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Eil

Gemeindezentrum in Vockerode Gemeindezentrum in Vockerode: Exorbitant hohe Baupreise

Von Michael Hübner 08.08.2017, 10:52
In Vockerode wird derzeit Baufreiheit für das neue Gemeindezentrum geschaffen.
In Vockerode wird derzeit Baufreiheit für das neue Gemeindezentrum geschaffen. Thomas Klitzsch

Vockerode - Das Gemeindezentrum Vockerode wird kein zweiter Berliner Großflughafen! Oranienbaums Bürgermeister Uwe Zimmermann (Linke) schließt eine Kostenexplosion beim hiesigen Projekt, das mehr als vier Millionen Euro kosten soll, völlig aus.

„Eingeschlossen ist ja auch die Sanierung der Turnhalle. Im Gegensatz zu einem Neubau kann ein solches Vorhaben vorher nicht centgenau berechnet werden“, deutet das Stadtoberhaupt diplomatisch an, dass er einen Anstieg der Kosten durchaus für möglich hält.

„Wahrscheinlich wird es teurer. Aber es muss in vertretbaren Rahmen bleiben“, sagt Maik Strömer (CDU). Für den Stadtratschef ist dabei die Schmerzgrenze bei einem Mehr von maximal 100.000 Euro für die Gesamtbaumaßnahme erreicht. Die drohenden Zusatzkosten, da stimmen beide Männer aber überein, müssen aus dem städtischen Haushalt - und die Kassen sind praktisch leer - beglichen werden.

Verbaut werden werden soll das Geld in Vockerode bis zum 31. Dezember 2018. 2017 stehen rund 2,22 Millionen Euro zur Verfügung. Ab dem 1. Januar 2018 werden dann noch einmal rund 1,37 Millionen Euro bereitgestellt.

Ein Restbetrag von fünf Prozent (etwa 180.000 Euro) bleibt bis zum Abschluss der Prüfung des Verwendungsnachweises gesperrt. Bis zum 31. März 2019 hat die Kommune Zeit, dem Bund einen Ergebnisbericht vorzulegen. Ferner wird die jährliche Präsentation der Maßnahme am bundesweiten Tag der Städtebauförderung erwartet. Der wurde ins Leben gerufen, um die „andauernde Erfolgsgeschichte“ der Städtebauförderung vor Ort anschaulich zu verdeutlichen. 2016 konnten 182 Kommunen zur erstmaligen Teilnahme bewegt werden.  

Die Befürchtungen, dass ein Nachschlag zu zahlen ist, liegen an den dezeitigen „exorbitanten Baupreisen am Markt“, so Strömer. Die Förderung sei aber an einen strengen Zeitplan - und auch das ist offensichtlich ein Unterschied zur Hauptstadt - gebunden.

Er bleibe trotzdem ein Befürworter des Vorhabens. Für knapp 400.000 Euro Eigenmittel werde die Turnhalle saniert, entstehe ein Schulungs-, Jugend- und Kulturzentrum. Auch die Feuerwehr habe hier ihr Domizil. Die Bundesregierung finanziert das Projekt zu 90 Prozent - aber nicht die Mehrkosten.

Aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ - es ist Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms - ist eine Projektförderung in Höhe von 3.585.600 Euro bewilligt worden. Damit können 90 Prozent der auf 3.984.000 Euro bezifferten Gesamtkosten gedeckt werden. Die Kommune trägt demnach einen Eigenanteil von 398.400 Euro.

Mit der baufachlichen Begleitung und Prüfung des Vorhabens ist das Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt beauftragt worden. Die Zuwendung ist zweckgebunden. Die sanierte Sporthalle muss somit nach der Fertigstellung zehn Jahre ihre Funktion erfüllen. Die Bindung für das multifunktionale Gemeindezentrum gilt 20 Jahre.

„Wir hätten das allein in den nächsten Jahren nicht stemmen können“, so Strömer, der betont, dass diese Investition eine Ausgabe für die Einwohner sei. Und es müsse noch mehr für Vockerode getan werden.

Strömer nennt als Beispiel die Verbesserung der Infrastruktur. Dafür wird aber Geld benötigt. Und da tut jede nicht geplante Mehrausgabe weh. So mussten für den Kita-Umbau in Vockerode statt der veranschlagten 200. 000 Euro etwas 300.000 Euro berappt werden. Eine Wiederholung ist nicht unbedingt erwünscht. (mz)