Grausiger Fund

Elbleiche bei Vockerode: Paddler entdeckt Kiste mit Leiche

Vockerode - Gerichtsmedizin in Halle untersucht Identität und Todesursache.

Ein Paddler macht auf der Elbe bei Vockerode am Dienstag  eine grausige Entdeckung: In  Höhe des Sieglitzer Parks sieht er am Ufer eine Art Munitionskiste mit geöffnetem Deckel. Der Wassersportler glaubt, einen menschlichen Körper zu erkennen und wählt kurz vor 12 Uhr den Notruf.

Beamte des Wasserschutzpolizeireviers Magdeburg kommen zum Einsatz und bestätigen, dass sich in dem etwa einen Meter mal 50 Zentimeter großen Behältnis „eine menschliche Leiche befindet“, wie es am Abend Staatsanwalt Olaf Braun in einer Pressemitteilung formuliert.

Offensichtlich ist selbst sechs Stunden nach dem Fund noch immer völlig unklar, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Der Mensch wurde  in einem Stück in die Kiste eingepfercht. Das geht nur, sagt ein Ermittler der MZ, wenn die Leichenstarre noch nicht eingetreten sei.

Er gehe davon aus, dass der Mensch kurz nach seinem Tod in das Behältnis verfrachtet worden sei.

Die Kiste wird versenkt und treibt unter Wasser möglicherweise wochenlang unbemerkt in der Elbe und wird wahrscheinlich erst am Dienstag ans Ufer gespült.

Die Beamten vermuten dies, weil die Kiste von Land, aber auch vom Wasser gut sichtbar ist. In dem bisher in der Region einmaligen Fall gibt auch der geöffnete Deckel Rätsel  auf. Dass spielende Kinder den „Sarg“ mit einer Schatztruhe verwechselten und nachschauten, wird ausgeschlossen.

Es gibt die Vermutung, dass der aufgedunsene Körper den Deckel nach oben gedrückt hat. Die Kiste samt Inhalt wird zur Gerichtsmedizin transportiert. Dort soll eine intensive Spurenauswertung erfolgen. 

„Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Identität des Leichnams und die Umstände des Todes zu klären“, so Braun.

Ermittler vor Ort konnten keine Fremdeinwirkung feststellen. Das sei beim Zustand der Leiche nicht möglich gewesen. Der Fall genieße aber oberste Priorität. Das ist auch ein Indiz dafür, dass die Beamten von einem Kapitalverbrechen ausgehen. Die Polizei überprüfe länderübergreifend mögliche Zusammenhänge zu aktuellen Vermisstenfällen, erklärt Braun. (mz/hu)