainer von „White Rock“, Florian Tschitschmann (26). Er stellt mit seinen 20 Akteuren das größte Team. „Ein tolles anspruchsvolles Streckenprofil“, lauten seine anerkennenden Worte.

Der Radweltmeister von 1983, Uwe Raab, ist ebenfalls vor Ort. „In diesem Jahr habe ich den Radklassiker Trondheim - Oslo über 540 Kilometer absolviert. Ein einmaliges Erlebnis, wenn man 22 Uhr startet und in die Nacht hineinfährt ohne dass die Sonne untergeht“, schildert er sein Abenteuer.

„Uwe war mal mein Schützling“, weiß der 82-jährige ehemalige Radsporttrainer Günther Deckert zu berichten. „Ich habe ihn nicht geschont. Er war aber auch besonders ehrgeizig“, betont Deckert, der immer noch sehr aktiv ist. „11 000 Kilometer waren es in diesem Jahr bisher“, meint er so nebenbei.

Überglücklich nimmt die Mutter von Max-Horst Haberzeth (10, RSV Wittenberg) ihren Sohn in Empfang. „Mama hat mich angefeuert“, so der kleine Sportler aus Rackith, der überglücklich über seinen Sieg ist. KSB-Präsident Uwe Loos und Thomas Hoffmüller vom Hauptsponsor „Generali“ haben bei den Siegerehrungen alle Hände voll zu tun. Stefan Thome, Geschäftsführer des Landesverbandes, stimmt am Ende mit in den „Lobgesang“ ein. „Die Radsportstrukturen in Wittenberg sind perfekt, dazu ein hervorragender Kurs. Das passt.“

100 Teilnehmer aus fünf Bundesländern starteten am Sonntag beim zweiten Rad-Cross im Volkspark. Veranstalter war der SV Grün-Weiß Piesteritz. Die Landesmeisterschaften wurden in 15 verschieden Klassen ausgetragen. Den Titel in der U 13 erkämpfte sich Max-Horst Haberzeth (RSV Wittenberg.

Ebenfalls den Sprung auf das Treppchen schafften Luzie-Johanna Ristok (3. Platz, U 11, SV Grün–Weiß Piesteritz) und Max Schlüter (3., U 17, RSV Wittenberg). Im Vorderfeld platzierten sich Marc Schlüter (4., RSV Wittenberg), Sven Tempel (5., je U 13, SV Grün-Weiß Piesteritz) und Tom Hildebrandt (6., U 17, RSV Wittenberg). Die Rennen fanden auf einem Rundkurs statt. (mz)