Jubiläum auf Gut Drebsdorf

Pferdewirtin mit Leib und Seele: Uta Trinkaus kann sich keinen anderen Job vorstellen

Von Helga Koch
Pferdewirtin Ute Trinkaus ist seit 25 Jahren auf dem Gut. Hier ist sie bei „Mac“ in der Box.
Pferdewirtin Ute Trinkaus ist seit 25 Jahren auf dem Gut. Hier ist sie bei „Mac“ in der Box. (Foto: Maik Schumann)

Drebsdorf/MZ - Für Uta Trinkaus ist es der Traumberuf, und sie könnte sich auch keine andere Arbeit vorstellen. Sie ist Pferdewirtin mit Leib und Seele und arbeitet auf Gut Drebsdorf. „Sie hat jetzt bald Jubiläum“, verrät ihre Chefin Alexandra Schatz. „Am 1. August werden’s 25 Jahre, dass sie hier zum Team gehört.“

Uta Trinkaus: „Das ist ein Job an 365 Tagen im Jahr“

Pferde, erzählt die 46-jährige Roßlaerin, hätten sie schon begeistert, als sie noch ein Kind war. „Damals hatte die LPG in Agnesdorf Ställe, Richtung Breitungen.“ Da gab es auch Pferde, und sie lernte reiten und voltigieren. Sport und Biologie seien in der Schule ihre Lieblingsfächer gewesen. Den Beruf, Pferdewirtin mit den Schwerpunkten Zucht und Haltung, habe sie kurz nach der Wende in Wallhausen erlernt - bei Familie Osterloh. Die Ausbildung sei thematisch sehr umfangreich, unter anderem lerne man alles über Krankheiten, Weidebau oder Fütterung. „Zum Beispiel muss man schon bei der Heuernte genau darauf achten, wie das Heu beschaffen ist“, sagt Uta Trinkaus.

Dass ihr Beruf ganz andere Arbeitszeiten verlangt, als am Montagmorgen anzufangen und Freitagnachmittag pünktlich ins Wochenende zu starten, das war ohnehin klar. „Das ist ein Job an 365 Tagen im Jahr.“ Früh geht’s um fünf los, 14 Uhr hat sie Feierabend. An den Wochenenden zu arbeiten, das sei selbstverständlich, erzählt die 46-Jährige, dafür habe sie dann zwei Tage unter der Woche frei.

Pferdewirtin züchtet in ihrer Freizeit Kürbisse

Und es gibt Zeiten, in denen es besonders anstrengend ist und sie auch nachts gebraucht wird: wenn die Fohlen zur Welt kommen. „Unsere Pferdeboxen sind mit Kameras ausgestattet“, erzählt Alexandra Schatz. So könnten sie per App und Handy verfolgen, wenn eine Geburt bevorsteht. Das sehe man am Verhalten der Stuten, schildert Uta Trinkaus. „Ich springe ins Auto und bin in sieben Minuten da. Früher haben wir oft die ganze Nacht mit im Stall gesessen und gewartet - und die ganze Nacht nur Kaffee getrunken.“

Wenn sie sich entscheiden müsste, welche Rassen sie besonders mag, müsste sie passen. „Ich mag alle“, sagt sie. „Ponys und Großpferde.“ Zu den Ponys auf Gut Drebsdorf gehört beispielsweise Mustang, mit 33 Jahren der Älteste. Das älteste Großpferd, Jasmin, ist 31. Sie wird vielen Reitschülern noch in guter Erinnerung sein. Apropos, Reitunterricht gibt Uta Trinkaus nicht. „Dazu müsste ich eine Qualifikation haben“, sagt die Roßlaerin.

Dass ihr Arbeitstag in aller Frühe beginnt und sie schon am zeitigen Nachmittag zu Hause ist, habe natürlich auch seine guten Seiten. „Da kann man noch was schaffen.“ Einen Großteil ihrer Freizeit widmet sie einem nicht alltäglichen Hobby: Sie züchtet Kürbisse. „Egal, ob Zier- oder Speisekürbisse.“ Der Aufwand halte sich in Grenzen. „Wenn sie einmal angewachsen sind, holen sie sich ihr Wasser selbst.“ Dabei kann die Roßlaerin mit rekordverdächtigen Zahlen aufwarten: „Voriges Jahr waren es 1.475 Stück!“ Natürlich sei die Familie voll mit dabei, ihre Freundin esse gern Kürbisse. Ob als Kürbispommes oder Pizzabelag - Butternuss- oder Hokkaidokürbisse eigneten sich bestens.