Eklat im neuen Kreistag

Eklat im neuen Kreistag: Wegen NPD-TV-Sender: Zur ersten Sitzung kommt die Polizei

Wittenberg - Überschattet wurde die Sitzung des Kreistages am Montag von einem Polizeieinsatz. Ein Mann, der für das NPD-Presseorgan filmen wollte, wird aus dem Saal geschoben.

Von Marcel Duclaud 02.07.2019, 09:20

Von einem Eklat wird die erste Sitzung des neugewählten Kreistages in Wittenberg überschattet. Rund eine Stunde Verzögerung gab es - und einen handfesten Polizei-Einsatz, bei dem ein Reporter aus dem Saal entfernt wurde.

Der neue Wittenberger Kreistag ist konstituiert, der Vorsitzende heißt künftig Enrico Schilling. Der Christdemokrat, auch Bürgermeister von Gräfenhainichen, setzte sich in geheimer Wahl gegen den Kandidaten der Freien Wähler, Mike Reiß, durch.

Für Schilling stimmten 26 Abgeordnete, für Reiß 20. Als erster Stellvertreter wird Mike Reiß fungieren, bei sechs Enthaltungen wurde er ohne Gegenstimme gewählt. Zweiter Stellvertreter ist Harry Rußbült (Linke), er gewann die Abstimmung gegen Nadine Koppehel von der AfD mit 28 gegen 18 Stimmen.

Überschattet wurde die Sitzung des Kreistages am Montag von einem Polizeieinsatz. Die Beamten sind gerufen worden, weil sich ein Mitarbeiter des Mediums Deutsche Stimme DS-TV beharrlich weigerte, den Saal zu verlassen.

Er wollte die Sitzung filmen, was allerdings mehrheitlich abgelehnt worden war. Laut Geschäftsordnung des Landkreises haben die Abgeordneten in solchen Fällen ein Verweigerungsrecht.

Ehe die Sache geklärt und das Hausrecht durchgesetzt war, verging eine gute Stunde. Am Ende schob die Polizei den protestierenden Mann aus dem Saal. Die Deutsche Stimme ist das Presseorgan der NPD. (mz)