Windstärke 5 und heftige Böen

SSC „Süßer See“ - Segler freuten sich trotz Corona-Regeln auf Flammencup

Seeburg - SSC „Süßer See“ - Segler freuten sich trotz Corona-Regeln auf Flammencup

Von Kathrin Labitzke 14.07.2020, 08:45

Sie haben bis zur letzten Minute gehofft, und ihr Mut wurde belohnt. Seit dem 30. Juni sind Sportwettkämpfe offiziell wieder erlaubt und die Mitglieder vom SSC „Süßer See“ konnten ihren Flammencup der Katamarane letztendlich doch durchführen.

„Wir haben sogar höhere Hygiene-Standards als vorgeschrieben“, erklärt der neue Vorsitzende des Vereins, Konrad Heide, „denn die Gesundheit der Segelsportler geht vor“, begründet der Hallenser weiter.

Flammencup auf dem Süßen See

Überall auf dem Vereinsgelände hingen neben Händedesinfektionen auch Hinweisschilder, die immer wieder auf den gebührenden Abstand von 1,50 Metern hinwiesen. Auch die beliebten gemeinsamen Feiern am Lagerfeuer fielen in diesem Jahr flach, genau wie das gemeinsame Segler-Frühstück. Um den Wassersportlern aus ganz Deutschland dennoch Verpflegung zu bieten, wurde ein Food-Truck organisiert, inklusive Einweggeschirr.

Auch separate Toiletten wurden von den Mitgliedern des Vereins zusätzlich auf dem Gelände aufgestellt, und bei jedem ankommenden Sportler wurde Fieber gemessen. Darüber hinaus durften nur Katamaran-Crews aus ihrem Heimatorten anreisen, wo es nachweislich in den letzten zwei Wochen keine Corona-Neuinfektionen gab. „Wir fahren quasi ein sicheres Schmalspurprogramm“, betont der neue Vorsitzende, Konrad Heide, ausdrücklich.

Windstärke 5 und heftige Böen: Freude unter den Seglern

Trotz aller Beschränkungen überwog die Freude, endlich wieder den Segelsport unter Wettkampfbedingungen durchzuführen. „Wir merken, dass alle der Regatta entgegenfiebern“, meinte Konrad Heide und machte auf Jörg Nachtwein aufmerksam, der mit Paul Säger aus der Pfalz auf einen Probeschlag bei Windstärke 5 und heftigen Böen ihren K2 startklar machten. Doch die Windstärke war für die beiden erfahrenen Katamaran-Segler zu heftig, denn eine Böe erwischte das Boot und es kenterte. „Das kann halt auch mal passieren“, sagte Paul Säger, denn ein Katamaran kann gut und gern weit mehr als 30 Kilometer pro Stunde erreichen.

Insgesamt meldeten sich 52 Segler und 32 Katamarane zum Flammencup in Seeburg an und absolvierten auf dem Süßen See in den verschiedenen Kat-Klassen, vom K1 bis K4, fünf Durchgänge auf dem Up-and-Down- Kurs. Zirka 45 Minuten dauerte die Kurslänge, und als Sieger wird das Duo mit der geringsten Zeit gekürt. Vom SSC „Süßer See“ gingen fünf Teams an den Start, darunter Wilhelm Rom (23 Jahre) mit seinem Spannemann Alexander Böckel (17 Jahre). Der Hallenser Wilhelm Rom ist seit seiner Kindheit mit dem Segelsport vertraut und gewann 2018 bei der Weltmeisterschaft im lettischen Riga den 3. Platz mit seinem K2.

Absage vieler Regatten wegen Corona

Überhaupt haben sich die Seeburger Katamaran-Segler als erste in diesem Jahr an eine Regatta herangetraut, so der momentane Kenntnisstand der Organisatoren vom SSC „Süßer See“. Denn in den Hochburgen des Katamarsports, wie beispielsweise Polen, Österreich oder der Schweiz, wurden in der Corona-Zeit bisher alle Regatten abgesagt.

Beim 14. Flammencup gewannen die amtierenden Weltmeister Sascha und Rene Treichel aus Wolfsburg im K1. In der Klasse der K2-Katamarane setzten sich Robert Zank und Tim Stiegler (beide vom Wandlitzer Segelclub) durch. Von den fünf gestarteten Teams aus Seeburg belegten Wilhelm Rom und Alexander Böckel den 4. Platz, und Jörg und Karin Nachtwein ergatterten sich noch einen respektablen 6. Platz (von 14 gestarteten Teams). (mz)